Krebsinformation hat eine Nummer: 0800 – 420 30 40

Pressekonferenz der Deutschen Krebshilfe beim DKK2012
Pressekonferenz der Deutschen Krebshilfe beim DKK2012

Berlin (ct) – Bisher gab es in Deutschland keine einheitliche Anlaufstelle für die Bevölkerung bei Fragen zum Thema Krebs. Dies wird sich mit der Allianz zwischen dem Krebsinformationsdienst (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe ändern. Ab Herbst werden die bisher getrennten Informationsangebote zusammengeführt und in ein gemeinsames qualitätsgeprüftes Informationsangebot überführt. Dazu gehört auch die bundesweite kostenlose Rufnummer 0800 – 420 30 40, unter der sich Ratsuchende zu allen Fragen rund um das Thema Krebs informieren können. Die Krebsinformation wird damit in Deutschland gestärkt und künftig von vier starken Partnern gemeinsam getragen: dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Deutschen Krebshilfe und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Vier starke Partner gründen Allianz

Dazu erklärt Marion Caspers-Merk, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium: „Wer selbst an Krebs erkrankt ist oder einen nahestehenden Menschen kennt, der an Krebs erkrankt ist, hat nicht nur viele Sorgen und Ängste, sondern vor allem auch viele Fragen. Es ist deshalb gut, dass das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Deutsche Krebshilfe ihre Beratungs- und Informationskompetenz bündeln und gemeinsam unter einer Rufnummer zur Verfügung stellen. Damit stellen wir sicher, dass Patienten und Angehörige Informationen zum Thema Krebs auf höchstem Qualitätsniveau und nach gleichem Standard erhalten.“

Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, erklärt: „Der Krebsinformationsdienst hilft den Betroffenen, über medizinische Schritte mit zu entscheiden und kann die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten verbessern. Außerdem richten wir am KID den ersten Fachinformationsdienst für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland ein. Dieser informiert über die neusten Entwicklungen in der Forschung und gewährleistet, dass diese Erkenntnisse schneller bei den Patientinnen und Patienten ankommen. Das Bundesforschungsministerium wird in den nächsten Jahren den Ausbau des Krebsinformationsdienstes mit jährlich rund 3,3 Millionen Euro unterstützen.“

„Wir betreiben im DKFZ Krebsforschung auf international höchstem Niveau mit dem Ziel, Krebs besser zu verstehen, gezielter zu verhindern und effektiver bekämpfen zu können. Das DKFZ bietet damit den geeigneten Rahmen, um wissenschaftlich gesicherte, unabhängige Informationen zum Thema Krebs bereit zu stellen. Unser Ziel ist es, krebskranke Menschen und ihre Angehörigen, medizinisches Fachpersonal sowie die interessierte Öffentlichkeit bundesweit optimal zu informieren. Dabei bauen wir auf der über 20-jährigen Erfahrung des Krebsinformationsdienstes KID auf“, sagte Professor Dr. Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums.

„Unsere Organisation wird täglich mit einer großen Anzahl von Fragen Ratsuchender konfrontiert, die aufgrund begrenzter Kapazitäten bedauerlicherweise nicht alle zeitnah bedient werden können“, erklärt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Durch die beschlossene Allianz steht künftig ein hochkompetentes Referenzzentrum als Anlaufstelle zur Verfügung, das auch dem hohen Bedarf nach qualitätsgesicherten Krebsinformationen Rechnungen tragen wird. Die gemeinsame Initiative ist ein hervorragendes Beispiel für eine sinnvolle Kooperation zwischen der Öffentlichen Hand und einer privaten Organisation: nur so können ambitionierte Projekte umgesetzt und Synergien geschaffen werden.“

Seit Frühjahr 2009 ist der KID das Nationale Referenzzentrum für Krebsinformation in Deutschland. Träger des am DKFZ in Heidelberg angesiedelten „Nationalen Referenzzentrums für Krebsinformation“ sind bislang das BMBF, das BMG und das DKFZ. Künftig wird sich auch die Deutsche Krebshilfe maßgeblich an der Finanzierung beteiligen. Außerdem wird ab Herbst 2009 der Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe in das Nationale Referenzzentrum für Krebsinformation integriert.

