Lymphknoten-Sonografie erleichtert Krebsdiagnose

Sonographie
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Ultraschall klärt, ob der Krebs „gestreut“ hat

Bonn – Wenn Ärzte nach einer Krebsdiagnose die Ausdehnung des Tumors beurteilen wollen, stehen die Lymphknoten im Zentrum ihres Interesses: Ob sie befallen sind oder nicht, entscheidet mit darüber, ob die Patienten nach der Operation eine Strahlen- oder Chemotherapie erhalten. Um die Lymphknoten zu beurteilen, nutzen Ärzte vermehrt die Ultraschalltechnik. Der Ultraschall habe sich für die Diagnosestellung und auch zum „Staging“ – also zur Stadieneinteilung – von Krebserkrankungen etabliert, berichten Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) in der „Zeitschrift für Gastroenterologie“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart).

Lymphknoten sind Organe des Immunsystems und der Ursprungsort von Abwehrzellen, die Krankheitserreger bekämpfen. Gleichzeitig filtern sie auch Lymphflüssigkeit, über die sich viele Krebserkrankungen ausbreiten. „Die Untersuchung der Lymphknoten ist deshalb von großer Bedeutung für die Diagnostik und Therapieplanung bei Krebs“, sagt Professor Dr. med. Christoph Dietrich, Chefarzt der Medizinischen Klinik 2 am Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim und Präsident der Europäischen Ultraschallgesellschaft (EFSUMB). Gegenüber anderen bildgebenden Verfahren biete die Lymphknoten-Sonografie den großen Vorteil, dass sie die Patienten keiner Strahlenbelastung aussetzt und die Untersuchung – auch am Krankenbett – beliebig oft wiederholt werden kann. Zudem sei der Ultraschall kostengünstig.

Ein erstes Indiz dafür, ob der Krebs die Lymphknoten befallen hat, ist ihre Größe. „Allerdings sind angeschwollene Lymphknoten oft durch Infektionen verursacht und umgekehrt können auch kleine Lymphknoten Krebszellen in sich tragen“, erklärt Dietrich. Der DEGUM-Experte empfiehlt daher, die Struktur der Lymphknoten genau zu betrachten. Bei einer Entzündung bleibt die normale Struktur meistens erhalten: Das Gewebe der inneren Zone, die vor allem aus Bindegewebe sowie Lymph- und Blutgefäßen besteht, reflektiert die Ultraschallwellen stärker. Sie erscheinen auf dem Bildschirm des Ultraschallgeräts heller. Die „echoarme“ äußere Zone, in der B- und T-Lymphozyten ihre Arbeit verrichten, erscheint dagegen dunkler.

Bei einem Tumorbefall verändert sich der Aufbau der Lymphknoten oft: „Die Lymphknoten zeigen eine unregelmäßige Kontur, innere und äußere Zonen können im Ultraschall kaum unterschieden werden“, erläutert Dietrich. Mit Hilfe der Doppler-Funktion des Ultraschallgeräts untersucht der Experte zudem die Gefäßarchitektur und mittels Kontrastmittelsonographie auch den Blutfluss. Dietrich: „Da Tumore die Bildung von Blutgefäßen fördern, sind die Signale bei einem Krebsbefall über den gesamten Lymphknoten gestreut.“ Wenn sich der Lymphknoten an der Oberfläche befindet, ist auch eine sogenannte „Elastographie“ möglich. Lokale Verhärtungen werden im Ultraschall sichtbar und weisen auf einen frühen Tumorbefall hin.

Wirken Lymphknoten verdächtig, veranlassen Ärzte in der Regel eine Biopsie oder Lymphknotenentnahme: „Letztlich lässt sich nur durch eine Gewebeentnahme sicher klären, ob sich tatsächlich Metastasen gebildet haben“, erklärt Dietrich. Entscheidend sei jedoch, dass die Biopsie unter Ultraschallkontrolle erfolgt. „Wenn wir die Biopsienadel gezielt in die verdächtigen Regionen des Lymphknotens vorschieben, erhöht dies die Diagnosesicherheit beträchtlich“, so der DEGUM-Experte.

Findet der Pathologe Krebszellen in der Gewebeprobe, bedeutet dies, dass Krebszellen auch in Blutgefäße eingetreten sein könnten und sich womöglich auch an anderen Stellen im Körper angesiedelt haben. Die Mediziner raten dann meist zu einer „Systemtherapie“, mit der sich kleine Herde von Krebszellen im ganzen Körper bekämpfen lassen. In der Regel ist dies eine Chemotherapie, je nach Krebsart kommt aber auch eine Hormon- oder Immuntherapie in Frage. Sind die Lymphknoten hingegen frei, reicht häufig eine Operation oder eine lokale Strahlentherapie, um die Krebserkrankung weiter zu behandeln.

