Neue Serum-Biomarker indizieren Prostatakrebs-Therapie

Histologischer Schnitt durch eine Prostata mit normaler Drüsenstruktur (links) und Tumorzellherden (rechts). Farblich unterscheidbar sind Zellkerne (braun), Bindegewebe (blau) und Drüsenlumen (weiße Bereiche). Maßstab/ Vergrößerung: 200-fach Quelle: NGFN

Histologischer Schnitt durch eine Prostata mit normaler Drüsenstruktur (links) und Tumorzellherden (rechts). Farblich unterscheidbar sind Zellkerne (braun), Bindegewebe (blau) und Drüsenlumen (weiße Bereiche). Maßstab/ Vergrößerung: 200-fach Quelle: NGFNDas Prostatakarzinom ist der am häufigsten vorkommende Tumor bei Männern in Deutschland. Etwa 60.000 Männer erkranken jedes Jahr. Doch nur für eine Minderheit der Patienten ist die Krebserkrankung lebensbedrohlich und damit eine unmittelbare Therapie erforderlich.

Bisher sind keine wenig-invasiven Methoden verfügbar, um zuverlässig die klinische Relevanz einer Tumorerkrankung zu ermitteln – so werden zu viele Patienten ohne Notwendigkeit operiert. Die NGFN-Wissenschaftler Dr. Jan Brase, Dr. Ruprecht Kuner und Prof. Dr. Holger Sültmann vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg wiesen bestimmte microRNAs im Blutserum von Patienten mit Prostatakrebs als vielversprechende Biomarker nach. MicroRNAs sind kurze, hoch konservierte Erbgut-Schnipsel.

Sie greifen regulatorisch in fast alle zellulären Prozesse ein, indem sie verhindern, dass bestimmte Erbinformationen in Proteine übersetzt werden. Die Forscher identifizierten zwei microRNAs, miR-141 und miR-375, die im Serum von Patienten mit aggressiverer Form von Prostatakrebs deutlich vermehrt vorlagen.

Auch im Prostatatumorgewebe konnte ein Anstieg dieser beiden microRNAs im Vergleich zu Prostatagewebe gesunder Personen nachgewiesen werden. Nachfolgende Studien internationaler Forschungsgruppen mit unabhängigen Patientenkollektiven bestätigten die Ergebnisse.

Damit stellen diese Moleküle vielversprechende Biomarker für die Diagnose- und Prognoseabschätzung von Prostatakrebs dar. Die Methode der Serum-microRNA‐Analyse wurde inzwischen auch erfolgreich auf weitere klinische Fragestellungen in anderen Tumoren übertragen. In klinischen Studien muss nun ermittelt werden, ob eine Biomarker-Analyse den bestehenden diagnostischen Methoden überlegen ist.

Originalpublikationen:
Brase et al. (2011) Circulating miRNAs are correlated with tumor progression in prostate cancer. Int J Cancer. doi: 10.1002/ijc.25376.
Kuner et al. (2013) microRNA biomarkers in body fluids of prostate cancer patients. Methods. doi: 10.1016/j.ymeth.2012.05.004.

Newsletter des NGFN, Ausgabe August 2013

Prostatakrebs: Auf der Jagd nach verdächtigen Genen


Krebszeitung

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