Männersache: Der Unfruchtbarkeit auf der Spur

Prof. Dr. med Wolfgang Weidner - Quelle: DGU
Prof. Dr. med Wolfgang Weidner - Quelle: DGU

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist für das betroffene Paar belastend, in vielen Aspekten nicht ausreichend erforscht und ein zunehmendes bevölkerungspolitisches Problem. Wissenschaftspolitisch ist verstanden worden, dass nur eine Förderung der Reproduktionsmedizin dieser Situation abhelfen kann. Dies ist durch die Einrichtung eines eigenen Fachkollegiums für die Reproduktionsmedizin in der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ab 2011 angestoßen worden. Der männlichen Unfruchtbarkeit, die bei jedem 2. unfruchtbaren Paar eine wichtige Rolle spielt, kommt in diesem interdisziplinären Bereich eine besondere Rolle zu, wobei deutsche Urologen federführend an einem Netzwerk Reproduktionsmedizin der Deutschen Forschungsgemeinschaft mitarbeiten, das jetzt formal initiiert werden soll.

Grundlage hierfür ist die bisherige erfolgreiche Förderung zweier DFG-Forschergruppen, einmal der klinischen Forschergruppe zur männlichen Unfruchtbarkeit durch Störungen der Spermatogenese, die unter Prof. Dr. Wolfgang Weidner und Prof. Dr. Klaus Steger aus der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie in Gießen jetzt in die zweite Verlängerung geht. Diese Forschergruppe beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit molekularen Ursachen der gestörten Samenzellbildung im Hoden und ist interdisziplinär urologisch-reproduktionsanatomisch aufgestellt.

Die dezentrale Forschergruppe „Germ Cell Potential“ unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Gromoll aus dem Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA) in Münster untersucht das ganze Spektrum der künstlichen Befruchtung von der Keimzelle bis zur Geburt des Kindes. Eine Besonderheit dieser Gruppe ist ihre Interdisziplinarität zwischen Andrologen, Urologen, Gynäkologen, Humangenetikern und Biologen sowie die Einbeziehung der Stammzellforschung im Bereich der männlichen und weiblichen Keimzellen. In Münster sind insbesondere das MPI für molekulare Biomedizin und das CeRA an Stammzellaspekten sowohl der männlichen als auch der weiblichen Reproduktion forschungsaktiv.

Ziel der Aktivitäten ist die nachhaltige Implementierung der Reproduktionsmedizin in ein Forschungsnetzwerk für Deutschland, das bereits durch regelmäßige wissenschaftliche Treffen und einen regen Austausch zwischen den Arbeitsgruppen vorbereitet wird und in dem selbstverständlich Urolog(inn)en und urologische Androlog(inn)en fest und nachhaltig integriert sind.

Referent: Prof. Dr. med. Wolfgang Weidner,
Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie,
Kinderurologie und Andrologie Universitätsklinikum Gießen

Pressekonferenz des DGU-Kongress 2011

Pressemitteilung DGU-Pressestelle


Krebszeitung

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    Struktur des Mikrophthalmie-assoziierten Transkriptionsfaktors MITF. Deutlich erkennbar ist der neu entdeckte Knick. Strukturelle Veränderungen durch Mutationen bei Menschen (Tietz- oder Waardenburg-Syndrom) sind rot markiert, solche bei der Maus in Orange. - Bild: Vivian Pogenberg, EMBL HamburgMit dem Röntgenblick von DESYs Forschungslichtquelle DORIS haben Forscher aus Hamburg und Island die Struktur eines zentralen molekularen Schalters entschlüsselt, der eine wichtige Rolle bei der gefährlichsten Form von Hautkrebs spielt, dem Melanom. Die Ergebnisse, die in der Dezemberausgabe des Fachjournals „Genes & Development“ erscheinen, werfen ein neues Licht auf die Funktion des sogenannten Mikrophthalmie-assoziierten Transkriptionsfaktors MITF.

    MITF wird nicht nur mit Hautkrebs in Verbindung gebracht, sondern auch mit verschiedenen Erbkrankheiten, bei denen die Produktion des Hautpigments Melanin gestört ist. Es spielt auch eine Rolle bei manchen Aspekten des Alterns. „Unsere Ergebnisse können eine rationale Grundlage für die Entwicklung maßgeschneiderter Wirkstoffe liefern, die an MITF angreifen“, erläutert Erstautor Vivian Pogenberg von der Hamburger Auβenstelle des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie EMBL.

    Das Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist ein bösartiger Tumor der pigmentproduzierenden Zellen. Diese sogenannten Melanozyten stellen das Hautpigment Melanin her. Das Melanom ist zwar nicht die häufigste Form von Hautkrebs, aber die mit der höchsten Todesrate: Rund drei von vier Hautkrebs-Todesfälle gehen auf Melanome zurück. Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Melanomen spielen Fehlfunktionen im Mikrophthalmie- assoziierten Transkriptionsfaktor MITF. Allgemein steuern Transkriptionsfaktoren welche Teile des Erbguts in einer Zelle abgelesen und in Baupläne für Proteine umgesetzt werden. In einer einzelnen Zelle ist jeweils zu einer bestimmten Zeit nur ein kleiner Teil aller Gene aktiv.

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