Medizintechnik ermöglicht schonendere Darmkrebs-Operationen

Dickdarm Aquarell Quelle: dkfz

Darmkrebs kann noch immer nicht ohne eine Operation geheilt werden. Doch die chirurgischen Techniken haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Im Frühstadium ist häufig eine schonende „Schlüsselloch“-Operation möglich, bei fortgeschrittenen Tumoren erhöhen ausgedehnte Operationen und der Einsatz von Zytostatika die Überlebenschancen der Patienten, berichtet ein Experte anlässlich der Pressekonferenz am 11. September 2014 zur MEDICA EDUCATION CONFERENCE.

In Deutschland erkranken pro Jahr mehr als 73.000 Menschen an Darmkrebs. Etwa 46.000 Patienten überleben, weil der Tumor rechtzeitig entfernt werden kann und eventuell eine Chemotherapie die Bildung von Metastasen verhindert. „Darmkrebsoperationen sind für Bauchchirurgen seit langem ein Routineeingriff, doch die Techniken haben sich in mehreren Bereichen entscheidend verbessert“, erläutert Prof. Tobias Keck vom Campus Lübeck des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. „Die Patienten sind dank einer Periduralanästhesie schmerzfrei und sie können durch eine schnelle und forcierte Mobilisation Bett und Krankenhaus früher verlassen“, erläutert der Direktor der Klinik für Chirurgie. Hinzu käme, dass ein früher Kostaufbau das Komplikationsrisiko nach der Operation verringere.

Immer mehr Patienten werden minimal-invasiv operiert. Die Chirurgen entfernen dabei den Tumor mit Spezialinstrumenten über kleine Öffnungen in der Darmwand. Auf eine großflächige Eröffnung des Bauchraums kann dadurch verzichtet werden. Anfangs gab es Bedenken, dass die Krebsgeschwulste nicht vollständig entfernt würden. „Neue Langzeitstudien über 10 Jahre zeigen, dass die Rückfallraten des Krebsleidens nicht erhöht sind und das Überleben an Tumoren gleich ist wie bei der offenen Operation“, versichert Professor Keck. Er erwartet, dass sich das in Deutschland noch nicht flächendeckend verfügbare Verfahren in den nächsten Jahren durchsetzen wird: „Durch die Minimierung der Zugangswege ist dies ein sehr schonendes Verfahren für die Patienten.“

Im Bereich des Rektums, dem letzten Abschnitt des Dickdarms verwenden einige Chirurgen bereits Roboter. Auch dies könnte laut Professor Keck die Ergebnisse verbessern und die Operation für den Patienten sicherer machen, dazu existieren aber noch keine Studien.

Bei fortgeschrittenem Darmkrebs erhalten viele Patienten heute vor der Operation eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung, die die Tumoren verkleinern. Diese sogenannte neoadjuvante Radiochemotherapie kann laut Professor Keck häufig verhindern, dass es am Ort der Operation zu einem erneuten Krebswachstum, dem Lokalrezidiv, kommt.

Wenn der Darmkrebs sich im Bauchfell ausgebreitet hat oder die Leber befallen hat, war früher keine Heilung mehr möglich. Heute ermöglichen die Chirurgen ihren Patienten durch eine Entfernung des Bauchfells, Peritonektomie genannt, eine Heilungschance. Danach wird der Bauchraum mit einer erwärmten Zytostatikalösung gespült. „Die intraoperative hypertherme Chemotherapie ist in Verbindung mit der Peritonektomie heute ein etabliertes Therapiekonzept“, erläutert der Chirurg.

Auch Metastasen in der Leber werden immer häufiger operiert. Auch hier kommen in spezialisierten Kliniken minimal-invasive Verfahren zum Einsatz. Die neueste Entwicklung sind „navigierte Verfahren“, die den Chirurgen den Weg zu den Metastasen zeigen. Professor Keck erklärt: „Wir können dann die Metastasen gewebesparend entfernen oder veröden“.

