MHH-Ärzte erfolgreich gegen Blutkrebs

Elektronenmikroskopische Aufnahme der Interaktion von Lymphomzellen mit Epithelzellen der Blutgefäße. Foto: Wilting
Elektronenmikroskopische Aufnahme der Interaktion von Lymphomzellen mit Epithelzellen der Blutgefäße. Foto: Wilting

Nationales Transplantationsregister belegt die hohe Qualität der Stammzelltherapie für erwachsene Leukämie-Patienten an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)

Wenn bei Blutkrebs (Leukämie) eine Strahlen- oder Chemotherapie nicht erfolgreich war, ist eine Blutstammzell-Transplantation oft die einzige Möglichkeit für eine Heilung des Patienten. Meist sind Spender und Empfänger dabei zwei verschiedene Personen (allogene Blutstammzelltransplantation).

Bei allogenen Stammzelltransplantationen, die im ersten halben Jahr nach der Diagnose bestimmter Blutkrebserkrankungen durchgeführt wurden, ist die MHH-Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) unter der Leitung von Professor Dr. Arnold Ganser besonders erfolgreich: Im deutschlandweiten Durchschnitt können etwa die Hälfte der erwachsenen Patienten mit einer akuten myeloischen Leukämie (AML) mit einer Stammzelltransplantation geheilt werden, wohingegen es bei MHH-Patienten 62 Prozent sind. Bei der AML verdrängen Krebszellen in Knochenmark und Blut die normale Blutbildung.

Weiterhin konnten deutschlandweit 40 Prozent der Patienten mit den Blutkrebs-Formen Myelodysplastisches Syndrom (MDS) und Myeloproliferative Neoplasien (MPN) geheilt werden, wohingegen 52 Prozent der MHH-Patienten wieder gesund werden konnten. MDS sind Knochenmarks-Erkrankungen, bei denen die Blutbildung gestört ist und die in eine AML übergehen können und MPN sind Bluterkrankungen, die aufgrund krebsartig veränderter Stammzellen entstehen. Patienten gelten als geheilt, wenn es fünf Jahre nach der Transplantation keine Transplantations-Folgen oder Krankheitsrückfälle gegeben hat.

Der Vergleich der MHH mit den anderen Zentren war möglich, weil das das Deutsche Register für Stammzelltransplantationen (DRST) alle Patienten registriert hat, die von 1998 bis 2012 in Deutschland Blutstammzellen transplantiert bekommen hatten. Erstmals bekamen die Direktoren der Kliniken mitgeteilt, wie viel Prozent der transplantierten Patienten deutschlandweit im Durchschnitt die ersten fünf Jahre nach der Transplantation überlebten und wie viel Prozent ihrer eigenen Patienten die Fünfjahresgrenze überschreiten konnte. „Die Ergebnisse zeigen die außerordentlich gute Qualität der allogenen Stammzelltransplantation an der MHH für die Diagnosen AML und MDS / MPN. Die erstmalige Erfassung ist eine Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind und den Vergleich mit anderen Zentren nicht scheuen müssen. Eine solche Auswertung hilft auch Patienten bei ihrer Entscheidung, wo sie sich transplantieren lassen wollen“, sagt Professor Ganser.

2012 wurden in Deutschland in 45 Zentren allogene Stammzelltransplantationen bei Erwachsenen durchgeführt. Es waren insgesamt mehr als 3.100 Knochenmark-/Blutstammzelltransplantationen, davon fast 2.900 Ersttransplantationen – 35,8 Prozent bei AML und 16,6 Prozent bei MDS. Die Tendenz ist seit zehn Jahren kontinuierlich ansteigend. An der MHH wurden in den vergangenen Jahren zwischen 20 und 45 Erwachsene pro Jahr mit einer AML allogen transplantiert, bei den MDS waren es bis zu 22 Patienten pro Jahr.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Arnold Ganser, Direktor der MHH-Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation. Telefon (0511) 532-3020, ganser.arnold@mh- hannover.de.

Pressemitteilung Medizinische Hochschule Hannover, Stefan Zorn

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    DGU-Kongress 2012

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    Aktueller Wissenschaftsaustausch in allen Bereichen der Urologie prägte das Kongressprogramm mit über 100 Einzelveranstaltungen. Thematisch dominierten urologische Tumorerkrankungen, die rund ein Viertel der Krebserkrankungen in Deutschland ausmachen. Besonders diskutiert wurden erste Ansätze für die Umsetzung einer individualisierten Tumortherapie.

    Im Blickpunkt des öffentlichen Interesses stand die Präventions-Initiative der DGU, die vor urologischen Folgeerkrankungen des Metabolischen Syndroms warnt. Die Botschaft formuliert Kongresspräsident Prof. Müller: „Wir Urologen wollen unsere Patientinnen und Patienten, und das sind ganz ausdrücklich auch junge Männer, lebenslang bei der Gesunderhaltung begleiten.“ Ein neuer kostenloser Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen dient der Aufklärung.

    Auch die deutsche Prostatakrebsstudie PREFERE braucht Öffentlichkeit, denn für die Forschung nach der besten Therapie bei lokal begrenztem Prostatakrebs werden mehr als 7000 teilnehmende Patienten gesucht. Darüber hinaus bekräftigten die Urologen in Leipzig ihre Forderung nach verbindlichen Standards in der medizinischen Aus- und Weiterbildung. Der Generalsekretär, Prof. Dr. med. Oliver Hakenberg, kündigte eine Novellierung der Musterweiterbildungsordnung an, in der das Fach Urologie mit seinen Kerngebieten gestärkt werden soll. Insbesondere sind die Reintegration der medikamentösen Tumortherapie und der Andrologie Ziele, die die DGU dabei anstrebt.

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