Neues Medikament gegen CLL – Uniklinik Köln sucht Studienteilnehmer

Leukämiezellen

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems und stellt in Europa und Nordamerika die häufigste Leukämieform dar. Für einige Patienten besteht an der Uniklinik nun die Möglichkeit, an einer Studie mit einem neuartigen Medikament teilzunehmen. Die Studie läuft aufgrund der weltweit großen Nachfrage nur kurze Zeit und wird dann geschlossen.

Da der Verlauf der CLL sehr individuell ausfällt, ist vor der Therapieentscheidung eine genetische Untersuchung notwendig. Patienten, in deren Leukämiezellen auf dem sogenannten p-Arm des Chromosoms 17 ein Stück fehlt (kurz: 17p Deletion), sprechen in der Regel schlecht auf eine Chemotherapie an. Dementsprechend fällt eine Chemotherapie als Behandlungsoption aus. Die Prognose ist in diesen Fällen deutlich schlechter als bei den meisten anderen Patienten, die diese Veränderung nicht haben.

Neben der Gabe von Antikörpern, die jedoch auch keine dauerhafte Kontrolle dieser Erkrankungsvariante ermöglicht, ist eine Stammzelltransplantation bisher die einzige Möglichkeit, diese aggressive Variante der CLL längerfristig zu kontrollieren. Das ändert sich jetzt eventuell, denn es steht ein neues Medikament zur Verfügung: „Für Patienten mit einer bekannten 17p Deletion ist ab jetzt an der Klinik I für Innere Medizin eine Studie offen, in welcher diese Patienten ein neues, sehr vielversprechendes Medikament erhalten können. Das Medikament heißt Ibrutinib und ist ein sogenannter Kinaseinhibitor“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Barbara Eichhorst.

Kinasen sind Enzyme, welche die Zelle benötigt, um Signale von der Oberfläche zum Zellkern zu übermitteln. Bei Tumor- und Leukämiezellen sind bestimmte Kinasen für das Überleben dieser Zellen ganz besonders wichtig. Somit können Tumor- und Leukämiezellen mit Kinaseninhibitoren gezielt getroffen werden.

Ibrutinib ist ein Inhibitor der sogenannten Bruton-Tyrosinkinase (BTK), welche bei der Signalübermittlung in B-Lymphozyten eine wichtige Rolle spielt und damit essentiell für das Überleben der Lymphomzellen ist. In ersten Studien zeigte Ibrutinib eine hohe Ansprechrate und ein langes krankheitsfreies Intervall auch bei CLL-Patienten mit einer Deletion am Chromsom 17p. Das Medikament wird als Dauertherapie täglich in Tablettenform verabreicht und zeigt bisher eine gute Verträglichkeit.

Voraussetzungen, um an der Studie teilzunehmen:

  • – es muss ein Deletion am Chromosom 17p bekannt sein,
  • – es muss mindestens eine Vorbehandlung der CLL stattgefunden haben,
  • – andererseits dürfen nicht mehr als fünf Vorbehandlungen erfolgt sein.

Patientenkontakt:
Bei Interesse können sich Patienten über das Patientenkontaktformular unter www.cio-koeln.de oder telefonisch unter Telefon 0221 478-87660 melden. Die Studie wird aufgrund des großen Interesses weltweit voraussichtlich nur bis Juni geöffnet sein.

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de


Krebszeitung

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