Mit einem Roboter den Speiseröhrentumor entfernen

Der Chirurg bedient die Roboterarme an der Konsole (links). Foto: Intuitive Surgical

Die chirurgische Entfernung der Speiseröhre, im Allgemeinen wegen eines bösartigen Tumors, ist trotz aller medizinisch technischen Fortschritte nach wie vor eine ausgesprochen große und gefährliche Operation. Als erste in Europa sind Chirurgen am Universitätsklinikum Heidelberg nun in der Lage, derartige Eingriffe komplett auf endoskopischem Wege mit Hilfe eines „OP-Roboters“ durchzuführen.

Heidelberger Chirurgen führen innovatives OP-Verfahren in Europa durch / Vorteile durch schonendes und genaues Operieren

Der Chirurg bedient die Roboterarme an der Konsole (links). Foto: Intuitive Surgical„Wir möchten diesen schonenden und sehr präzisen Eingriff vor allem Patienten anbieten, bei denen bislang eine Operation zu riskant und nicht erfolgversprechend genug erschien“, sagt Professor Dr. Dr. h.c. Markus W. Büchler, Geschäftsführender Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Das Team seines Oberarztes Privatdozent Dr. Carsten Gutt sammelt seit Frühjahr 2003 Erfahrungen mit dem OP-Roboter DaVinci, insbesondere bei der chirurgischen Behandlung des Sodbrennens.

„Der Roboter bietet einige ganz entscheidende Vorteile nicht nur gegenüber den klassischen offenen Operationsverfahren sondern auch der konventionellen minimal-invasiven Technik“, erklärt Dr. Gutt. „Während bei der konventionellen endoskopischen Technik die Beweglichkeit des Operateurs durch die starren Instrumente deutlich eingeschränkt ist, ermöglichen die Greifhände des Roboters eine für endoskopisch tätige Chirurgen völlig ungewohnte Beweglichkeit. Auch schwierige und komplexe Präparationsschritte sind mit dieser Form der Schlüssellochchirurgie nun möglich.“

Chirurg steht nicht am OP-Tisch, sondern sitzt an der Steuerkonsole

Bei der Computer-assistierten Operation steht der Chirurg nicht mehr direkt am OP-Tisch. Er befindet sich an einer Steuerkonsole, wobei ihm ein spezielles Sichtvisier einen dreidimensionalen Blick auf das Operationsfeld bietet. Gleichzeitig führen seine Hände Steuerinstrumente, welche die Bewegungen des Operateurs auf die instrumentierten Arme des Roboters übertragen. Diese sind, zusammen mit der Kamera, in den Bauchraum des Patienten eingeführt und vollführen dort die notwendigen chirurgische Feinarbeiten exakt so, wie es den Bewegungen des Operateurs an der Konsole entspricht.

Diese Technik soll nun auch den Patienten mit Speiseröhrenkrebs zugute kommen. Eine Entfernung des erkrankten Abschnitts kann die Erkrankung zwar nur in einem frühen Stadium heilen, doch werden Lebensqualität und Überlebenszeit durch eine Tumorresektion meist erhöht. Nach wie vor ist die herkömmliche Entfernung des Tumors und die Verbindung von verbliebener Speiseröhre und Magen jedoch ein vergleichsweise riskanter Eingriff, da neben dem Bauchraum auch der Brustkorb geöffnet werden muss. Bis zu 8 Prozent der Patienten sterben an Komplikationen dieses großen und belastenden Eingriffes. Vor allem die Lunge ist betroffen, da ein Lungenflügel während der Operation zeitweise nicht belüftet werden kann.

„Die OP mit dem Roboter hat den Vorteil, dass die Speiseröhre komplett minimal-invasiv ohne hohe Verletzungsgefahr entfernt werden kann und beide Lungenflügel permanent beatmet werden“, sagt Dr. Gutt. Der dreidimensionale Einblick in das Operationsfeld und die präzisen Instrumente beschränken den Blutverlust während der Operation, ein Vorteil vor allem für Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen.

Die Heidelberger Chirurgen möchten nun den innovativen Eingriff an einer größeren Zahl von Patienten durchführen, um die Risiken und Chancen wissenschaftlich einschätzen zu können.

Bei Rückfragen:

Privatdozent Dr. Carsten Gutt:
E-Mail: Carsten.Gutt@med.uni-heidelberg.de

Pressemitteilung Universitätsklinikum Heidelberg, Dr. Annette Tuffs


Krebszeitung

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  • Struktur des Mikrophthalmie-assoziierten Transkriptionsfaktors MITF. Deutlich erkennbar ist der neu entdeckte Knick. Strukturelle Veränderungen durch Mutationen bei Menschen (Tietz- oder Waardenburg-Syndrom) sind rot markiert, solche bei der Maus in Orange. - Bild: Vivian Pogenberg, EMBL Hamburg
    Hautkrebs

    Struktur des Mikrophthalmie-assoziierten Transkriptionsfaktors MITF. Deutlich erkennbar ist der neu entdeckte Knick. Strukturelle Veränderungen durch Mutationen bei Menschen (Tietz- oder Waardenburg-Syndrom) sind rot markiert, solche bei der Maus in Orange. - Bild: Vivian Pogenberg, EMBL HamburgMit dem Röntgenblick von DESYs Forschungslichtquelle DORIS haben Forscher aus Hamburg und Island die Struktur eines zentralen molekularen Schalters entschlüsselt, der eine wichtige Rolle bei der gefährlichsten Form von Hautkrebs spielt, dem Melanom. Die Ergebnisse, die in der Dezemberausgabe des Fachjournals „Genes & Development“ erscheinen, werfen ein neues Licht auf die Funktion des sogenannten Mikrophthalmie-assoziierten Transkriptionsfaktors MITF.

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