Neue Therapie bei Lungenkrebs

Legende: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Lungenmetastase: Tumorzellen (grün) formen solide Tumorknoten, die in engem Kontakt mit umgebenden Kapillaren (rot) stehen. Die wechselseitige Kommunikation zwischen Tumorzellen und Endothelzellen ermöglicht das Wachstum von Metastasen. Endothelzellen können das Tumorwachstum dabei aktiv fördern. - Quelle: Oliver Meckes (Eye of Science) / H. Augustin (DKFZ)
Legende: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Lungenmetastase: Tumorzellen (grün) formen solide Tumorknoten, die in engem Kontakt mit umgebenden Kapillaren (rot) stehen. Die wechselseitige Kommunikation zwischen Tumorzellen und Endothelzellen ermöglicht das Wachstum von Metastasen. Endothelzellen können das Tumorwachstum dabei aktiv fördern. - Quelle: Oliver Meckes (Eye of Science) / H. Augustin (DKFZ)

Für Patienten mit metastasiertem Lungenkrebs gibt es künftig eine neue Behandlungsmethode neben der klassischen Chemotherapie. Weist ihr Tumor eine bestimmte Genmutation auf, kann ein neuer zielgerichteter Wirkstoff eingesetzt werden. Für die betroffenen Patienten bedeutet dies, dass sie im Schnitt ein weiteres Jahr mit dieser Krankheit überleben. Dies konnten u.a. Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) in zwei internationalen Studien nachweisen. Die Ergebnisse der Gesamtanalyse wurden jetzt in einem der renommiertesten Fachmagazine für Onkologie, The Lancet Oncology, veröffentlicht.

Das Lungenkarzinom, im Volksmund Lungenkrebs, ist eine der häufigsten onkologischen Erkrankungen. 55.600 Personen erkrankten 2014 in Deutschland neu daran, verlässlichen Schätzungen zufolge. Das Lungenkarzinom ist bei Frauen die dritthäufigste und bei Männern die zweithäufigste Krebserkrankung.

„Bislang wurden die Betroffenen vor allem chemisch therapiert. Künftig können wir sie viel zielgerichteter behandeln. Sogar dann, wenn sich bereits Metastasen in ihrem Körper gebildet haben“, erklärt Prof. Dr. Martin Schuler, Studienleiter in Deutschland und Direktor der Inneren Klinik (Tumorforschung) am UK Essen. Voraussetzung ist, dass sie zu den 12 bis 15 Prozent der Patienten gehören, deren Tumor eine bestimmte Genmutation aufweist: EGFR Exon 19. Betroffene können dann mit dem Wirkstoff Afatinib behandelt werden.

Die neue Therapie verbessert die Prognose der Patienten erheblich: Zum ersten Mal konnte nachgewiesen werden, dass die Betroffenen durch die Behandlung mit der zielgerichteten Substanz im Schnitt ein Lebensjahr hinzugewinnen. Prof. Schuler: „Das ist schon sehr beachtlich, denn die Sterblichkeit bei Lungenkrebs ist vergleichsweise hoch: 21 Prozent der betroffenen Frauen und 16 Prozent der Männer leben noch fünf Jahre nach Ausbruch der Krankheit.

Basis der Untersuchung bilden die Studien LUX-Lung 3, unter Beteiligung des Westdeutschen Tumorzentrums, und LUX-Lung 6. Untersucht wurde die Wirkung einer Erstlinientherapie mit dem Wirkstoff Afatinib gegenüber der klassischen Chemotherapie. Aufgrund dessen empfehlen die Wissenschaftler, bei klinisch stabilen Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom der Lunge das Ergebnis der EGFR-Mutationsanalyse abzuwarten, die in der Regel nur wenige Tage dauert.

Weitere Informationen:
Christine Harrell, T. 0201/723-1615, christine.harrell@uk-essen.de

http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(14)71173-8

Pressemitteilung
Universität Duisburg-Essen, Beate Kostka M.A.

Lungenkrebs: Stereotaktische Bestrahlung auch im Frühstadium eine Alternative zur Operation


Krebszeitung

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  • Senologie-Kongress 2012
    Brustkrebs

    Senologie-Kongress 2012Stuttgart – Aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung erkranken in Deutschland immer mehr Frauen an Brustkrebs. Die Zahl der Todesfälle hat jedoch im letzten Jahrzehnt abgenommen. Die Deutsche Gesellschaft für Senologie führt diese günstige Entwicklung auf die Früherkennung und verbesserte Behandlung bei der mit Abstand häufigsten Krebserkrankung bei Frauen zurück. Welchen Stellenwert die Strahlentherapie nach brusterhaltender Operation auf Rezidivraten und Überlebensraten hat, erläutern Experten im Rahmen der Kongress-Pressekonferenz am 5. Juli in Stuttgart.

    Die meisten Frauen in Deutschland überleben den Brustkrebs: Auf knapp 75.000 Erkrankungen kommen nur etwa 17.500 Todesfälle, Tendenz fallend. Zu verdanken ist dies neben der Früherkennung vor allem der guten Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen bei der Therapie, sagt der diesjährige Kongresspräsident Professor Dr. med. Wilfried Budach vom Universitätsklinikum Düsseldorf. Chirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten hätten in den letzten Jahren Behandlungskonzepte entwickelt, die immer besser auf das Stadium und die Aggressivität des Tumors abgestimmt werden. Als Beispiel für den Erfolg nennt Budach die Radiotherapie nach brusterhaltender Operation. Ihr Ziel ist die Vernichtung von Tumorzellen, die nach der Operation in der Brust zurückbleiben.

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  • v.links n.rechts: Bernd Schmidt, Friedrich Carl Janssen, Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Gerd Nettekoven - Foto: D.Höwing
    Deutsche Krebshilfe

    Berlin – Die Deutsche Krebshilfe hat für ihre Arbeit im Jahr 2007 erstmals mehr als 100 Millionen Euro aus der Bevölkerung erhalten. Mit den ihr anvertrauten Spenden förderte sie 172 neue, richtungweisende Projekte. „Wir tragen dazu bei, die Ver­sorgung krebskranker Menschen in Deutschland zu verbessern und die Krebsforschung voran zu bringen“, sagte Friedrich Carl Janssen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, heute, am 3. Juli 2008, bei der Jahres-Pressekonferenz in Berlin. „Unsere Aktivitäten und Erfolge sind jedoch nur möglich durch die hohe Spendenbereitschaft der Bevölkerung“, so Janssen. Er dankte den Bürgern für das Vertrauen, das sie in die Arbeit der Deutschen Krebshilfe setzen und versicherte: „Ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Spenden und die entsprechende Transparenz sind für uns selbstverständlich“.

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