Leipziger Forscher eröffnen neue Perspektiven zur Diagnose von Schilddrüsentumoren

Krebssymbol - pixabay
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Die Feinnadelaspirationszytologie (FNAZ) dient der gezielten Entnahme von Gewebe bei Tumorverdacht. Diese Methode hat – bei entsprechender Vorauswahl der Knoten – die höchste Sensitivität und Spezifität, um die häufig gutartigen von wenigen bösartigen Schilddrüsenknoten zu unterscheiden. Bei dem Verfahren sind jedoch etwa 20 Prozent der Befunde nicht eindeutig bestimmbar. Dies führt zu einer hohen Anzahl diagnostischer Operationen. Das Team um den Leipziger Professor Ralf Paschke untersucht spezifische genetische Veränderungen in Schilddrüsenkarzinomen, die etwa zwei Drittel aller Karzinome ausmachen, mit dem Ziel diagnostische Schilddrüsenoperationen reduzieren zu können.

Bisher wurde in allen Studien zusätzlich gewonnenes Material des FNAZ- Verfahrens verwendet, um die Ergebnissituation zu verbessern. Unter der Leitung von Professor Ralf Paschke konnten Forscher kürzlich die Vorteile des Mutationsnachweises in luftgetrockneten Routine FNAZ-Ausstrichen zeigen. Die Verwendung des zusätzlich gewonnenen Materials führt durch Fixierung und Färbung zu einer herabgesetzten Qualität von DNA und RNA und somit zu einer niedrigeren Sensitivität des Tests für die genetischen Merkmale von Schilddrüsenkarzinomen.

Eine niedrigere Fehlerrate und eine höhere Sensitivität könnten durch die Verwendung von Routine-Dünnschichtzytologiematerial für den Mutationsnachweis erreicht werden, da eine bessere Qualität von DNA und RNA zu erwarten ist. Darüber hinaus sollen zusätzliche miRNA Marker analysiert werden, um damit die gutartigen Schilddrüsenknoten und die 40 Prozent mutationsnegativen bösartigen FNAZ-Proben zu identifizieren. Der Nachweis der Mutationen könnte in 30 – 50 Prozent der unklaren FNAZ- Befunde zu einer Karzinom-Diagnose, zu einer weiteren Klärung anderer Zytologie-Kategorien und damit zu einer signifikanten Reduzierung der diagnostischen Schilddrüsenoperationen führen.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 100.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt (Projektleitung):
Prof. Dr. med. Ralf Paschke,
Universität Leipzig
Tel: +49 (0)341 9713201,
E-Mail: Ralf.Paschke@medizin.uni-leipzig.de

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Engagierte junge Menschen mit Krebs


Krebszeitung

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  • Chemotherapie - pixabay
    Hirntumoren

    Ältere Patienten über 65 Jahren, die mit einem bösartigen Hirntumor (Gliom) diagnostiziert wurden, profitieren von einer Chemotherapie mit dem effektiven Wirkstoff Temozolomid sowie jüngere Patienten mit dieser Krebserkrankungen. Genetische Tests können zeigen, ob ältere Patienten auf diese Therapie reagieren. Die Ergebnisse einer klinischen Studie durchgeführt wurden bei einer Arbeitsgruppe der Deutschen Krebsgesellschaft der Neuro-Onkologischen Arbeitsgruppe (NOA), die Prof. Wolfgang Wick leitete, das Universitäts-Klinikum Heidelberg,  dem  Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und  Prof. Michael Weller, Universitätsspital Zürich. Die größte Studie über die Behandlung von älteren Patienten mit bösartigen Hirntumoren ist nun online in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet Oncology“ erschienen.

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  • Bewegung und Sport bei Krebs - Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V.
    Deutsche Krebshilfe

    Neues Magazin der Deutschen Krebshilfe erschienen

    Bonn (ws) –Krebspatienten trainieren in einem Fitnessraum – vor ein paar Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Wer Krebs hat, muss sich schonen und möglichst nicht zu viel bewegen, rieten die Ärzte. Inzwischen zeigen Studien, dass Bewegung und Sport den Patienten hilft und sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Dennoch gehen noch viele Betroffene sehr ängstlich mit dem Thema um. So erging es zunächst auch Kerstin Fiege. Nach ihrer Diagnose glaubte die Brustkrebspatientin „Bewegung ist für mich tabu“. In der aktuellen Ausgabe des Magazins der Deutschen Krebshilfe erzählt sie, wie sie durch Sport Schritt für Schritt zurück ins Leben fand.

    Die alljährliche Untersuchung beim Frauenarzt war für Kerstin Fiege normaler-weise nur ein Termin unter vielen. Doch bei ihrem letzten Besuch entdeckte der Arzt einen Tumor in der linken Brust. Die Welt von Kerstin stand plötzlich Kopf. Weiter Sport zu treiben kam der leidenschaftlichen Joggerin nicht in den Sinn. Sie hatte Angst ihren Körper hierdurch nur zusätzlich zu belasten. Wie Kerstin ergeht es vielen Patienten. Doch „bei allen Krebsformen ist körperliche Aktivität zu empfehlen“ sagt Dr. Freerk Baumann, Dozent an der Deutschen Sporthochschule Köln und Experte für Sport bei Krebs.

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