Krebszellen werden gezielt zerstört

Strahlentherapie eines Patienten in der Charité Berlin

Berlin-Buch, 14.09.2005. Zur Therapie einer bestimmten Form von „Lymphdrüsenkrebs“ (B-Zell-Non-Hodgin-Lymphom, follikulärer Typ) setzt die Klinik für Nuklearmedizin des HELIOS Klinikums Berlin-Buch mit der Radioimmuntherapie ein innovatives Verfahren ein. „Die Therapie ist sehr Erfolg versprechend“, berichtet Privatdozent Dr. med. Stefan Dresel, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin, der eng mit dem Internisten und o­nkologen Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig (Robert-R össle-Klinik des HELIOS Klinikums Berlin-Buch) kooperiert. Die erste Patientin, die in Berlin-Buch von dem neuen Therapieansatz profitiert, ist eine 75-jährige Frau. Die Radioimmuntherapie wird bisher nur von wenigen deutschen Krankenhäusern – insbesondere von Universitätskliniken – angeboten.

Neue Radioimmuntherapie gegen Lymphdrüsenkrebs

Die Radioimmuntherapie nutzt die Eigenschaft von Antikörpern, eine bestimmte Oberflächenstruktur von Krebszellen (sog. Antigene) zu entdecken, sich dort anzudocken und bösartige Zellen zu zerstören. Für eine bestimmte Form des Lymphdrüsenkrebses, dem Non-Hodgin- Lymphom, ist es Forschern gelungen, spezifische Antikörper zu entwickeln. Diese monoklonalen, „kalten“ Antikörper erkennen die besondere Oberflächenstruktur von lymphatischen Krebszellen und zerstören diese. Allerdings werden nicht immer alle Krebszellen erreicht, da nicht alle Zellen das Antigen ausreichend an ihrer Oberfläche darstellen.

Radioimmuntherapie

Hier setzt die Radioimmuntherapie an. Zunächst erhalten die Patienten innerhalb einer Woche zweimalig eine Injektion mit „kalten“ Antikörpern zur Vorbehandlung und Absättigung der physiologischen, normalen Bindungsstellen. Hierdurch wird das gesunde Gewebe bestmöglich geschützt. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die radioaktiv markierten Antikörper zur Bindung an die Lymphomzellen zur Verfügung stehen. Nach der zweiten Injektion der „kalten“ Antikörper wird kurze Zeit später eine Injektion mit radioaktiv angereicherten Antikörpern vorgenommen. Eingesetzt wird das Radionuklid Yttrium-90 mit einer Reichweite von zwei bis drei Millimetern und einer kurzen Halbwertzeit von 64 Stunden. Die radioaktiv markierten Antikörper wurden erst Anfang vergangenen Jahres zur Lymphomtherapie zugelassen.

„Tumorzellen werden gezielt aufgespürt und mit einer hohen Strahlendosis zerstört“, erklärt Dr. Dresel das Prinzip der Radioimmuntherapie und versichert: „Durch die kurze Reichweite der radioaktiv markierten Antikörper wird das gesunde Gewebe maximal geschont. Es dringe auch so gut wie keine Strahlung nach außen, für Freunde, Angehörige, Verwandte und das Klinikpersonal bestehe keine Gefahr. Daher kann die Therapie auch ambulant durchgeführt werden. Unsere Patientin konnte die Klinik bereits nach vier Stunden wieder verlassen“, berichtet Dr. Dresel. Mögliche Nebenwirkungen, wie allergische Reaktionen (Hautreizungen, Atemprobleme), traten bei der Behandlung der ersten Bucher Patientin nicht auf.

Hintergrund Lymphdrüsenkrebs:

Das lymphatische System erstreckt sich über den gesamten Körper. Es besteht aus Lymphgefäßen, Lymphknoten, Knochenmark, Milz und Thymus. Lymphatisches Gewebe befindet sich auch in manchen Organen (Dünndarm, Haut, Mandeln). Das lymphatische System ist auch ein Teil des Immunsystems, das den Körper vor Krankheitserregern (Infektionen,
Entzündungen) schützt.

