Neuer Ansatz für Eierstock-Krebstherapie

Tiefgefrierung von Eierstockgewebe - Quelle: Prof. Dr. Ralf Dittrich, Frauenklinik Erlangen.
Tiefgefrierung von Eierstockgewebe - Quelle: Prof. Dr. Ralf Dittrich, Frauenklinik Erlangen.

Ein Wissenschaftsverbund der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, des Bonner Forschungszentrums „caesar“ und der Berliner Charité klärt einen Mechanismus der Resistenz von Eierstockkrebs gegen Chemotherapie auf. Ein neuer Ansatzpunkt für die Eierstock-Krebstherapie.

Forscher vom Institut für Humangenetik und Anthropologie der HHU konnten erstmals nachweisen, dass der körpereigene Eiweißstoff IGF 1R in Eierstockkrebszellen das Medikament Cisplatin unwirksam werden lässt.

IGF 1R löst eine Kaskade von chemischen Reaktionen im Inneren der Zellen aus, die zur Resistenz gegen die Standardtherapie mit Cisplatin führen. In der April-Ausgabe der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift Cancer Research (Volume 69, Number 7, April 1rst, 2009, 2996-3003) sind jetzt die Ergebnisse erschienen, die in Kooperation mit Wissenschaftlern vom Institut für Pharmazeutische Biochemie der HHU, des Bonner Forschungszentrums „caesar“ und der Charité der Humboldt-Universität Berlin entstanden sind.

Eierstockkrebs (Ovarialtumore) sind die tödlichsten unter den bösartigen gynäkologischen Erkrankungen. Etwa 9.600 Frauen erkranken jährlich allein in Deutschland an einem Ovarialtumor. Zunächst lässt sich diese Krebsart gut mit dem Standardmedikament Cisplatin beherrschen. Ihren tödlichen Verlauf zeigt die Erkrankung erst, wenn sie nach vermeindlich erfolgreicher Ersttherapie wieder auftritt und dann nicht mehr auf das Medikament anspricht. Der exakte Mechanismus, der zu resistenten Krebszellen führt, ist weitgehend unbekannt.

Die Forscher wandten ein neuartiges Verfahren an, das die Entstehung resistenter Zellen in der Patientin im Reagenzglas nachstellt. So ist es den Wissenschaftlern um Dr. rer. nat. Niels Eckstein und PD Dr. med. Hans-Dieter Royer erstmals gelungen, die biochemischen Prozesse zu beobachten, die während der Entstehung resistenter Zellen ablaufen.

Auf transkriptioneller Ebene und auf Proteinebene konnte eine stetig steigende Menge an IGF 1R in Krebszellen nachgewiesen werden je länger Cisplatin gegeben wurde. Eine klinische Studie konnte zeigen, dass die Experimente sich auf die Situation in der Patientin übertragen lassen.

Ähnlich erfolgversprechende Befunde hat die Gruppe um Niels Eckstein und Hans-Dieter Royer bereits zur Chemotherapie-Resistenz im Brustkrebs erhoben. Auch diese wurden in einem international annerkannten Fachjournal publiziert (Journal of Biological Chemistry, 2008, Jan 11th; Volume 283, Number 2, 739-750).

Interessanterweise ist der Mechanismus beim Brustkrebs ein anderer.

Die Forscher schliessen daraus, dass jeder Tumor hinsichtlich seiner Resistenzmechanismen einzeln betrachtet und untersucht werden muss. Da die Wissenschaftler in beiden Fällen einen Vorschlag unterbreitet haben, welche Medikamente zur Überwindung der Resistenz angewendet werden können, ist zu hoffen, dass die Befunde zeitnah Eingang in die klinische Therapie finden werden.

Kontakt:

Dr. Niels Eckstein
Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, UKD
Institut für Humangenetik und Anthropologie
Universitätsstr. 1 Gebäude 23.12, Ebene 03

40225 Düsseldorf, Germany

phone ++49 211 81 12356

Niels.Eckstein@uni-duesseldorf.de

PD Dr. Hans-Dieter Royer
Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, UKD
Institut für Humangenetik und Anthropologie
Universitätsstr. 1 Gebäude 23.12, Ebene 03

40225 Düsseldorf, Germany

phone ++49 211 81 12354

hans-dieter.royer@uni-duesseldorf.de

Pressemitteilung Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Rolf Willhardt


Krebszeitung

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  • Risiko der Krebserkrankung bei einer Infektion mit HPV - Quelle: Institut für Mikroökologie
    Krebsthemen

    Risiko der Krebserkrankung bei einer Infektion mit HPV - Quelle: Institut für MikroökologieIst Krebs ansteckend? Früher war die Antwort darauf eindeutig – nein! Doch so einfach ist es nicht. Denn heute wissen wir: allein im Jahr 2008 gingen zwei Millionen Krebserkrankungen auf Infektionen zurück. Die Übeltäter sind vor allem Helicobacter pylori, Hepatitis B und C-Viren und die humanen Papillomaviren.

    Während das Bakterium Helicobacter pylori ausschließlich für Magenkrebs verantwortlich ist und die Hepatitis-Viren „nur“ Leberkrebs verursachen, kann das humane Papillomavirus gleich an mehreren Orten zuschlagen. Über 151 verschiedene Typen des Papillomavirus wurden inzwischen beim Menschen entdeckt. Ihr Ziel sind die Zellen der Haut und der Schleimhaut.

    Die „Haut-Typen“ des Papillomavirus lassen Warzen entstehen und spielen möglicherweise bei bestimmten Hautkrebsarten eine Rolle. Die „Schleimhaut-Typen“ des Papillomavirus können unterschiedlich gefährlich sein: die Niederrisiko-Typen verursachen Warzen im Genitalbereich, die Hochrisiko-Typen können dagegen Gebärmutterhalskrebs auslösen.

    Neben dem Genitalbereich können die humanen Papillomaviren auch andere Schleimhautbereiche befallen. Zum Beispiel gehen auch Krebsarten im Mundrachenraum auf das Konto der Viren. Insgesamt verursachen die humanen Papillomaviren jedes Jahr 530.000 neue Krebsfälle, 275.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen.

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