Neuer Ansatz zur Behandlung von Tumoren

Blaue und violette Bereiche leiden unter Sauerstoffmangel - Quelle: Charité - Universitätsmedizin Berlin
Blaue und violette Bereiche leiden unter Sauerstoffmangel - Quelle: Charité - Universitätsmedizin Berlin
Blaue und violette Bereiche leiden unter Sauerstoffmangel - Quelle: Charité - Universitätsmedizin Berlin
Blaue und violette Bereiche leiden unter Sauerstoffmangel – Quelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben eine Erklärung entwickelt, weshalb die Versorgung eines Tumors mit Blut und Sauerstoff häufig fehlgesteuert ist. Daraus ergeben sich Lösungswege, um den Zugang für Medikamente zu verbessern. Das Team um Prof. Axel Pries, Direktor des Instituts für Physiologie am Campus Benjamin Franklin, beschreibt in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Nature Reviews Cancer* zusammen mit Wissenschaftlern des Max-Delbrück- Centrums in Berlin Buch, der University of Arizona und der Duke University in North Carolina Ursachen der Fehlversorgung und mögliche therapeutische Ansatzpunkte.

Charité-Forscher finden Ursache für Fehlfunktion von Tumorgefäßen

Bekannt ist, dass Blutgefäße in Tumoren nur eine ungleichmäßige Verteilung von Blut und Sauerstoff gewährleisten. Diese suchen sich Umgehungswege (‚Shunts’), wodurch unterversorgte Bereiche entstehen. Leider ist es nicht so, dass der Tumor durch die teilweise Mangeldurchblutung komplett abstirbt. „Schlecht durchblutete Tumoren sind im Gegenteil resistenter gegen Therapien mit Medikamenten oder Strahlen“, erklärt Prof. Pries .

In gesunden Gefäßen bestehen elektrische Verbindungen zwischen den Zellen, die das Blutgefäß auskleiden, den so genannten Endothelzellen. Diese leiten elektrische Signale über gemeinsam Poren, so genannte Gap Junctions, an Nachbarzellen weiter. Die Arbeitsgruppe entdeckte unter Benutzung mathematischer Simulationsverfahren, dass in Tumoren durch den Verlust dieser Poren ein wesentliches Signal zur Steuerung der Gefäßweite fehlt. Es entstehen Kurzschlussverbindungen,die dazu führen, dass Teile des Tumors kaum mit Blut, oder auch Medikamenten versorgt werden.

Die Gruppe schlägt vor, diese Verbindungen durch spezielle Mittel, unter anderem so genannte antiangiogene Substanzen, wieder aufzubauen. „Wenn durch eine optimierte Weiterleitung von Informationen zwischen den Zellen das Gefäßnetzwerk im Tumor wieder normal arbeitet, erhält man eine bessere Sauerstoffversorgung und somit die Chance, mit chemotherapeutischen Medikamenten in alle Bereiche des Geschwürs vorzudringen,“ erklärt Prof. Pries. Als nächstes werden die Forscher laut Prof. Pries die Mechanismen der Kommunikation unter den Zellen genauer untersuchen. Fernziel sei die Entwicklung neuer Therapiestrategien gegen solide Tumoren.

Kontakt:

Prof. Axel Pries
Direktor des Instituts für Physiologie
t: +49 30 8445 1632
axel.pries@charite.de

* Prof. Axel R. Pries, Michael Hopfner et. al: The shunt problem: control of functional shunting in normal and tumour vasculature, in:
Nature Reviews Cancer, Vol 10 No 8, August 2010, 587, doi: 10.1038/nrc2895


Krebszeitung

--Download Neuer Ansatz zur Behandlung von Tumoren als PDF-Datei --


Google News – Gesundheit

  • Krank durch Stress: Wenn sich Zellen nicht mehr schützen können
    am 27. Mai 2018 um 09:02

    Krank durch Stress: Wenn sich Zellen nicht mehr schützen können  Gesundheitsstadt BerlinWie Stress unserem Körper schadet: Zellen im Aufräumwahn  Heilpraxisnet.deWenn Stress sichtbar wird: Stressgranula mit fatalen Wirkungen?  LaborpraxisFull coverag […]

  • Inzwischen neun Ebola-Tote im Kongo
    am 27. Mai 2018 um 07:31

    Inzwischen neun Ebola-Tote im Kongo  Augsburger AllgemeineZahl der Ebola-Toten steigt Behörden bestätigen Opfer im Kongo  Kölnische RundschauDer rettende Pieks  ZDFheuteImpfen gegen die drohende Ebola-Katastrophe  TagesspiegelFull coverag […]

  • Meine Gelddruckmaschine
    am 26. Mai 2018 um 14:42

    Meine Gelddruckmaschine  wallstreet-onlineFull coverag […]

  • Mit neuer Antibiotika-Alternative bakterielle Infektionen bekämpfen
    am 26. Mai 2018 um 14:33

    Mit neuer Antibiotika-Alternative bakterielle Infektionen bekämpfen  Heilpraxisnet.deForscher entwickeln Antibiotika-Alternative  Ärzte ZeitungFull coverag […]

  • WHO warnt vor Nipah-Erreger
    am 26. Mai 2018 um 12:29

    WHO warnt vor Nipah-Erreger  tagesschau.deNipah-Virus 2018: Killer-Virus auf Vormarsch! Droht uns jetzt eine Pandemie?  news.deIndien: Tödlicher Nipah-Virus ausgebrochen - Midestens 10 Tote  Berchtesgadener AnzeigerFull coverag […]