Neurotransmitter soll Krebsrisiko senken

Das Deutsche Krebsforschungszentrum - dkfz - in Heidelberg

Japanische Wissenschaftler bestätigen, dass eine erhöhte Dopaminkonzentration das Tumorwachstum bei Mäusen hemmt. Dies erklärt die Beobachtungen, dass Schizophreniepatienten seltener an Krebs erkranken als die übrige Bevölkerung. Ein weiterer Beitrag der neuen Ausgabe des International Journal of Cancer beschreibt die Wechselwirkung eines Tumorsuppressors mit Proteinen, die am Umbau des Zellskeletts beteiligt sind. Die neue Ausgabe des IJC erscheint am 01.08.2008.

Neue Ausgabe des International Journal of Cancer, Band 123 (3), neu erschienen

Obwohl Schizophreniepatienten mehr rauchen oder Alkohol trinken als die übrige Bevölkerung, erkranken sie seltener an Krebs. Als Grund hierfür wird ihr erhöhter Dopaminspiegel diskutiert. Der Neurotransmitter Dopamin regelt eine Vielzahl von Steuerungsvorgängen im Körper. Die japanische Forschergruppe um Masanori Asada untersuchte die hemmende Wirkung von Dopamin auf das Tumorwachstum bei Mäusen. Den lungenkrebskranken Versuchstieren mangelte es an Dopamintransportern (DAT), die den Botenstoff zur Synapse, der Kontaktstelle zwischen zwei Nervenzellen, bringen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Tumoren dieser Mäuse deutlich kleiner waren als bei Artgenossen mit normalem DAT-Spiegel. Ebenso war die Zahl der neugebildeten Blutgefäße im Tumor geringer. In einer weiteren Versuchsreihe verabreichten die Forscher krebskranken Mäusen, denen es nicht an DAT mangelte, Substanzen, die selektiv den Dopamin-D1-Rezeptor hemmen. Es stellte sich heraus, dass auch diese Wirkstoffe das Tumorwachstum verlangsamen. Nach Meinung der Autoren könnte die Hemmung des Dopaminrezeptors als neuer Ansatz für die Krebstherapie erprobt werden.

Das Protein Nm23-H1 ist ein Tumorsuppressor und soll unter anderem das Migrationsverhalten von Zellen unterdrücken. U.S.-amerikanische Wissenschaftler um Masanao Murakami suchen in einer Studie nach den tumorsuppressiven Eigenschaften dieses Proteins. Mit ihren Experimenten identifizieren die Forscher der University of Pennsylvania das Protein Dbl-1 als Reaktionspartner von Nm23-1. Dieses krebsförderne Molekül ist durch die Wechselwirkung mit einem weiteren Protein, dem Cdc42, am Umbau des Zellskeletts sowie an der Migrationsfähigkeit von Zellen beteiligt. Dbl-1 spielt bei der Entstehung von diffusen B-Zell-Lymphomen eine wichtige Rolle.

Die Autoren zeigen mit mikroskopischen Techniken, dass der Tumorsuppressor Nm23-H1 an der Zellmembran hemmend auf das krebsfördernde Dbl-1 wirkt. Eine übermäßige Bildung des schützenden Nm23-H1 behindert das Zusammenwirken von Dbl-1 und Cdc42 und verändert dadurch die Zellmembran. Der Eingriff in die Wechselwirkung zwischen Nm23-H1und Dbl-1 könnte, so die Wissenschaftler, eine Strategie sein, um das Migrationsverhalten von Krebszellen zu hemmen und damit möglicherweise der Metastasenbildung vorzubeugen.

Asada et al. Reduced tumor growth in a mouse model of schizophrenia, lacking the dopamine transporter – DOI: 10.1002/ijc.23562

Murakami et al. Nm23-H1 modulates the activity of the guanine exchange factor – Dbl-1 DOI: 10.1002/ijc.23568

Weitere Artikel sind unter folgendem Link verfügbar: www3.interscience.wiley.com/journal/119484977/issue

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Sherryl Sundell, Managing Editor
International Journal of Cancer
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 242

69120 Heidelberg – Germany

Tel.: +49 6221 424800
Fax: +49 6221 424809

E-Mail: intjcanc@dkfz.de

Pressemitteilung des International Journal of Cancer, Sherryl Sundell


Krebszeitung

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  • Bewegung und Sport bei Krebs - Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V.
    Deutsche Krebshilfe

    Neues Magazin der Deutschen Krebshilfe erschienen

    Bonn (ws) –Krebspatienten trainieren in einem Fitnessraum – vor ein paar Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Wer Krebs hat, muss sich schonen und möglichst nicht zu viel bewegen, rieten die Ärzte. Inzwischen zeigen Studien, dass Bewegung und Sport den Patienten hilft und sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Dennoch gehen noch viele Betroffene sehr ängstlich mit dem Thema um. So erging es zunächst auch Kerstin Fiege. Nach ihrer Diagnose glaubte die Brustkrebspatientin „Bewegung ist für mich tabu“. In der aktuellen Ausgabe des Magazins der Deutschen Krebshilfe erzählt sie, wie sie durch Sport Schritt für Schritt zurück ins Leben fand.

    Die alljährliche Untersuchung beim Frauenarzt war für Kerstin Fiege normaler-weise nur ein Termin unter vielen. Doch bei ihrem letzten Besuch entdeckte der Arzt einen Tumor in der linken Brust. Die Welt von Kerstin stand plötzlich Kopf. Weiter Sport zu treiben kam der leidenschaftlichen Joggerin nicht in den Sinn. Sie hatte Angst ihren Körper hierdurch nur zusätzlich zu belasten. Wie Kerstin ergeht es vielen Patienten. Doch „bei allen Krebsformen ist körperliche Aktivität zu empfehlen“ sagt Dr. Freerk Baumann, Dozent an der Deutschen Sporthochschule Köln und Experte für Sport bei Krebs.

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  • Patientin - pixabay
    Deutsche Krebshilfe

    Bonn (jt) – FOCUS GESUNDHEIT strahlt am 13. Januar 2009 die 23. Folge von „in vivo – Das Magazin der Deutschen Krebshilfe“ aus. Die Sendung wird präsentiert von der ZDF-Moderatorin Annika de Buhr. Schwerpunkt der neuen Ausgabe ist das Thema „Krebs der Mundschleimhaut“. Weitere Beiträge befassen sich mit der Traditionellen Chinesischen Medizin, der Krebsforschung und dem Thema „Partnersuche bei Krebs“. Das Magazin bietet nicht nur Informationen rund um das Thema Krebs, sondern macht Betroffenen und Angehörigen auch Mut und gibt Hilfestellungen im Umgang mit der Erkrankung. DVDs mit den einzelnen Ausgaben von „in vivo“ können kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe bestellt werden. Die nächste Ausgabe von „in vivo“ wird am 10. Februar 2009 ausgestrahlt.

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