Leukämie verstehen und bekämpfen: Neuer Sonderforschungsbereich in Ulm

Leukämie verstehen und bekämpfen: Neuer Sonderforschungsbereich in Ulm - v.l. Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Prof. Dr. Hartmut Döhner, Prof. Dr. Thomas Wirth Foto: UK Ulm

Mit rund 8,8 Mio. Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den kommenden vier Jahren Ulmer Spitzenforschung. Ziel des fächerübergreifenden Forscherteams ist es, neue Erkenntnisse über Grundlagen, Entstehung und Behandlung von Leukämien, im Volksmund auch „Blutkrebs“ genannt, zu gewinnen. Die Sonderforschungsbereiche der DFG sind die bedeutsamsten Forschungsverbünde in Deutschland, die von der öffentlichen Hand gefördert werden.

Leukämie verstehen und bekämpfen: Neuer Sonderforschungsbereich in Ulm - v.l. Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Prof. Dr. Hartmut Döhner, Prof. Dr. Thomas Wirth Foto: UK Ulm„Mit dem neuen Sonderforschungsbereich tragen wir die langjährige umfassende Ulmer Erfahrung auf dem Gebiet der Leukämieforschung in die Zukunft“, erklärt Prof. Dr. Hartmut Döhner, Sprecher des SFB und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III. „Die Besonderheit unseres Forschungsverbundes liegt in der Übertragung von Grundlagenforschung in klinische Forschung und damit in die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten.“

Der Sonderforschungsbereich SFB 1074 „Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien“ ist daher in zwei große Bereiche gegliedert: Acht Teilprojekte suchen nach biologischen Ursachen für die Entstehung verschiedener Leukämieformen. Dabei erforschen die Wissenschaftler u. a. genetische Grundlagen sowie Prozesse, die sich bei der Krebsentstehung innerhalb von Zellen abspielen. Sieben weitere Teilprojekte beschäftigen sich der Analyse von primären Leukämieproben von Patienten, deren Ergebnisse auch zur Entwicklung neuer Therapieansätze beitragen sollen: Wo und mit welchen Mitteln lässt sich die Entstehung von Krebs in Zellen bremsen oder verhindern? Gemeinsam nutzen und entwickeln die Wissenschaftler dabei neue technische Einrichtungen, unter anderem neue Sequenziermethoden für das menschliche Erbgut, um die umfangreichen Daten zu analysieren.

„Dass wir heute bestimmte Formen von Leukämien besser behandeln können, ist auch ein Verdienst der UImer Forschung“, betont Prof. Dr. Klaus- Michael Debatin, stellvertretender Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums und Vizepräsident Medizin der Universität Ulm. „Nur durch umfassende wissenschaftliche Arbeit, wie sie der neue Sonderforschungsbereich fördert, können weitere Fortschritte in der Forschung erreicht werden, die aus dem Labor ihren Weg zum Patienten finden“, so der stellvertretende Sprecher des SFB 1074, der als Ärztlicher Direktor die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin leitet.

Das SFB-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft soll auf eine Profilbildung an den beteiligten Hochschulen hinwirken. „Der neue Sonderforschungsbereich gibt der starken Krebsforschung der Universitätsmedizin Ulm ein neues Gewicht“, betont Prof. Dr. Thomas Wirth, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm und Direktor des Instituts für Physiologische Chemie. „Diese Form der auf Langfristigkeit angelegten Spitzenforschung stärkt unseren Standort und ist für Spitzen- und Nachwuchswissenschaftler hochattraktiv.“

Am neuen Sonderforschungsbereich sind rund 20 Wissenschaftler tätig, weitere 20 Stellen können für wissenschaftliches und 10 Stellen für technisches Personal geschaffen werden. Die Förderung erstreckt sich zunächst über vier Jahre, kann nach weiteren Begutachtungen bis zu zwölf Jahre erfolgen. Für diese Förderperiode hat die DFG 20 neue Sonderforschungsbereiche in ganz Deutschland bewilligt, insgesamt fördert sie aktuell 232 Sonderforschungsbereiche in allen Fachgebieten.

Universitätsklinikum Ulm
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Pressemitteilung Universitätsklinikum Ulm, Petra Schultze


Krebszeitung

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  • Während der Operation durch die Neurochirurgen des UKJ kann unter speziellem UV-Licht des Operationsmikroskops der zu entfernende Hirntumor deutlich sichtbar vom gesunden Hirngewebe unterschieden werden. Foto: UKJ/Medienzentrum
    Hirntumoren

    Tumoren „leuchten“ während des Eingriffs unter UV-Licht / Mehr Präzision

    Während der Operation durch die Neurochirurgen des UKJ kann unter speziellem UV-Licht des Operationsmikroskops der zu entfernende Hirntumor deutlich sichtbar vom gesunden Hirngewebe unterschieden werden. Foto: UKJ/MedienzentrumJena (ukj/dre). Eine neue Operationsmethode bei Hirntumoren ergänzt nun das Behandlungsspektrum der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Jena (UKJ): Dabei werden Hirntumoren durch den Einsatz einer körpereigenen Substanz und speziellem UV-Licht während der Operation sichtbar gemacht. Das ermöglicht eine präzisere Entfernung des Tumors.

    Privat-Dozent Dr. Christian Ewald, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie am Thüringer Universitätsklinikum: „Vor einem Eingriff trinken die Patienten die körpereigene Substanz, eine Vorstufe des Blutfarbstoffes Hämoglobin. Diese reichert sich im Hirntumor an und wird dort zu einem fluoreszierenden Farbstoff umgewandelt.“ Das Ergebnis: Während der Operation kann unter speziellem UV-Licht des Operationsmikroskops der zu entfernende Hirntumor deutlich sichtbar vom gesunden Hirngewebe unterschieden werden. Der Hirntumor leuchtet rosa, während das umgebende, tumorfreie Gewebe dunkelblau strahlt. Eine Herausforderung bei neuro- onkologischen Eingriffen besteht darin, dass hirneigene Tumoren in der Regel weit in das eigentliche Hirngewebe einwachsen und somit als Tumor nur schwer zu erkennen sind. „Gleichzeitig ist das Ziel solcher Operationen, eine nahezu vollständige Tumorentfernung zu erzielen, ohne dabei jedoch relevante Hirnregionen zu gefährden. Das fluoreszenzgestützte Operieren ist ein wichtiger Schritt zu noch mehr Präzision und damit für bessere Ergebnisse der Operationen“, erklärt Klinikdirektor Prof. Dr. Rolf Kalff.

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  • Von Links: Prof. Dr. Dr. Hans-Robert Metelmann - Sybille Seitz - Dr. Christa Maar
    Darmkrebs

    Berlin, 27.02.2008. In der nächsten Woche startet der, von der Felix Burda Stiftung initiierte Darmkrebsmonat März. Zum Auftakt fand heute eine Pressekonferenz zum Thema Darmkrebs – Vorsorge – Früherkennung statt, zu dem die Stiftung, unter der Leitung von Frau Dr. Christa Maar, geladen hatte. Hier wurden die Zahlen von 2002 – 2008 vorgestellt und was noch unbedingt getan werden muss, um die Bevölkerung über die Früherkennungsuntersuchungen aufzuklären, damit diese Krebsart, die jeden von uns treffen kann, frühzeitig erkannt und mit guten Aussichten auf ein Leben mit hoher Lebensqualität geheilt werden kann.

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