Leitlinien verbessern Überlebenschancen bei Brustkrebs

Brustkrebsrisiko - © dkfz.de

Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass Brustkrebspatientinnen besonders gute Überlebenschancen haben, wenn sie nach den offiziellen Leitlinien behandelt werden. Dennoch richten sich Ärzte nur in etwa der Hälfte der Fälle nach diesen Empfehlungen. Dies ist eines der Themen auf den 9. Süddeutschen Fortbildungstagen „Neues aus Gynäkologie und Geburtshilfe für Klinik und Praxis“, die vom 11. bis 12. Juli 2008 in Ulm stattfinden.

Das Fachwissen in der Onkologie verdoppelt sich alle zwei Jahre. Daher wird es auch für Ärzte zunehmend komplizierter, neue Therapien richtig einzusetzen. Die interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms spielt eine bedeutende Rolle in der Versorgung von Brustkrebspatientinnen, denn hochqualifizierte Leitlinien bereiten das gegenwärtige Wissen und die existierenden Erfahrungen für die ärztlichen Entscheidungssituationen systematisch auf.

Aktuelle Studienergebnisse aus „BRENDA“, einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt für anwendungsorientierte Brustkrebsforschung, zeigen, dass leitlinienkonform-behandelte Patientinnen eine längere Überlebenszeit haben und länger ohne Rückfall bleiben. Das haben Mediziner an der Universitätsfrauenklinik Ulm bei einer Analyse der Daten von über 6.500 Brustkrebspatientinnen herausgefunden. „80 Prozent der leitliniengerecht therapierten Frauen sind nach fünf Jahren noch ohne Rückfall“, erklärt Prof. Dr. Rolf Kreienberg, Ärztlicher Direktor der Frauenklinik und wissenschaftlicher Leiter der Studie. „Dennoch richten sich die Ärzte nur in etwa der Hälfte aller Brustkrebsfälle nach diesen Empfehlungen. Die Gründe dafür sind vielfältig und sollen nun in einer BRENDA-Folgestudie evaluiert werden“, so Kreienberg. Die wichtigsten Neuerungen der S3-Leitlinie werden während der Süddeutschen Fortbildungstage anhand von Fallbeispielen aus der klinischen Praxis diskutiert.

Weitere Themen der Fortbildungstage sind u. a. besondere Aspekte bei Mehrlingsschwangerschaften, neue Erkenntnisse über Verhütung sowie Möglichkeiten, Frauen mit Krebserkrankungen die Chance auf ein eigenes Kind zu erhalten. Auch die Frage nach Spielräumen und Grenzen in der Reproduktionsmedizin werden diskutiert.

Die Süddeutschen Fortbildungstage zählen zu den renommiertesten Fortbildungsveranstaltungen des Fachgebiets im süddeutschen Raum.

Erwartet werden als Teilnehmer und Referenten mehr als 400 Ärzte und Wissenschaftler aus ganz Deutschland. Veranstalter ist die Universitätsfrauenklinik Ulm.

Petra Schultze
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Ulm
Albert-Einstein-Allee 29
89081 Ulm

Tel.: +49 – (0)731 – 500 43025
Fax: +49 – (0)731 – 500 43026

Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de
Internet: www.uniklinik-ulm.de

 Pressemitteilung Universitätsklinikum Ulm, Petra Schultze


Krebszeitung

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    Lungenkrebs

    Forschern des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main ist es gelungen, eine neue Therapieform zur Behandlung der fortgeschrittenen Metastasierung der Lunge zu entwickeln. Erstmals konnten Lungenmetastasen von Patienten gezielt behandelt werden, bei denen eine chirurgische Entfernung der Streuungsherde nicht möglich ist und auch eine systemische Chemotherapie (intravenöse Chemotherapie) nicht anspricht.

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  • Alkohol ist ein Leberzellgift und kann die Entwicklung von Leberkrebs in drei Stufen initiieren. Durch Teilung gesunder Leberzellen kann der Tod einzelner Leberzellen kompensiert werden. Ein kontinuierlicher Alkoholkonsum verursacht eine chronische alkoholische Leberschädigung mit starker Leberzellteilung. Dabei besteht das Risiko, dass sich einige Leberzellen in Tumorzellen (kleine Zellen) umwandeln und Leberkrebs verursachen.
    Leberkrebs

    Alkohol ist ein Leberzellgift und kann die Entwicklung von Leberkrebs in drei Stufen initiieren. Durch Teilung gesunder Leberzellen kann der Tod einzelner Leberzellen kompensiert werden. Ein kontinuierlicher Alkoholkonsum verursacht eine chronische alkoholische Leberschädigung mit starker Leberzellteilung. Dabei besteht das Risiko, dass sich einige Leberzellen in Tumorzellen (kleine Zellen) umwandeln und Leberkrebs verursachen.Das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist eine Leberkrebserkrankung mit zunehmender Häufigkeit und sehr schlechten Heilungschancen. Regelmäßiger, starker Alkoholkonsum ist ein erwiesener Risikofaktor für die Entstehung von HCC. Obwohl dieser Zusammenhang schon sehr lange bekannt ist, sind die zugrunde liegenden Mechanismen kaum erforscht. Die Arbeitsgruppe um Dr. Yulia Nevzorova aus der Uniklinik der RWTH Aachen will nun die Mechanismen der alkoholbedingten Leberkrebsentstehung analysieren. Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Leberzellteilung nach Alkoholkonsum. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein gezielter Eingriff in den Zellteilungsprozess vor HCC schützen könnte.

    Die unkontrollierte Teilung von Körperzellen führt häufig zu Tumorentstehung und Krebs. In der Leber ist eine präzise Kontrolle der Leberzellteilung besonders wichtig, weil Leberzellen (Hepatozyten) ohnehin ein besonders hohes Teilungspotential besitzen. Da die Leber für die Entgiftung des Körpers zuständig ist, sterben häufig Hepatozyten durch direkten Kontakt mit giftigen Substanzen. Normalerweise wird dieser Zellverlust durch die sogenannte Leberregeneration repariert. Dabei „merken“ gesunde Hepatozyten, dass ihre Nachbarzelle gestorben ist und aktivieren einen Prozess, der als Zellzyklus bezeichnet wird. Dabei verdoppeln die Zellen ihre Erbsubstanz und teilen sich anschließend, wodurch der ursprüngliche Zellverlust kompensiert wird. Bei einer chronischen Leberschädigung zum Beispiel durch regelmäßigen Alkoholkonsum – der sogenannten alkoholischen Lebererkrankung – kann es allerdings zu einer kontinuierlichen Leberzellteilung kommen, wodurch sich das Risiko für die Entstehung von Leberkrebs stark erhöht (siehe Abbildung).

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