Neue Behandlungsmethode für Patienten mit Lebermetastasen an der MHH

Leberzellkrebs-Frueherkennungspass
Leberzellkrebs-Frueherkennungspass

Mit der minimal-invasiven Chemosaturation können Tumoren effektiv bekämpft werden

Professor Dr. Micheal Manns (links) und Professor Dr. Frank Wacker (rechts) bei einer Fallbesprechung. - "Foto: MHH/Kaiser"
Professor Dr. Micheal Manns (links) und Professor Dr. Frank Wacker (rechts) bei einer Fallbesprechung. – „Foto: MHH/Kaiser“

Spezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben erstmals eine neue Therapie zur Behandlung von Lebertumoren erfolgreich an zwei Patienten eingesetzt. Dabei handelt es sich um die sogenannte Chemosaturation. Sie bietet insbesondere bei Patienten, bei denen keine andere Behandlung mehr anspricht, die Möglichkeit, den Tumor in der Leber effektiv zu bekämpfen. Die minimal-invasive Methode wird bislang nur an wenigen spezialisierten Kliniken in Deutschland angewendet.

Bei der Chemosaturation fluten die Mediziner die Leber durch die Schlagader mit einem hochdosierten Chemotherapeutikum. Während dieses Eingriffs wird die Leber durch einen zweiten speziellen Katheter vom übrigen Blutkreislauf des Körpers isoliert, das Leberblut wird außerhalb des Körpers durch besondere Filter geleitet. Das gereinigte Blut fügen die Ärzte anschließend wieder dem Blutkreislauf zu. Dadurch sind die Nebenwirkungen des Zytostatikums geringer. Die Patienten können nach einem Klinikaufenthalt von wenigen Tagen wieder ihren alltäglichen Gewohnheiten nachgehen. Die Chemosaturation kann bei nicht operablen bösartigen Tumoren der Leber oder metastasierten Tumoren, die auf die Leber beschränkt sind, eingesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Lebermetastasen beim kolorektalem Karzinom (Darmkrebs), beim Melanom (Hautkrebs) oder beim Aderhautmelanom im Auge. Auch lebereigene Tumoren können mit der Methode behandelt werden.

An der MHH wird der aufwendige Eingriff von einem eingespielten Team aus Hepatologen, Onkologen, Radiologen, Anästhesisten und Kardiotechnikern durchgeführt. „Wir freuen uns sehr, dass das Ärzteteam mit der Chemosaturation das Angebot der minimal-invasiven regionalen Tumorbehandlungen in der Leber ergänzen kann und erhoffen uns davon eine weitere Aufwertung der MHH als Spitzenzentrum bei der Behandlung von Lebertumoren“, sagt Professor Dr. Michael Peter Manns, Direktor der MHH-Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. „Zusammen mit anderen Behandlungsmethoden bieten wir mit der Chemosaturation an der MHH nun ein sehr breites Spektrum von Therapieverfahren bei bösartigen Lebererkrankungen an“, ergänzt Professor Dr. Frank Wacker, Direktor des MHH-Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Zu dem Behandlungsspektrum gehören außerdem die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT), bei der radioaktive Mikrokügelchen zur Bestrahlung der bösartigen Zellen direkt ins Tumorgewebe gebracht werden, und die Transarterielle Chemoembolisation (TACE), bei das Chemotherapeutikum zusammen mit einem Embolisationsmittel in die tumorversorgenden Gefäße gegeben werden. Darüber hinaus werden auch die Radiofrequenz- und die Mikrowellenablation angeboten. Dabei wird das Tumorgewebe durch hochfrequenten elektrischen Strom beziehungsweise Hitzeeinwirkung zerstört.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Frank Wacker, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Telefon (0511) 532-3421, wacker.frank@mh-hannover.de, Professor Michael Peter Manns, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, Telefon (0511) 532-3305, manns.michael@mh-hannover.de.

Pressemitteilung
Medizinische Hochschule Hannover, Stefan Zorn


Krebszeitung

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  • Plazierung des TiLOOP-Four Netzes
    DGGG-Kongress 2008

    Plazierung des TiLOOP-Four Netzes

    (Berlin) Vaginale Netzinterpositionen haben in der Deszensuschirurgie eine rasante Entwicklung genommen. Verschiedenste Materialien wurden bisher angewandt. Es hat sich aber in den letzen Jahren gezeigt, dass titanbeschichtete Polypropylen-Netze die besten Eigenschaften mit den geringsten Komplikationen aufweisen. Während des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), vom 16.-19.September 2008 im Hamburger CCH, erläutert Dr. med. Jörg Neymeyer, vom Berliner Kontinenzzentrum, die Vorteile und stellt neueste Operationsmethoden zu diesem Thema vor.

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  • Prof. Dr. med. Michael Stöckle - Quelle: Wahlers PR
    DGU-Kongress 2013

    Seit Jahren wird unter Urologen, mehr aber noch in den Publikumsmedien über den Stellenwert bzw. das Nutzen- Schaden-Verhältnis der PSA-gestützten Früherkennung des Prostatakarzinoms kontrovers diskutiert. Es ist eine unvermeidliche Nebenwirkung eines jeden Früherkennungsprogramms, dass Auffälligkeiten, Befunde und Krankheitsstadien entdeckt und oft auch behandelt werden, deren Nichtentdeckung und Nichtbehandlung den Betroffenen nicht geschadet hätten. Diese Schattenseiten eines jeden Früherkennungsprogramms werden unter den Stichworten Überdiagnostik und Übertherapie zusammengefasst. Das ist bei der PSA-gestützten Früherkennung des Prostatakarzinoms nicht anders als bei anderen Früherkennungsprogrammen, beispielsweise dem Mammographie-Screening.

    Das Ausmaß von Überdiagnostik und Übertherapie lässt sich noch nicht abschließend quantifizieren, hierzu bräuchte man die Endergebnisse der europäischen PSA-Screening-Studie (ERSPC). Die ERSPC-Studie ist die einzige Studie weltweit, die in einigen Jahren zumindest annäherungsweise eine Quantifizierung des Nutzen-Schaden-Verhältnisses und des Problems von Überdiagnostik und Übertherapie erlauben wird. Von der ERSPC-Studie sind derzeit die Elf-Jahresdaten publiziert. Das bedeutet, dass die Studienteilnehmer, denen die PSA-gestützte Früherkennung entweder empfohlen oder nicht empfohlen war, seit elf Jahren unter Beobachtung stehen. Dies bedeutet andererseits aber nicht, dass die im Rahmen dieser Früherkennungsstudie nachgewiesenen Prostatakarzinome auch schon allesamt elf Jahre nachbeobachtet sind, weil viele Prostatakarzinome ja erst im Verlauf der Studie auffallen.

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