Krebskranke Frauen brauchen mehr Unterstützung

Patientin - pixabay

Krebs: Basler Forscher ebnen den Weg zur effektiven Kombination aus Immun- und Chemotherapie

Bonn (gb) – Am 8. März 2012 jährt sich der Weltfrauentag zum 101. Mal. An diesem Tag machen Frauen weltweit auf ihre Rechte aufmerksam und weisen auf Missstände hin. Die Deutsche Krebshilfe und die Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. (FSH) nehmen den Tag zum Anlass, um auf Defizite bei der Betreuung von Frauen, die an Krebs erkrankt sind, aufmerksam zu machen. „Krebs-Patientinnen sind häufig psychischen Belastungen ausgesetzt“, erläutert Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Sie müssen die lebensbedrohliche Diagnose Krebs verarbeiten, den Berufs- und Familienalltag meistern und fühlen sich trotz eigener Erkrankungen für das Wohlergehen ihrer Angehörigen verantwortlich.“

Wer dann Hilfe braucht, hat es schwer: „Wohnortnahe psychoonkologische Angebote sind in Deutschland rar gesät. Ein zeitnaher Behandlungstermin in erreichbarer Nähe ist wie ein Sechser im Lotto“, so Karin Meißler, stellvertretende Bundesvorsitzende der FSH. „Generell müssen Patientinnen nicht nur weite Fahrtwege zur Therapie in Kauf nehmen, sondern – schlimmer noch – viele Monate auf einen Termin warten.“

Zudem kann sich die psychische Belastung negativ auf den Therapieerfolg auswirken. „Wir wissen, dass Patientinnen, die beispielsweise unter einer schweren Depression leiden, häufig ihre Medikamente nicht regelmäßig einnehmen oder die Therapie sogar ganz abbrechen. Dadurch verschlechtert sich ihre Prognose erheblich“, erklärt Professor Dr. Joachim Weis, Klinik für Tumorbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

„Es besteht dringend Handlungsbedarf, denn etwa 30 Prozent der Patientinnen entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung behandlungsbedürftige psychische Störungen“, so Nettekoven weiter. „Daher müssen künftig psychosoziale Aspekte Teil der medizinischen Grundausbildung sowie Gegenstand entsprechender Fort- und Weiterbildungen sein. Nur dann ist sichergestellt, dass der behandelnde Arzt erkennt, wann seine Patientin neben der medizinischen auch psychische Hilfe benötigt.“

Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe e. V.


Krebszeitung

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  • DKK 2006
    Kongresse

    DKK 2006Zum 27. Deutschen Krebskongress 2006 vom 22. – 26. März 2006 fand im ICC und der Messe Berlin das größte o­nkologische Forum im deutschsprachigen Raum statt. Es wurden dazu rund 8.000 Teilnehmer aus der Grundlagenforschung, den Klinikbereichen, der o­nkologischen Pflege und der Medizinisch- Technischen Assistenzberufe erwartet. Insgesamt 1.344 Referenten und Vorsitzende diskutierten in den rund 350 Veranstaltungen den neuesten Kenntnisstand bei der Vermeidung, Diagnose, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen.

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  • Plakatmotiv Ich bin dabei - Kooperationsgemeinschaft Mammographie | Urs Kuckertz Photography
    Brustkrebs

    Lübecker Krebsforscher plädiert für Seriosität in der Bewertung des Mammographie-Screening

    „Warten, bis man den Brustkrebs spürt, und dann erst zum Arzt – das ist keine Option“, stellt Prof. Alexander Katalinic klar. Der Wissenschaftler vom Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein warnt vor voreiligen Schlüssen aus selektierten Studien und zeigt die Konsequenzen für das Mammographie-Screening-Programm auf.

    „Je früher ein Brustkrebs erkannt wird, umso besser ist die Prognose, umso schonender ist die Therapie. Ist der Brustkrebs bei Entdeckung kleiner als zwei Zentimeter, leben nach zehn Jahren noch über 95 Prozent der betroffenen Frauen. Hat der Tumor erst in den Körper gestreut, sind es nur noch 12 Prozent. „Diese Erkenntnis ist nicht neu und lässt sich jedem Lehrbuch der Frauenheilkunde entnehmen“, betont Katalinic. Den Brustkrebs in einem frühen und damit günstigen Stadium zu erwischen, gelingt nur mit systematischer Früherkennung. Das Mammographie-Screening ist hier die Methode der Wahl.

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