Neue Ansatzpunkte für die Brustkrebstherapie

Brustuntersuchung - Quelle: Humannews
Brustuntersuchung - Quelle: Humannews

Brustkrebstherapie: Die Arbeitsgruppe „Breast Cancer Research“ am Bonner Forschungszentrum caesar hat nachgewiesen, wie gesunde Zellen des Brust­gewebes durch den körpereigenen Eiweißstoff YB-1 in Krebszellen umgewandelt werden. YB-1 löst fehlerhafte Zellteilungen aus, die zur Tumorbildung führen. In der aktuellen Ausgabe der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift Cancer Research (Volume 65, Number 10, May 15, 2005, 4078 – 87) sind jetzt die Ergebnisse erschienen, die in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Charité der Humboldt-Universität Berlin, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, Berlin-Buch und des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg entstanden sind. Die Forscher sind davon überzeugt, dass die Erkenntnisse neue Ansatzpunkte für die Brustkrebstherapie bieten.

caesar-Forscher klären einen Mechanismus der Entstehung von Brustkrebs auf

Jährlich erkranken weltweit rund eine Million Frauen und circa 10.000 Männer an Brustkrebs. Der klinische Verlauf der Erkrankung ist langwierig und häufig sterben die Patienten, weil die Krebszellen resistent gegen eine Chemotherapie geworden sind. Etwa fünf Prozent der Brustkrebserkrankungen sind erblich bedingt (Mutationen in den BRCA1- und BRCA2-Genen). Bei 95 Prozent ist dagegen der exakte Entstehungsmechanismus weitgehend unbekannt.

In früheren Arbeiten konnten die caesar-Forscher um Dr. med. Hans-Dieter Royer erstmals zeigen, dass YB-1, ein körpereigener Eiweißstoff des Menschen, in Brustkrebszellen verstärkt gebildet wird und mit der Multimedikamenten-Resistenz zusammenhängt. Normalerweise spielt YB-1 bei der Zellteilung und anderen biologischen Vorgängen, die mit der Abwehr von Umweltbelastungen zu tun haben, eine Rolle. In Brustgewebezellen führen erhöhte Konzentrationen von YB-1 zur Zellteilung, wie durch transgene Mäuse gezeigt wurde. Allerdings ist die von YB-1 aktivierte Zellteilung fehlerhaft und verursacht genetische Schäden, beispielsweise überzählige Chromosomen, wie die Forscher herausgefunden haben. Genau dieser Mechanismus bewirkt die Entwicklung von Brustkrebs in den transgenen Tieren.

Bei bösartigen Tumoren des Menschen ist sehr häufig die Anzahl und Struktur der Chromosomen, die das Erbgut enthalten, verändert. Es ist unklar, ob diese genetische Instabilität eine Ursache oder eine Konsequenz der Tumorbildung ist. Die Ergebnisse der caesar-Forscher weisen darauf hin, dass sie zumindest beim Brustkrebs die Tumorbildung verursacht.

Das internationale Forschungszentrum caesar (center of advanced european studies and research) hat 1999 die Arbeit aufgenommen. Mit inzwischen über 220 Mitarbeitern forschen interdisziplinäre Teams in den Bereichen Materialwissenschaften/ Nanotechnologie, Biotechnologie und Medizintechnik. Forschung und industrielle Anwendung gehen Hand in Hand: caesar entwickelt innovative Produkte und Verfahren und unterstützt die Wissenschaftler bei Firmenausgründungen.

Pressemitteilung caesar – center of advanced european studies and research, Francis Hugenroth


Krebszeitung

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  • Aktuelles Brustkrebswissen: Inge Althaus von Komen Deutschland (3.v.l.) übergibt Andrea Hahne vom Sana Klinikum Hameln-Pyrmont die erste Pink-Infotasche. Mit dabei waren Helmut Kiesewalter von der Volksbank Hameln-Stadthagen, Jutta Bergmann von der Stiftung der Niedersächsischen Volksbanken und Raiffeisenbanken und der Chefarzt der Gynäkologie Dr. med Thomas Noesselt Foto: Sana Klinikum
    Brustkrebs