Weitere Informationen zur Conference und das Programm finden Sie im Internet unter www.medica.de/mec1

Pressemitteilung von DGIM/MEDICA EDUCATION CONFERENCE  Anne-Katrin Döbler/Stephanie Priester

Gemeinsam gegen Darmkrebs – Vorsorge kann Leben retten


Krebszeitung

--Download Medizintechnik ermöglicht schonendere Darmkrebs-Operationen als PDF-Datei --


  • Das Rosemarie-Fuchs-Haus auf Sylt - Quelle: Björn Schulz Stiftung
    Krebs bei Kindern

    Das Rosemarie-Fuchs-Haus auf Sylt - Quelle: Björn Schulz StiftungBerlin, März 2006. Ihre Ostereier suchen Lena und Robert aus Brandenburg in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Nordseeinsel Sylt. Beide sind schwerkrank beziehungsweise haben gerade eine kräftezehrende Therapie hinter sich gebracht. Die Geschwister der beiden werden auch mitfahren. Die Björn Schulz STIFTUNG ermöglicht seit vielen Jahren Familien mit einem krebs- oder chronisch kranken Kind den Aufenthalt in einem wunderschönen reetgedeckten Fischerhaus auf Deutschlands berühmtester Nordseeinsel.

    […mehr lesen]

  • Kompressionstherapie beim Arm-Lymphödem - Das Positive daran, ich kann damit alt werden - Bildrechte: medi GmbH & Co. KG
    Seltene Tumorarten

    Berlin – Bei Frauen, die an einem Vulvakarzinom, dem Krebs des äußeren weiblichen Genitals, erkrankt sind, sinken die Überlebenschancen, wenn die Lymphknoten befallen sind. Strahlentherapie oder eine kombinierte Radiochemotherapie kann die Überlebenszeit der Patientinnen deutlich verlängern. Das zeigt eine Studie führender deutscher Behandlungszentren, auf die jetzt die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) hinweist. Besonders bemerkenswert ist, dass offenbar bereits Frauen mit nur einem befallenen Lymphknoten von der Strahlenbehandlung profitieren könnten, erklärt die DEGRO anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar.

    Bösartige Geschwulste im Bereich der weiblichen Schamlippen sind selten. In Deutschland erkranken jedes Jahr 3400 bis 4000 Frauen am Vulvakarzinom. Die Tendenz ist allerdings steigend, was auf vermehrte Infektionen mit krebsauslösenden Warzenviren, den humanen Papillomaviren, zurückgeführt wird. „Eine alleinige Operation kann das Vulvakarzinom nur in einem sehr frühen Stadium heilen“, berichtet DEGRO-Präsident Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck. Hat der Tumor dieses frühe Stadium überschritten, entfernen die Ärzte bei der Operation vorsichtshalber die Lymphknoten in der Leistengegend. Die weitere Therapie hängt dann davon ab, ob in den Lymphknoten Tumorzellen entdeckt werden. Zu den möglichen Behandlungen bei nachgewiesenem Lymphknotenbefall gehören eine Bestrahlung und teilweise zusätzlich eine Chemotherapie.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit

  • Krank durch Stress: Wenn sich Zellen nicht mehr schützen können
    am 27. Mai 2018 um 09:02

    Krank durch Stress: Wenn sich Zellen nicht mehr schützen können  Gesundheitsstadt BerlinWie Stress unserem Körper schadet: Zellen im Aufräumwahn  Heilpraxisnet.deWenn Stress sichtbar wird: Stressgranula mit fatalen Wirkungen?  LaborpraxisFull coverag […]

  • Inzwischen neun Ebola-Tote im Kongo
    am 27. Mai 2018 um 07:31

    Inzwischen neun Ebola-Tote im Kongo  Augsburger AllgemeineZahl der Ebola-Toten steigt Behörden bestätigen Opfer im Kongo  Kölnische RundschauDer rettende Pieks  ZDFheuteImpfen gegen die drohende Ebola-Katastrophe  TagesspiegelFull coverag […]

  • Meine Gelddruckmaschine
    am 26. Mai 2018 um 14:42

    Meine Gelddruckmaschine  wallstreet-onlineFull coverag […]

  • Mit neuer Antibiotika-Alternative bakterielle Infektionen bekämpfen
    am 26. Mai 2018 um 14:33

    Mit neuer Antibiotika-Alternative bakterielle Infektionen bekämpfen  Heilpraxisnet.deForscher entwickeln Antibiotika-Alternative  Ärzte ZeitungFull coverag […]

  • WHO warnt vor Nipah-Erreger
    am 26. Mai 2018 um 12:29

    WHO warnt vor Nipah-Erreger  tagesschau.deNipah-Virus 2018: Killer-Virus auf Vormarsch! Droht uns jetzt eine Pandemie?  news.deIndien: Tödlicher Nipah-Virus ausgebrochen - Midestens 10 Tote  Berchtesgadener AnzeigerFull coverag […]