Nierenfunktionsstörungen frühzeitig erkennen

Links die normale Lage der Nebennieren (gelbe Pfeile) im Körper, rechts ein Nebennieren-karzinom in einer kernspintomographischen Darstellung. Bild: Medizinische Klinik

Der beste Parameter zur Bestimmung der Nierenfunktion ist die glomeruläre Filtrationsrate (GFR), die jedoch nicht direkt gemessen, sondern nur über indirekte Clearance-Verfahren bestimmt werden kann. Das übliche Vorgehen zur Bestimmung der GFR war bisher die Berechnung der Kreatinin-Clearance aus dem 24-Stunden-Sammelurin – eine recht aufwändige Messmethode. Daher wurde in der Praxis statt dessen oft nur die einfache Bestimmung des Serumkreatinin vorgenommen, welches allerdings wenig sensibel ist und eine große diagnostische Lücke offen lässt.

Die Gesellschaft für Nephrologle empfiehlt die Abschätzung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) nach der MDRD- Formel als Standardvorsorgecheck

Prof. Jan Galle, Pressesprecher der Gesellschaft für Nephrologie, führt aus:
„Der Serumkreatininwert ist ein äußerst unscharfer Parameter, der nur deutliche Nieren­funktionsstörungen aufdeckt. Erst wenn das Glomerulumfiltrat nahezu um die Hälfte vermindert ist, übersteigen die Serumkreatininwerte die obere Normgrenze von 1,1 mg/dl. Eine wirkliche Früherkennung ist mit dieser Methode faktisch kaum möglich.“

Eine neue, verkürzte Formel zur Abschätzung der GFR wurde im Rahmen der „Modification of Diet in Renal Diseases Study Group“-Studie (MDRD-Studie) entwickelt. Sie bestimmt die GFR aus den Serumkreatininwerten sowie aus dem Alter, Die Formel lautet:
GFR = 186 x (Serum-Kreatinin)-1,154 x Alter-0,203.

Die Abschätzung des GFR mittels der verkürzten MDRD-Formel wird ebenso zuverlässig eingestuft wie die aufwändigere Berechnung der Kreatinin-Clearance aus dem 24-Stunden-Urin. Auch werden die GFR Werte <60 ml/min, die von klinischem Interesse sind (insbesondere, wenn die Medikamentation bzw. Dosis feinstufig eingestellt muss), mit der verkürzten MDRD Formel gut abgebildet.

Ein generelles Ziel der Gesellschaft für Nephrologie ist es, die Bevölkerung, aber auch die Ärzteschaft stärker für versteckte Nierenerkrankungen zu sensibilisieren.
„Wenn der Patient erst kommt, wenn er Symptome hat. Ist es oftmals zu spät, und er hat seine Nierenfunktion bereits weitestgehend und irreparabel eingebüßt“, so Prof. Galle.
„Wir müssen hier an einem Vorsorgebewusstsein arbeiten – sowohl in Richtung Patient als auch in Richtung Allgemeinmediziner. Die neue vereinfachte, aber dennoch sensible GFR-Bestimmungsmethode ist wegweisend und sollte sich daher auch als Vorsorgecheck durchsetzen“.

In Analogie zur US-amerikanischen „National Kidney Foundation“ spricht sich die Gesellschaft für Nephrologie daher für die Etablierung dieser Methode als Standard aus.

Pressemitteilung der Gesellschaft für Nephrologie,
www.gfn-online.com/index.html , Juli 2004

Pressemitteilung der Gesellschaft für Nephrologie


Krebszeitung

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