Neue Therapien für Hodgkin-Patienten

Hodgkin/Reed-Sternberg (HRS)-Zellen - Quelle: nature com
Hodgkin/Reed-Sternberg (HRS)-Zellen - Quelle: nature com

Kongress diskutiert Ergebnisse zu neuen Krebsmedikamenten

Vom 12.-15. Oktober 2013 findet das 9. Internationale Hodgkin Symposium im Kölner Gürzenich statt. Rund 1.000 Ärzte und Wissenschaftler aus aller Welt diskutieren aktuelle Erkenntnisse zum Hodgkin Lymphom – einer Krebserkrankung des lymphatischen Systems, von der in Deutschland jedes Jahr rund 2.000 zumeist junge Menschen betroffen sind. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen aktuelle Studienergebnisse zu neuen Wirkstoffen, von denen erwartet wird, dass sie mittelfristig die Chemo- und Strahlentherapien bei dieser Tumorerkrankung ersetzen können. Veranstalter ist die Deutsche Hodgkin Studiengruppe (GHSG) unter der Leitung von Prof. Dr. med. Andreas Engert (Uniklinik Köln).

Unbehandelt führt das Hodgkin Lymphom zum Tod. Doch durch stetig verbesserte Therapieregime, bei denen mehrere chemotherapeutische Substanzen kombiniert und gegebenenfalls durch eine strahlentherapeutischen Behandlung ergänzt werden, können inzwischen über 80 Prozent der Erkrankten geheilt werden. In den vergangenen Jahren war es das Ziel der Ärzte und Wissenschaftler, die Aggressivität der Therapien zu verringern. Mit Spannung wird auf dem Kongress deshalb die Endauswertung der HD13-Studie der Kölner Hodgkin Studiengruppe erwartet, die möglicherweise den bislang geltenden Therapiestandard für Hodgkin- Patienten in frühen Stadien in Frage stellen und eine weitere Therapiereduzierung für diese Patientengruppe nahe legen wird.

Doch damit wollen sich die Kölner Hodgkin-Experten nicht zufrieden geben: „So wie wir Vorreiter für erfolgreiche Kombinationschemotherapien waren, wollen wir in unseren Studien vermehrt Substanzen einsetzen, die ganz gezielt die Tumorzellen angreifen“, umreißt Professor Dr. med. Andreas Engert die Ziele seiner Studiengruppe. Beispielsweise wurde mit Brentuximab Vedotin erst im letzten Jahr ein zielgerichtetes Therapeutikum gegen das auf Hodgkin-Zellen vorkommende CD30-Antigen für Patienten mit einem Rezidiv in Deutschland zugelassen. „Dieser Wirkstoff hat das das Potential, Hodgkin Lymphom-Zellen ohne zusätzliche Chemo- und Strahlentherapie zu vernichten“, erläutert der Onkologe. „Bei vielen Patienten, die zuvor auf keine der üblichen Chemotherapien ansprachen, konnte mit dieser neuen Behandlung eine deutliche Rückbildung der Tumorerkrankung beobachtet werden“, so Engert. Im Rahmen des Kongresses werden auch erste Ergebnisse mehrerer kleiner Studien vorgestellt, die das Medikament bei zuvor nicht behandelten Patienten eingesetzt haben. „Ich gehe davon aus, dass mittelfristig die meisten Hodgkin-Patient dieses zielgerichtete Immuntherapie erhalten und damit nebenwirkungsarm von ihrer Krankheit befreit werden können“, wagt Engert einen Blick in die Zukunft.

Für die zahlreichen niedergelassenen und in Kliniken tätigen Onkologen wird am Rande des Kongresses erstmals ein hämatologisches Fortbildungsprogramm (Hematology Educational) stattfinden, bei dem für den aktuellen Versorgungsalltag relevante Grundlagen zu verschiedenen onkologischen Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems vermittelt werden.

Weitere Informationen und das Programm des 9. Internationale Hodgkin- Symposiums sind auf der Kongresswebsite verfügbar: www.hodgkinsymposium.org
. Dort gibt es auch ein Online-Formular zur Kongressanmeldung.

