Neues Netzwerk soll Forschung zu Nierenkrebs stärken

Links die normale Lage der Nebennieren (gelbe Pfeile) im Körper, rechts ein Nebennieren-karzinom in einer kernspintomographischen Darstellung. Bild: Medizinische Klinik

Jena (09.05.05) Entdeckt werden sie oft nur zufällig bei einer Routine-Ultraschalluntersuchung – Tumoren der Nieren, auch Nierenzellkarzinome genannt. Diese bösartigen Geschwülste machen etwa drei Prozent aller Krebserkrankungen aus, womit Nierenkrebs in Deutschland zu den eher seltenen Erkrankungen gehört. Männer sind dabei von dieser vor allem im Alter auftretenden Krebsart doppelt so oft betroffen wie Frauen. Doch mit dem Durchschnittsalter der Bevölkerung steigen in den letzten 20 Jahren auch die Zahlen der Patienten mit Nierenkrebs.“Hatten wir 1990 nur ca. 8000 jährliche Neuerkrankungen, so sind es heute schon mehr als 11.000, Tendenz weiter steigend“, erklärt Privatdozentin Dr. Kerstin Junker von der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Jena.

1. Jenaer Symposium zum Nierenzellkarzinom bringt interdisziplinären Verbund auf dem Weg

Wird ein Nierentumor rechtzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut – zwischen 80 und 90 Prozent. Bei einer Operation wird die betroffene Niere oft vollständig entfernt, und die gesunde übernimmt ihre Funktion. Wird jedoch der Tumor erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, scheitern die Therapiebemühungen. „Wir leben derzeit in einer klinischen und wissenschaftlichen Konfliktsituation: Einerseits wird die Ultraschalluntersuchung der Nieren im jüngeren Lebensalter noch nicht zur Früherkennung routinemäßig eingesetzt – andererseits entdecken wir immer kleinere Tumoren bei immer älteren Patienten, wo die Therapieentscheidung schwierig ist. Damit besteht erheblicher Forschungsbedarf“, erläutert Prof. Dr. Jörg Schubert, Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Jena.

Um die Forschung auf diesem Gebiet zu stärken, soll künftig die Suche nach innovativen diagnostischen und therapeutischen Verfahren bei Nierenkrebs in einem interdisziplinären Netzwerk gebündelt werden. Das ist ein Ergebnis des 1. Jenaer Symposiums zur Forschung beim Nierenzellkarzinom, zu dem die Jenaer Urologen Ende April geladen hatten. Zwei Tage tauschten sich hier 60 Experten aus Deutschland, der Schweiz und Österreich über die aktuellen Entwicklungen in der experimentellen und klinischen Forschung zu Nierentumoren aus.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand dabei die Erforschung der molekularen und zellulären Ursachen sowie die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Methoden, die zur Verbesserung der Behandlung und Betreuung von Patienten mit dieser Erkrankung führen sollen. „Unsere Idee, dabei Experten aus verschiedensten Fachgebieten wie der Urologie, Pathologie, Genetik, Biochemie und Immunologie, Kliniker und Grundlagenforscher zusammenzubringen, hat sich bewährt“, freut sich Dr. Kerstin Junker, Organisatorin des Symposiums. „Es ist wichtig, interdisziplinär und gemeinsam an der weiteren Forschung auf diesem Gebiet zu arbeiten, um so effektiver zu Ergebnissen zu kommen und eine schnellere Umsetzung in den klinischen Alltag zu erreichen. Wir hoffen, dies jetzt mit dem neu gegründeten Netzwerk erreichen zu können“.

Kontakt:
PD Dr. Kerstin Junker
Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Jena
Tel. 03641 / 93 51 99
E-Mail: kerstin.junker@med.uni-jena.de

Pressemitteilung Friedrich-Schiller-Universität Jena, Helena Reinhardt


Krebszeitung

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  • Rot gefärbt sind ehemals bösartige Tumorzellen (Melanomzellen), die im Rahmen der natürlichen Immunkontrolle in den dauerhaften Wachstumsstopp, die Seneszenz (rote Markierung) übergegangen sind. Braun gefärbt sind noch verbleibende Pigment beladene Zellen. Universitätsklinikum Tübingen
    Forschung

    Zellen des Immunsystems können Krebsgewebe erkennen und effektiv eliminieren. Jedoch entziehen sich Tumorzellen der Identifizierung auf vielfältige Weise – insbesondere dadurch, dass sie ihre Merkmale auf der Oberfläche nicht mehr ausprägen. Die Arbeitsgruppe um Professor Hinrich Abken an der Uniklinik Köln arbeitet an einer Therapie, die Immunzellen befähigt, Tumorzellen trotzdem im Gewebe aufzuspüren und zu vernichten.

    Die Kölner Forscher wollen die Wirkung der sogenannten adoptiven Immuntherapie verbessern. Diese Behandlungsmethode unterstützt das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs. Zur Behandlung entnehmen Mediziner Killerzellen (zytotoxische T-Zellen) aus dem Krebsgewebe, vermehren diese im Labor und führen sie dem Patienten anschließend in großer Zahl wieder zu. Leider verfügen die isolierten Killerzellen nur selten über eine ausreichende Aktivität gegenüber dem Tumor. Professor Abken und sein Team wollen die Killerzellen deshalb gezielt auf den Tumor abrichten.

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  • Strahlentherapie - Quelle: Deutsche Krebshilfe
    Brustkrebs

    Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) lässt im Rahmen eines Forschungsvorhabens ab Juli 2012 federführend durch die Universität Münster überprüfen, wie wirksam das deutsche Mammographie-Screening- Programm die Brustkrebs-Sterblichkeit verringert.

    Seit 2009 können in ganz Deutschland Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre eine Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs in Anspruch nehmen. Das Ziel des Programms ist es, durch ein flächendeckendes, qualitätsgesichertes Screening bei dieser Altersgruppe die Zahl der Erkrankungen mit tödlichem Ausgang zu senken. „Die Universität Münster wird in dieser langfristig ausgelegten Studie wissenschaftlich fundiert analysieren, ob dieses Ziel erreicht wird. Der Nutzen des Programms muss größer sein als die möglichen Risiken“, sagt Wolfgang Weiss, Fachbereichsleiter beim BfS. „Schließlich ist jede Untersuchung mit einer zusätzlichen Strahlenbelastung verbunden. Mit dieser Studie wird ein weiteres wichtiges Element neben den umfangreichen Qualitätssicherungsmaßnahmen des Screening-Programms umgesetzt.“

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