Beim bösartigen Lymphom wird unterschieden zwischen dem Hodgin- und dem Non-Hodgkin-Lymphom. Die Radioimmuntherapie wird zur Therapie einer bestimmten Form des Non-Hodgin-Lymphoms eingesetzt. Daran erkranken in Deutschland jährlich etwa 10.000 Menschen.

Pressemitteilung Helios Research Center GmbH, Torsten Böhmer


Krebszeitung

--Download Krebszellen werden gezielt zerstört als PDF-Datei --


  • Quelle: Björn Schulz Stiftung
    Krebs bei Kindern

    Die Mitarbeiter des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes übergaben am Vormittag des 11.Februars 2005 dem Vorstand der Björn Schulz STIFTUNG und Gründer des Kinderhospizes SONNENHOF, Jürgen Schulz, einen Scheck in Höhe von Euro 2.000,00 für Familien mit einem schwerst- oder unheilbar kranken Kind.

    […mehr lesen]

  • Auf weißen Blutkörperchen von Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie docken zwei Rezeptoren an der Außenseite der Zelle aneinander (oben, blau dargestellt) und lösen über Bausteine an der Innenseite der Zelle (unten) eine Signalkaskade aus. Diese ist ein wichtiger Bestandteil der Umwandlung der Immunzelle in eine sich unkontrolliert vermehrende Krebszelle. Gafik: Dühren-von Minden
    Krebs bei Kindern

    Das Burkitt-Lymphom ist ein bösartiger, rasch wachsender Tumor, der aus einer Unterart der weißen Blutzellen, den B-Lymphozyten des Immunsystems, entsteht und häufig innere Organe sowie das Zentrale Nervensystem befällt. Jetzt haben Dr. Sandrine Sander und Prof. Klaus Rajewsky vom Max-Delbrück- Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ein neues Schlüsselelement identifiziert, das die Immunzellen zu bösartigen Lymphomzellen umfunktioniert. Sie entwickelten ein Mausmodell, das grosse Ähnlichkeit zum Burkitt-Lymphom des Menschen hat und mit dem neue Therapiestrategien zur Behandlung der Erkrankung entwickelt werden können (Cancer Cell, http://dx.doi.org/10.1016/j.ccr.2012.06.012)*.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit

  • Der Therapieresistenz bei Krebs auf der Spur
    am 16. August 2018 um 16:42

    Der Therapieresistenz bei Krebs auf der Spur  Medizin-AspekteFull coverag […]

  • Ein doppelter Albtraum
    am 16. August 2018 um 16:20

    Ein doppelter Albtraum  taz.deEbola-Ausbruch im Kriegsgebiet  Wiener ZeitungOstkongo: Ebola im Kriegsgebiet  Deutsche WelleFull coverag […]

  • Lungenkrebs: Eiweißkomplexe als Ursache und Zielscheibe
    am 16. August 2018 um 15:55

    Lungenkrebs: Eiweißkomplexe als Ursache und Zielscheibe  Pharmazeutische Zeitung onlineMagdeburger Wissenschaftler identifizieren spezielle Eiweißkomplexe als Lungenkrebsursache  Medizin-AspekteFull coverag […]

  • Fast 72.000 Tote durch Rauschgifte
    am 16. August 2018 um 15:06

    Fast 72.000 Tote durch Rauschgifte  FAZ - Frankfurter Allgemeine ZeitungFull coverag […]

  • Seltenes Zombie-Gen macht Elefanten immun gegen Krebs
    am 16. August 2018 um 13:39

    Seltenes Zombie-Gen macht Elefanten immun gegen Krebs  Heilpraxisnet.deZombie-Gen schützt Elefanten vor Krebs  Wissenschaft aktuellEin Zombie-Gen schützt Elefanten vor Krebs  DiePresse.comZombie-Gen LIF6 schützt Elefanten vor Krebs  Deutsche WelleFull coverag […]