    Aktuelles Brustkrebswissen: Inge Althaus von Komen Deutschland (3.v.l.) übergibt Andrea Hahne vom Sana Klinikum Hameln-Pyrmont die erste Pink-Infotasche. Mit dabei waren Helmut Kiesewalter von der Volksbank Hameln-Stadthagen, Jutta Bergmann von der Stiftung der Niedersächsischen Volksbanken und Raiffeisenbanken und der Chefarzt der Gynäkologie Dr. med Thomas Noesselt                                                       Foto: Sana KlinikumHameln/Frankfurt – Der gemeinnützige Verein zur Heilung von Brustkrebs Komen Deutschland liefert jetzt 20.000 „Pink-Infotaschen“ in ganz Deutschland aus. Die Taschen werden von DHL Paket an rund 170 zertifizierte Brustzentren in den 16 Bundesländern verschickt. Damit erhält mehr als jede vierte Frau, die in diesem Jahr neu an Brustkrebs erkrankt, wichtige und aktuelle Informationen der Fachgesellschaften, aktuelle Patientenratgeber, Leseproben, Flyer von Selbsthilfegruppen und eine Broschüre von Komen Deutschland.

    „Von außen eine Tasche wie viele, doch das Innenleben ist wie ein Care-Paket mit elementaren und wichtigen Informationen für Frauen, die neu an Brustkrebs erkrankt sind“, sagte Andrea Hahne in Hameln, die als eine der ersten die neue „Pink-Infotasche“ des gemeinnützigen Vereins für die Heilung von Brustkrebs Komen Deutschland in der Hand hielt. „Diese Taschen habe ich als Patientin kennen gelernt, und ich gebe sie nun mit Überzeugung an unsere Patientinnen weiter.“ Andrea Hahne, die nach eigener Brustkrebserkrankung ein psychosoziales Beratungsangebot am Sana Klinikum Hameln-Pyrmont aufgebaut und das BRCA-Netzwerk für Familien mit erblichem Brustkrebs mit gegründet hat, erhielt im Brustzentrum des Sana Klinikums Hameln-Pyrmont am 3. September eine von etwa 2.000 Taschen für Niedersachsen, wofür die Stiftung der Niedersächsischen Volksbanken und Raiffeisenbanken die Kosten übernommen hat.

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  • Links die normale Lage der Nebennieren (gelbe Pfeile) im Körper, rechts ein Nebennieren-karzinom in einer kernspintomographischen Darstellung. Bild: Medizinische Klinik
    Medizin

    Die Indikation für die Dialysebehandlung bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung ist relativ klar umrissen. Seit 2007 gibt es die „Qualitätssicherungsrichtlinie Dialyse“, im Rahmen derer jede einzelne Dialysebehandlung evaluiert wird. Wie in keiner anderen medizinischen Disziplin unterliegt die Arbeit der Nephrologen somit einer ständigen Qualitätskontrolle. Dieses System hat sich bewährt – letztlich wurde dadurch auch der Vorfall in Aurich, bei dem der Verdacht besteht, dass ohne hinreichende Indikation Dialysebehandlungen durchgeführt wurden, aufgedeckt. Die DGfN wirkt an der vollständigen Aufklärung nachdrücklich mit.

    Dialyse rettet jeden Tag weltweit hunderttausenden von Menschen das Leben, sie kann die Entgiftungs- und Wasserausscheidungsfunktionen von schwer geschädigten Nieren weitgehend ersetzen. Bei einer GFR (glomeruläre Filtrationsrate, ein Maß für die „Filterleistung“ der Nieren; vereinfacht oft als „Prozent Nierenfunktion“ bewertet) unter 15 ml/min/1,73m2 kann bei chronisch nierenkranken Patienten ein Dialysebeginn in Erwägung gezogen werden, besonders dann, wenn klinische Symptome der Harnvergiftung wie Übelkeit, nicht beherrschbarer Bluthochdruck, Elektrolytentgleisungen, extremer Juckreiz oder abnehmende Leistungsfähigkeit es erfordern. Bei der Mehrzahl der Patienten wird mit der Dialysebehandlung allerdings erst begonnen, wenn die GFR bereits deutlich niedriger liegt (d.h. zwischen 5 und 7 ml/min/1,73 m²).

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