(Fach-)Journalisten, die für den Kongress akkreditiert werden oder Interviewtermine mit ausgewiesenen Lymphomexperten vereinbaren möchten, benutzen bitte das angehängte Rückmeldeformular.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Andreas Engert
Klinik I für Innere Medizin
Uniklinik Köln | D-50924 Köln
Tel. +49 (0)221 478-5966
E-Mail: a.engert@uni-koeln.de

Silke Hellmich
KML | Information & Kommunikation
Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.
Uniklinik Köln | D-50924 Köln
Tel. +49 (0)221 478-7405
E-Mail: silke.hellmich@uk-koeln.de

Die Deutsche Hodgkin Studiengruppe ist Mitglied im Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V., einem Zusammenschluss führender deutscher Lymphom- Studiengruppen und Versorgungseinrichtungen. Die Kooperation trägt dazu bei, die Kommunikation und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaftlern, Ärzten und Betroffenen zu verbessern und neue Ergebnisse aus der Forschung schnellstmöglich in die Patientenversorgung zu überführen. Auch Patienten und Selbsthilfeverbände sind eingebunden, so dass ihre Fragen und Bedürfnisse in die Gestaltung der Forschungsprojekte einfließen. Das Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. ist eines von inzwischen 21 Kompetenznetzen in der Medizin und wurde zwischen 1999 und 2009 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.hodgkinsymposium.org – Kongresswebsite
http://www.ghsg.org – Website der Hodgkin Studiengruppe
http://www.lymphome.de – Website des Kompetenznetzes Maligne Lymphome e.V.
http://www.uk-koeln.de – Website der Uniklinik Köln

Pressemitteilung Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V., Silke Hellmich

Hemmung des Onkoproteins AVEN als therapeutisches Konzept gegen Brustkrebs


Krebszeitung

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  • Winter - pixabay
    Deutsche Krebshilfe

    Forscher enträtseln, warum die Wurzel gegen Übelkeit hilft

    Heidelberg (gb) – Viele Krebspatienten leiden unter den Nebenwirkungen einer Chemotherapie: Übelkeit und Erbrechen. Heute gibt es wirkungsvolle Medikamente dagegen, aber viele Betroffene vertrauen zusätzlich auf die magenberuhigende Wirkung der Ingwerwurzel. Bis jetzt war unklar, wie Ingwer eigentlich wirkt. Wissenschaftler aus Heidelberg konnten das Rätsel nun lösen: Die Inhaltsstoffe des Ingwer hemmen bestimmte Botenstoffe des Brechzentrums im Gehirn. Diese Erkenntnisse ermöglichen der Ingwerwurzel den Einsatz in der klinischen Praxis. Die Deutsche Krebshilfe hat das Projekt mit 208.000 Euro unterstützt.

    Wem übel ist, der mag nichts essen. Für Krebspatienten kann das gefährlich werden. Nichts oder wenig zu essen, schwächt die ohnehin schon durch die Erkrankung mitgenommenen Patienten noch zusätzlich. In schweren Fällen muss der behandelnde Arzt sogar die Therapie abbrechen – selbst wenn der Tumor eigentlich auf die Medikamente anspricht. Für die Betroffenen ist dies eine besonders schwerwiegende Situation.

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    Krebsthemen

    Rot gefärbt sind ehemals bösartige Tumorzellen (Melanomzellen), die im Rahmen der natürlichen Immunkontrolle in den dauerhaften Wachstumsstopp, die Seneszenz (rote Markierung) übergegangen sind. Braun gefärbt sind noch verbleibende Pigment beladene Zellen. Universitätsklinikum TübingenEinem Forscherteam um Prof. Dr. Martin Röcken von der Hautklinik des Universitätsklinikums Tübingen gelang es erstmalig zu zeigen, dass Immunantworten Krebs und Krebszellen in einen Dauerschlaf versetzen können (1). Dieser Dauerschlaf führt zu einem permanenten Wachstumsstillstand, wissenschaftlich Seneszenz (2, 3) genannt.Da mit klassischen Methoden der Krebsbekämpfung eine vollständige Krebseradikation („Krebsbeseitigung“) oft nicht möglich ist, verursachen die überlebenden, wieder wachsenden Krebszellen die Bedrohung. Die neuen Daten erklären jetzt, wie Immunität und Immuntherapien den Krebs domestizieren und das Auswachsen von Krebs verhindern können (1, 4).

    Prof. Martin Röcken, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hautklinik erläutert die Ausgangslage bei der Bekämpfung der Krebskrankheiten: „Bis heute ist es ein wichtiges Ziel der Krebstherapie, möglichst alle Krebszellen zu töten. Doch zeigen die letzten 50 Jahre, dass überlebende Krebszellen auch nach intensiver, Zell-tötender Therapie wieder wachsen und Metastasen verursachen können. Schon lange wird daher“, so Prof. Röcken „Zweifel an der einseitig auf Zerstörung ausgerichteten Strategie der Krebstherapie geäußert. Es wird nach neuen Wegen gesucht, Krebs zu domestizieren, wie „The Lancet“ und weitere aktuelle Publikationen hervorheben (5, 6, 7).“

     

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