Krebserkrankungen individueller behandeln

Strahlentherapie eines Patienten in der Charité Berlin

MHH-Wissenschaftler und zwei Firmen erhalten 1,4 Millionen Euro vom BMBF / Neues Computerprogramm zur Genanalyse soll bei Krebsdiagnose und -therapie helfen

Forscher des Instituts für Pathologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und die Teams von Firmen aus Wolfenbüttel (Biobase) und Leuven in Belgien (Cartagenia) entwickeln gemeinsam ein Computerprogramm zur Auswertung von Genanalysen. Es soll ermöglichen, Krebserkrankungen individueller behandeln zu können. Die MHH-Arbeitsgruppe um Professor Dr. Ulrich Lehmann und Dr. Florian Länger sowie die beiden Firmen erhalten für ihr dreijähriges Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) insgesamt fast 1,4 Millionen Euro. Sie widmen sich zunächst dem Lungenkrebs, die neue Infrastruktur wird jedoch beispielsweise auch auf Haut- oder Darmkrebs übertragbar sein.

Für eine möglichst schonende und auch ökonomisch sinnvolle Therapie bei Krebs wird es immer wichtiger, Gene zu analysieren, da Krebspatienten aufgrund einer genetischen Veränderung auf bestimmte Medikamente besonders gut ansprechen können oder aber resistent sind. Zur Genanalyse nutzen Wissenschaftler sogenannte Sequenzierverfahren, mit denen sie die Basenabfolge der Gene entschlüsseln. Besonders schnell und umfangreich sind sogenannte Hochdurchsatz-Sequenzierer der nächsten Generation: Sie können pro Durchlauf Millionen Fragmente des Erbgutes untersuchen. Dabei werden immer wieder neue genetische Veränderungen gefunden.

„Diese Ergebnisse der neuen und schnellen Sequenzierverfahren sind so umfangreich, dass zur Analyse der Ergebnisse neue Computerprogramme entwickelt werden müssen, die Gen- und Literaturdatenbanken vollautomatisch durchsuchen und die Ergebnisse bewerten. Das wollen wir mit unserem Projekt erreichen“, erläutert Professor Lehmann. Die neue Software werde helfen, die ständig wachsende Liste an zu untersuchenden Genen zu bewältigen und Therapien gezielter auszuwählen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Ulrich Lehmann, Institut für Pathologie, Telefon (0511) 532-4475, lehmann.ulrich@mh- hannover.de.

Lungenkrebs: Stereotaktische Bestrahlung auch im Frühstadium eine Alternative zur Operation

  • Immunzellen (T-Zellen) im Bauchspeicheldrüsenkrebs, die ihre Entzündungsstoffe (Zytokine) über den alternativen p38-Signalweg bilden und dadurch das Tumorwachstum fördern. Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg
    Seltene Tumorarten

    Mehr Lebensqualität für hoffnungslose Fälle?
    RUBIN Frühjahr 2013 ist erschienen

    Mit einem feinen Aerosol eines Chemotherapeutikums, das unter Druck direkt in die Bauchhöhle eingebracht wird, versuchen Spezialisten im RUB-Klinikum Marienhospital Herne, den tödlichen Bauchfellkrebs zurückzudrängen, um den Patienten Lebenszeit und -qualität wiederzugeben. Erste Ergebnisse sind ermutigend: In Einzelfällen ist es gelungen einen Rückgang der Tumore auszulösen. In der Onkologie eine kleine Revolution. Über ihre Arbeit berichtet RUBIN, das Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität, in seiner aktuellen Ausgabe.

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  • Strahlentherapie eines Patienten in der Charité Berlin
    Radiologie

    Bremen – Der Strahlentherapie kommt eine zentrale Stellung bei der Behandlung von Krebserkrankungen zu: So werden nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft etwa 60 Prozent aller Tumorpatienten bestrahlt. An mehr als einem Drittel aller Heilungen ist die Strahlentherapie beteiligt. Wann und wie radioonkologische Therapien zum Einsatz kommen sollten, diskutieren Ärzte und Wissenschaftler im Rahmen der 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Der Kongress findet vom 11. bis zum 14. Juni unter dem Motto „Radioonkologie 2009 – innovativ und interaktiv in Versorgung und Wissenschaft“ im Messe- und Congress-Centrum Bremen statt. Erwartet werden mehr als 2 000 Teilnehmer. Schwerpunkte sind die radioonkologische Behandlung des alten Menschen, neue strahlenbiologische Erkenntnisse – insbesondere auf dem Gebiet der zielgerichteten Therapie – sowie Weiterentwicklungen in der Gerätetechnik und die Förderung des radioonkologischen Nachwuchses.

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