Der KID wurde 1986 nach dem Vorbild des amerikanischen Cancer Information Service (National Cancer Institute) gegründet. Mit neutralen und wissenschaftlich abgesicherten Krebsinformationen erfüllt er eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe und trägt zur raschen Verbreitung praxisrelevanter Ergebnisse der transnationalen Krebsforschung bei. Bereits heute erteilt der KID jährlich rund 30.000 Bürgerinnen und Bürgern individuellen Rat auf der Basis von evidenzbasierter Medizin. Außerdem vermittelt der Dienst Adressen von Institutionen und Organisationen der medizinischen und psychosozialen Versorgung und Betreuung von Krebs-Patienten. Der Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe hat ebenfalls eine lange Tradition: In den Anfangsjahren nach der Gründung der Deutschen Krebshilfe 1974 beantwortete Frau Dr. Mildred Scheel – selbst Ärztin – die Anfragen von Patienten und Angehörigen zunächst persönlich. 1982 wurde dann innerhalb der Organisation eine offizielle Anlaufstelle für Ratsuchende geschaffen und ein Informations- und Beratungsdienst etabliert.

Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe e. V.


Krebszeitung

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  • Asco-Brunnen - pixabay
    Medizin

    Personalisierte Krebstherapie – Heilung in Sicht?

    Der Jahreskongress 2012 der amerikanischen Krebsgesellschaft (ASCO) stand in diesem Jahr unter dem Motto „Collaborating to Conquer Cancer“. Dieser Aufruf macht deutlich, welchen hohen Stellenwert die interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit und die Kommunikation mit den Betroffenen im Kampf gegen Krebs besitzen.

    „Im Mittelpunkt unserer Forschung steht der Patient“, sagte der Cancer Communications Committee Chair der ASCO, Nicholas J. Vogelzang, bei der Einführungspressekonferenz. Erstes Ziel ist die Heilung, die für immer mehr Patienten ein realistisches Ziel ist. Zudem können inzwischen viele unheilbare Krebserkrankungen in eine chronische Verlaufsform gebracht werden, mit immer wiederkehrenden Therapien. Deshalb wird heute gefordert, dass der Nutzen einer Behandlung möglichst individuell für jeden Patienten bereits vor der Therapie abgeschätzt werden kann. Zahlreiche zielgerichtete Therapien, die an ganz bestimmten Stellen in den Zyklus von Tumorzellen eingreifen, haben in den letzten 15 Jahren Einzug in die Klinik gehalten. Doch diese sind häufig noch nicht spezifisch genug und es lässt sich nicht vorhersagen, ob ein Tumor auf eine bestimmte „Targeted Therapie“ anspricht. Deshalb beschäftigt die Suche nach so genannten „Biomarkern“ die Krebsforscher weltweit. Hier werden jährlich durch translationale Forschung in Klinik und Labor große Fortschritte erzielt – und es steht zu hoffen, dass für noch mehr Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen in den nächsten Jahren die Heilung in Sicht ist. Hierbei stellt sich die kritische Frage, mit welchen Methoden der weitere Fortschritt erzielt wird, damit das „Gießkannenprinzip: Eine Therapie für Alle“ durchbrochen wird. Auch die Beachtung der Lebensqualität und die Präferenz der Patienten sind noch stärker zu berücksichtigen.

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  • Plakatmotiv Ich bin dabei - Kooperationsgemeinschaft Mammographie | Urs Kuckertz Photography
    Brustkrebs

    Magnetresonanz-Mammographie entdeckt kleinste Brusttumoren, bevor Metastasen entstehen/ 200 internationale Experten tagen vom 27. bis 29. September in Jena

    Die Magnetresonanz-Mammographie (MRM), die Kernspinuntersuchung der Brust, ist eine höchst genaue und dazu strahlungsfreie Methode zum Nachweis kleinster Brusttumoren. „Wir finden damit selbst drei Millimeter kleine Krebsherde“, erklärt Prof. Werner A. Kaiser, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie I am Universitätsklinikum Jena, einer der Pioniere auf dem Gebiet der MRM. „Die Methode ist also erheblich genauer als die beim Screening verwendete Röntgen-Mammographie.“

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