Literatur:
Conventional ultrasound for lymph node evaluation, update 2013
X. W. Cui, M. Hocke, C. Jenssen, A. Ignee, S. Klein, D. Schreiber-Dietrich, C. F. Dietrich
Z Gastroenterol 2014; 52(2): 212-221

Im Internet:
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
www.degum.de

Kontakt für Journalisten:
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
Pressestelle
Irina Lorenz-Meyer
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-642/-552
Fax: 0711 8931-984
lorenz-meyer@medizinkommunikation.org

Hirntumore: Millimeter um Millimeter zu einer besseren Prognose


Krebszeitung

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  • Maligne Lymphome: Aktualisierte Broschüre informiert über laufende Studien zur Therapieoptimierung
    Deutsche Krebshilfe

    Erfolgreiches Verbundprojekt der Deutschen Krebshilfe

    Bonn (gb) – Verbesserte Diagnosemöglichkeiten und individuell auf den Patienten abgestimmte Therapien – das sind die Früchte der Arbeit des wissenschaftlichen Verbundprojekts „Molekulare Mechanismen bei malignen Lymphomen“, das die Deutsche Krebshilfe seit 2004 mit insgesamt fast acht Millionen Euro gefördert hat. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stand das Erstellen so genannter molekularer Fingerabdrücke von Lymphknotenkrebs. Diese „kriminalistische“ Herangehensweise ermöglichte den Wissenschaftlern, wichtige Hinweise für die Diagnose und Therapie von Lymphomerkrankungen zu sammeln. Lymphome treten in vielen unterschiedlichen Formen auf und haben in den letzten Jahrzehnten in den westlichen Ländern ständig zugenommen.

    Lymphome entstehen, wenn Gewebezellen der lymphatischen Organe wie Lymphknoten oder Milz zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer Entwicklung unkontrolliert wachsen. Bei der feingeweblichen Untersuchung von Lymphknoten und Lymphgeweben lassen sich die Krankheitsbilder aus dem Kreis der bösartigen Lymphome identifizieren und den Untergruppen Morbus Hodgkin oder Non-Hodgkin-Lymphom zuordnen. Insgesamt gibt es mehr als 50 verschiedene Lymphomarten, die sich nur geringfügig voneinander unterscheiden. Daher fällt es den Ärzten bei bösartigen Lymphomen schwer, eine genaue Diagnose zu erstellen und zu bestimmen, welche Therapie für den Patienten am erfolgversprechendsten ist.

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  • Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V
    Hautkrebs

    Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.VSchleswig-Holstein hat sich vom Bundesland mit der höchsten zu dem mit der niedrigsten Melanom-Sterblichkeit entwickelt. Forscher der Universität zu Lübeck und des Dermato-logischen Zentrums Buxtehude berichten gemeinsam mit amerikanischen Kollegen in der renommierten internationalen Zeitschrift CANCER über die Entwicklung der Hautkrebs-sterblichkeit in Schleswig-Holstein. „Mit der Durchführung des Modelprojekts zum Haut-krebs-Screening hat sich die Sterblichkeit am Melanom in Schleswig-Holstein halbiert“, erklärt der Epidemiologe Prof. Dr. Alexander Katalinic, Universität zu Lübeck. „Damit hat sich Schleswig-Holstein vom Bundesland mit der höchsten zum Bundesland mit der niedrigsten Hautkrebssterblichkeit entwickelt“.

    Deutsch-amerikanische Studie veröffentlicht:

    In ihrer Studie untersuchten die Forschergruppen aus Lübeck, Buxtehude, Boston (USA) und Rhode Island (USA) die zeitliche Entwicklung der Hautkrebssterblichkeit (Melanom/schwarzer Hautkrebs) in Schleswig-Holstein und verglichen diese mit den direkt an Schleswig-Holstein angrenzenden Ländern, bzw. mit Deutschland. Während in den angrenzenden Regionen bzw. in Deutschland nur eine gleichbleibende Tendenz der Melanom-Sterblichkeit festgestellt werden konnte, kam es in Schleswig-Holstein seit Ende 2000 zu einem konstanten Rückgang. In einem zweiten Schritt wurden mögliche Gründe für den beobachteten Unterschied zwischen den Regionen untersucht, wie z.B. unterschiedliche Behandlungsformen oder Präventionsstrategien. „Einziger Faktor, der Schleswig-Holstein von den angrenzenden Regionen unterschied, war das Hautkrebs-Screening, das wir seit 1998 in Schleswig-Holstein im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen entwickelt haben“, erklärt der Dermatologe Prof. Dr. Eckhard Breitbart, Dermatologisches Zentrum Buxtehude. „Damit konnte weltweit erstmals gezeigt werden, dass ein Hautkrebs-Screening die Sterblichkeit des malignen Melanoms nachhaltig senken kann“.

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