Neueste Forschung zu Krebsstammzellen

Prof. Ingrid Herr und Dr. Wolfgang Groß, Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, bestimmen Proben am neuen Messgerät für die Krebsforschung. Die Dietmar Hopp Stiftung hat die Anschaffung unterstützt. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg.

Wittener Wissenschaftler: „Die Krebsstammzelle als therapeutische Zielzelle wird die Tumortherapie revolutionieren“

Prof. Dr. Thomas Dittmar und Prof. Dr. Kurt S. Zänker vom Institut für Immunologie der Universität Witten/Herdecke (UW/H) haben ein neues Fachbuch zur Rolle der Krebsstammzellen in der Biologie, der Diagnostik und Therapie veröffentlicht. Seit 2008 ist dies bereits das dritte Buch zum Thema Stammzellforschung, dass die Wittener Forscher bei international renommierten Verlagen editiert haben.

Die neueste Publikation „Role of Cancer Stem Cells in Cancer Biology and Therapy” ist bei CRC Press (Boca Raton, USA) erschienen und fasst in den einzelnen Kapiteln, geschrieben von anerkannten Wissenschaftlern aus forschungsstarken Instituten, die Rolle von Krebsstammzellen auf dem neuesten Stand der Erkenntnis zusammen, so zum Beispiel für Therapieoptionen für eine Rezidiv- oder Metastasenbildung.

„Die Tumortherapie hat sich in der vergangenen Dekade, nicht zuletzt wegen der vielen klinisch relevanten Ergebnisse aus der Grundlagen- und translationalen Forschung, erheblich verfeinert und das molekularbiologische Wissen um die einzelnen Tumorarten in ein individualisiertes Therapieschema eingebaut“, sagt Prof. Zänker. „Trotz alledem bleibt immer noch die berechtigte Kritik, dass eine wirklich personalisierte Tumortherapie nur in wenigen Fällen erfolgreich möglich ist. Einige Therapien können hingegen heute schon ausgeschlossen werden, da sie mit großer Wahrscheinlichkeit keinen klinischen Nutzen haben und den Patienten nur Leid und Lebensqualitäteinschränkungen verursachen würden.“ Trotzdem sieht Zänker auch große Fortschritte auf dem Gebiet: „Die personalisierte Tumortherapie ist noch nicht Wirklichkeit, aber sie ist auch kein ferner Traum mehr. In den vergangenen Jahren ist hier Raum für eine berechtigte Hoffnung geschaffen worden. Wir glauben, dass die Krebsstammzelle als therapeutische Zielzelle die Tumortherapie in den kommenden Jahren revolutionieren wird.“

Das Buch beleuchtet deshalb vor allem die differenzierte Notwendigkeit, wie und mit welchen Möglichkeiten Tumorstammzellen eliminiert werden können, damit die Rezidivhäufigkeit und die Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung vermindert werden. So spricht das Buch vor allem auch die Thematik an, wie Chemo- und / oder Strahlentherapie mit anfänglich klinisch therapeutischen Erfolgen auch eine Selektion von Tumor-(Stamm)zellen bewirken können und so einen hochmalignen Zelltypus schaffen, der in der Folge nur noch schwer mit herkömmlichen Therapieoptionen zu beherrschen ist. In diesem Zusammenhang haben die Wittener Forscher ihr Augenmerk auf „neue Zellentitäten“ gelegt, die sich aus einer Fusion zwischen Tumor-(Stamm)Zellen und anderen, normalen Zellen wie Makrophagen oder Tumorstromazellen ergeben können. „Dabei geht es hauptsächlich um die Fragen: Was ist deren biologische Rolle und können sie ein therapeutisches Target sein?“, so Prof. Dittmar.

Das Buch gibt eine kompetente und orientierende Übersicht für experimentelle und klinische Onkologen, für Biologen, Pharmakologen und Entwicklungsbiologen, wie die Rolle von Tumorstammzellen derzeit in den anerkannten Modellen zu verstehen ist. Diese Modellvorstellungen sind sicher eine Grundlage, neuartige Therapiemodalitäten zu erforschen, damit Tumorstammzellen als Quelle von Rezidiven und Metastasen erfolgreich ausgeschaltet werden können.

Über die Möglichkeit, das dritte Buch zum Thema in Serie für international renommierte Verlage editieren zu dürfen, zeigten sich die beiden Wittener Forscher erfreut. „Uns freut besonders, dass der Verlag mit dieser Idee auf uns zugekommen ist. Dies zeigt nicht nur die Wichtigkeit der Stammzellforschung für die Krebstherapie, sondern auch, dass unsere Arbeit auf dem Gebiet und die UW/H auf nationaler und internationaler Ebene wahrgenommen werden.“

Dittmar, Thomas; Zänker, Kurt S.: Role of Cancer Stem Cells in Cancer Biology and Therapy
CRC Press. 332 Seiten
ISBN 9781466577350

Das Buchcover zum Herunterladen finden Sie auf der Seite: www.uni- wh.de/universitaet/presse/presse-details/artikel/neueste-forschung-zu- krebsstammzellen/

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Thomas Dittmar: 02302 / 926-165, thomas.dittmar@uni-wh.de

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.500 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Pressemitteilung Universität Witten/Herdecke, Jan Vestweber


Krebszeitung

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  • Solarium - pixabay
    Deutsche Krebshilfe

    Bonn (sts) – Ab dem 1. August 2012 dürfen Solariengeräte eine maximale Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt pro Quadratmeter Haut nicht mehr überschreiten. Die Geräte müssen entsprechend gekennzeichnet sein. „Die neue Bestrahlungsstärke entspricht allerdings immer noch der höchsten UV-Dosis, die auf der Erde gemessen werden kann: mittags bei wolkenlosem Himmel am Äquator“, erklärt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Bisher wurde diese Bestrahlungsstärke von alten Geräten zum Teil um das Dreifache überschritten.“ Die neue Vorschrift basiert auf der UV-Schutzverordnung (UVSV) für Solarien, die seit dem 1. Januar 2012 rechtskräftig ist.

    Solarien müssen ab 1. August maximale Bestrahlungsstärke einhalten!

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    Krebsthemen

    Interviews mit mehr als 10.000 Bürgern aus 9 europäischern Ländern gingen in die erste europaweite Studie zum Verständnis der Krebsfrüherkennung ein, die das Harding Center for Risk Literacy (Harding-Zentrum für Risikokompetenz) zusammen mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK-Nürnberg e. V.) durchgeführt hat. Die Ergebnisse verblüffen: Die Europäer erweisen sich als mangelhaft informierte Optimisten in Sachen Früherkennung – allen voran die Deutschen.

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