Neoadjuvante Therapie beim invasiven Harnblasenkrebs

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Bei 6.000 – 6.500 Menschen in Deutschland tritt jedes Jahr bereits ein fortgeschrittener Harnblasenkrebs vor, das bereits metastasiert ist. Davon könnten mit ungefähr 2.000 Patienten eine perioperative Chemotherapie erhalten und damit profitieren. Bei dieser voroperativen neoadjuvanten Chemotherapie soll der Tumor und vorliegende Metastasen verkleinert werden, z.B. in den Lymphknoten.

Also kann eine neoadjuvante Chemotherapie dabei häufig die Operabilität des Tumors verbessern und zeigte in Studien ebenso wie die adjuvante Chemotherapie einen Überlebensvorteil gegenüber alleiniger operativen Therapie. Dies zeigten Studien, wie bei Leissner und Gschwend et al., die zeigten, dass die Prognose bei einer nodalen Metastasierung bei Harnblasenkrebs sich dramatisch verschlechtert. Somit ist die Selektion von Patienten, die vor der Operation einer Chemotherapie erhalten sollten, wie auch der nachfolgenden Chemotherapie erhalten sollten.

Dabei muss man sich klar machen, dass eine systemische Chemotherapie beim Harnblasenkarzinom tumorsensibel ist. Dabei hatte in Studien bewiesen, dass eine Kombinationstherapie mit MVAC, CMV und Cis/Gem eine Ansprechrate von 40-70% zeigten.

Ein Video zum Beitrag finden Sie hier:

Die Vorteile einer neodadjuvanten Chemotherapie

  • Sofortige Behandlung von Mikrometastasen
  • In vivo-Chemo-Sensiviätstestung
  • Besserer Allgemeinzustand vor der OP
  • Effektive dosierte Chemotherapie präopertiv möglich
  • Down-Staging ist möglich
  • Theoretische Möglichkeit des Blasenerhalts

Nachteile einer neoadjuvanten Chemotherapie

  • Zeitverzögerung bis zur devinitiven Lokaltherapie: >12 Monate zwischen Diagnose und OP ist ungünstig
  • Eventuell unnötige Chemotherapie-exposition bei falscher Stadieneinteiling (unnötige Toxizität)
  • Keine individuelle Vorhersage des Ansprechens möglich
  • Subgruppe erleidet möglicherweise unnötige Nebenwirkungen
  • Schlimmster Fall: Kein Ansprechen und keine weitere Therapie möglich, da sich der Allgemeinzustand zu stark verschlechtert.

In den verschiedensten Metaanalysen von Studien hatten bereits 2005 einen 10%igen Vorteil bei dem Überleben der Neoadjuvanten Chemotherapie gezeigt.

Fazit der neoadjuvanten Therapie

  • Neoadjuvante Chemotherapie erhöht die Lebensrate bei T3 (NO/N+)
  • Der absolute Überlebensvorteil beträgt 5%-8% nach 5 Jahren
  • Dies sind z.B. bei Mammakarzinom und Bronchialkarzinom Größenordnungen, die zu einer Veränderung der Standardtherapie geführt haben
  • Standardtherapie bei Patienten, die in guten Allgemeinzustand sind (?)
  • Prädikation (klinisch/molekular) ist notwendig für optimale Patientenselektion
  • Umsetzung in die Praxis?

Vortrag von Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer

Autor und Video von: Detlef Höwing vom 10.03.2014

Welche Patienten profitieren von der Blasenkrebs-Früherkennung?


Krebszeitung

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    Brustkrebs

    Ergebnisse der Langzeitbeobachtung im Rahmen der TARGIT-Studie in The Lancet veröffentlicht

    Eine gezielte einmalige Strahlenbehandlung direkt im Anschluss an die chirurgische Entfernung eines Tumors kann eine echte Alternative zum gängigen Verfahren bei der brusterhaltenden Krebstherapie sein, bei dem sich die betroffenen Frauen nach der Operation über Wochen täglich einer Bestrahlung der Brust unterziehen müssen. Das bestätigen die Daten der Langzeitbeobachtung von Patientinnen, die im Rahmen der internationalen TARGIT-Studie (TARGeted Intraoperative Radiation Therapy) behandelt worden sind.

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