Nachhilfe für die Strahlentherapie

Strahlentherapie - Quelle: Deutsche Krebshilfe
Strahlentherapie - Quelle: Deutsche Krebshilfe

Immer mehr Krebspatienten können heute durch Strahlentherapie – allein oder in Kombination mit Chirurgie oder Chemotherapie – geheilt werden. Im Deutschen Krebsforschungszentrum suchen Wissenschaftler der Klinischen Kooperationseinheit Strahlentherapie unter der Leitung von Professor Dr. Dr. Peter Huber nach Möglichkeiten, die Wirksamkeit dieser Behandlungsform weiter zu verbessern. Eine Achillesferse des Tumors, die die Forscher dabei anvisieren, ist die Neubildung von Blutgefäßen, Angiogenese genannt.

Verbessert eine Kombination von Strahlentherapie und der Blockade von Integrinen, Schlüsselmolekülen der Angiogenese, die Heilungschancen bei Krebs?

Tumoren sind ab der Größe eines Stecknadelkopfes auf Versorgung durch die Blutgefäße angewiesen. Werden ihnen diese Lebensadern abgeschnitten, kommt das Tumorwachstum zum Stillstand. Um die Gefäßneubildung zu unterdrücken, sind Integrine ein geeigneter Angriffspunkt. Die rund 20 Mitglieder dieser Proteinfamilie koordinieren die Wechselwirkung von Zellen untereinander und regulieren den Kontakt mit der umgebenden Proteinmatrix. Bei der Formierung neuer Blutgefäße sind Integrine unverzichtbar.

Die Heidelberger Forscher testeten erstmals eine Kombination aus Bestrahlung und dem Medikament S247, einer Substanz, die die Funktion der Integrine gezielt blockiert. Bei Untersuchungen in der Kulturschale wirkt die Kombitherapie sowohl gegen Tumorzellen als auch gegen gefäßbildende Endothelzellen wesentlich besser als Bestrahlung allein. Die Kombination wurde auch an Mäusen geprüft, denen Tumoren des Menschen (Glioblastom, Haut- und Prostatakrebs) transplantiert worden waren.

Hier verlangsamten beide Behandlungsformen gemeinsam das Tumorwachstum ohne erkennbare Toxizität mehr als doppelt so stark wie eine der Einzeltherapien. Außerdem bildeten Tumoren der kombiniert behandelten Tiere deutlich weniger Blutgefäße. Wie die Wissenschaftler zeigten, rührt der synergistische Effekt der Kombination daher, dass die Integrin-Blockade einen Angiogenese fördernden Effekt der Strahlen neutralisiert: Als Überlebensstrategie reagieren Endothelzellen mit einer Steigerung ihrer Integrinproduktion auf die Bestrahlung. Dadurch dringen sie leichter in das Tumorgewebe vor.

Der Wirkstoff S247 wirkt diesem Effekt entgegen, außerdem fördert die Substanz den programmierten Zelltod von Endothelzellen. Die Forscher ermitteln nun den optimalen zeitlichen Abstand zwischen Medikament und Bestrahlung, um anschließend in klinischen Studien zu prüfen, ob die Integrin-Inhibitoren auch bei Patienten die Heilungschancen einer Krebstherapie verbessern.

Amir Abdollahi et al: Inhibition of alphavbeta3 Integrin Survival Signaling Enhances Antiangiogenic and Anti-tumor Effects of Radiotherapy. Clin Cancer Research 11:6270, 2005

Pressemitteilung Deutsches Krebsforschungszentrum, Dr. Julia Rautenstrauch


Krebszeitung

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  • Anwendungsbeispiel einer Photodynamischen Therapie mittels Ala und Laserlicht beim Lungenkrebs - Grafik: D.Höwing
    Deutsche Krebshilfe

    Kaiserslautern (nh) – Die Deutsche Krebshilfe fördert die Optimierung der photodynamischen Therapie bei Lungenkrebs. Das Prinzip dieser Therapie: Der Patient erhält Farbstoffe, die sich selektiv im Krebsgewebe anreichern und dann zu lichtempfindlichen Stoffen umwandeln. Die anschließende Bestrahlung mit Licht löst zellzerstörende Prozesse im Tumor aus – ohne gesundes Gewebe zu beeinträchtigen. Die photodynamische Therapie soll in Kombination mit Operation und Strahlentherapie vor allem bei Tumoren in den äußeren Bereichen der Lunge eingesetzt werden, da diese eine besonders schlechte Heilungschance haben.

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  • Beispiele von Analyse-Befunden mit den PTEN-Gensonden. Das rote und das grüne Signal markieren die beiden Enden des Genes, der Zellkern ist blau gefärbt. a) normale Situation eines Zellkernes mit zwei Kopien eines jeweils intakten PTEN Genes. b) Verlust eines PTEN Genes. Die zweite Kopie ist intakt. c) Eine Kopie des PTEN Gens ist intakt, das zweite zeigt separate rote und grüne Signale und ist somit zerbrochen. d) Eine Kopie des PTEN Gens ist komplett verloren, die zweite ist zerbrochen.
    Prostatakrebs

    Beispiele von Analyse-Befunden mit den PTEN-Gensonden. Das rote und das grüne Signal markieren die beiden Enden des Genes, der Zellkern ist blau gefärbt. a) normale Situation eines Zellkernes mit zwei Kopien eines jeweils intakten PTEN Genes. b) Verlust eines PTEN Genes. Die zweite Kopie ist intakt. c) Eine Kopie des PTEN Gens ist intakt, das zweite zeigt separate rote und grüne Signale und ist somit zerbrochen. d) Eine Kopie des PTEN Gens ist komplett verloren, die zweite ist zerbrochen.Prostatakrebs ist eine Tumorart die häufig bei Männern auftritt. Der Tumor wird durch Genveränderungen jener Zellen ausgelöst, welche die Samenflüssigkeit produzieren. Wichtig hierfür ist das Gen PTEN, das wie eine Bremse das Zellwachstum kontrolliert. Eine Veränderung oder der Verlust dieses Genes gehen mit aggressiven Tumoren einher. Erst kürzlich hat das Forschungsteam um Dr. Sarah Minner von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf entdeckt, dass dieses Gen auch durch Zerbrechen inaktiviert werden kann. Wie häufig dieser Defekt vorkommt, welche Bedeutung er für die Aggressivität der Tumoren hat und zu welchem Zeitpunkt er auftritt soll im Rahmen einer Studie untersucht werden.

    Prostatakarzinome sind wie kein anderer Tumortyp durch Genbrüche charakterisiert. Bisherige Forschungen deuten darauf hin, dass es sich um frühe Ereignisse handeln könnte, die als „Vorläufer“ weiterer Defekte bis hin zum vollständigen Verlust einzelner oder sogar größerer Gruppen von Genen auftreten. Insbesondere vom PTEN Gen ist bekannt, dass die natürlicherweise vorkommenden zwei Kopien dieses Genes nacheinander verloren gehen, wobei der Verlust beider Genkopien insbesondere mit metastasierten und Therapieresistenten Tumoren assoziiert ist.

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