Nierenkrebsmedikament Inlyta® (Axitinib) erhält EU-Zulassung

Links die normale Lage der Nebennieren (gelbe Pfeile) im Körper, rechts ein Nebennieren-karzinom in einer kernspintomographischen Darstellung. Bild: Medizinische Klinik

New York/Berlin – Die Europäische Kommission hat dem Pfizer-Medikament Inlyta® (Wirkstoff Axitinib) eine Zulassung zur Therapie von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (mRCC) nach Versagen einer vorangegangenen Therapie mit Sutent (Sunitinib) oder einem Zytokin erteilt. Dies teilte Pfizer Inc. am 4. September 2012 in einer Pressemitteilung mit.

Der Kinase-Inhibitor Axitinib ist eine orale Therapie, die auf die selektive Hemmung der VEGF-Rezeptoren (Vascular Endothelial Growth Factor Receptors) 1, 2 und 3 ausgerichtet ist.2 Dabei handelt es sich um Proteine, die Tumorwachstum, vaskuläre Angiogenese und Fortschreiten von Krebs (Tumorstreuung) beeinflussen können.3

Die Zulassung der Europäischen Kommission basiert auf den Daten der Phase-III-Studie AXIS, in der Axitinib das progressionsfreie Überleben (progression free survival / PFS) mit einem medianen PFS von 6,8 Monaten (95% CI: 6.4, 8.3) im Vergleich zu 4,7 Monaten unter Sorafenib (95% CI: 4.6, 6.3) signifikant verlängerte (HR=0.67, 0.56-0.81, P<0.0001).4

„Wir freuen uns über die Entscheidung der Europäischen Kommission, Inlyta für erwachsene Patienten mit mRCC zuzulassen, deren Erkrankung nach Behandlung mit Sutent oder einem Zytokin fortschreitet. mRCC ist eine komplexe Erkrankung und Pfizer Oncology setzt sich dafür ein, Ärzten und Patienten neue zielgerichtete Medikamente zur Verfügung zu stellen“,
sagt Dr. Andreas Penk, President von Pfizer Oncology Europe und Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland. „Inlyta ist eine wichtige Ergänzung des mRCCMedikamenten- Portfolios von Pfizer Oncology, zu dem Sutent (Sunitinib)5 und Torisel (Temsirolimus)6 gehören.“

Pfizer – Gemeinsam für eine gesündere Welt

Pfizer erforscht und entwickelt mit weltweit über 100.000 Mitarbeitern moderne Arzneimittel für alle Lebensphasen von Mensch und Tier. Mit einem der höchsten Forschungsetats der Branche setzt der Weltmarktführer mit Hauptsitz in New York neue Standards in Therapiegebieten wie Krebs, Entzündungskrankheiten, Schmerz oder bei Impfstoffen. Pfizer erzielte im Geschäftsjahr 2011 weltweit einen Umsatz von 67,4 Milliarden US-Dollar.
In Deutschland beschäftigt Pfizer derzeit rund 3.200 Mitarbeiter an vier Standorten: Berlin, Freiburg, lllertissen und Karlsruhe.

Quellen
1 Press Release Pfizer Inc. vom 4. September 2012: „Pfizer receives EU Marketing Authorization for INLYTA (axitinib). Approved for the treatment of adult patients with advanced renal cell carcinoma after failure of prior treatment with SUTENT (sunitinib) or a cytokine.”
2 Summary of Product Characteristics for INLYTA. Sandwich, Kent: UK; 2012
3 Hicklin DJ, Ellis LM. Role of VEGF in Tumor Growth and Angiogenesis. J Clin Oncol. 2005;23(5):1011-
4 Summary of Product Characteristics for INLYTA. Sandwich, Kent: UK; 2012
5 SUTENT Fachinformation März 2012
6 TORISEL Fachinformation September 2011

Pressemitteilung von Pfizer Deutschland GmbH, Dr. Achim Janik


Krebszeitung

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  • Speiseröhrenkrebs

    Hamburg – Jährlich erkranken in Deutschland über 6000 Menschen an Speiseröhrenkrebs. Beängstigend ist derzeit die Zunahme des sogenannten Barrett-Karzinoms, das vor allem bei Männern über 50 Jahren mit chronischem Sodbrennen auftritt und sich in den letzten 20 Jahren versechsfacht hat. Die Prognose für Speiseröhrenkrebs ist ungünstig: Fünf Jahre nach der Diagnose liegt die Überlebensrate derzeit bei lediglich 17 Prozent. Wird der Schleimhautkrebs jedoch früh erkannt und behandelt, ist er in mehr als 90 Prozent der Fälle heilbar. Im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich der Viszeralmedizin 2012 am 20. September 2012 in Hamburg berichten Mediziner über die Fortschritte in der endoskopischen Behandlung von Ösophagus-Frühkarzinomen und deren Vorstufen.

    Endoskopie vernichtet effektiv Vorstufen und Krebsfrühstadien

    Wesentliche Ursache für die Krebsvorstufe, die sogenannte Barrett-Schleimhaut, ist ein chronischer Rückfluss von Salzsäure, Gallensäure und Enzymen aus Magen und Zwölffingerdarm in die Speiseröhre. Die Säure führt auf Dauer dazu, dass sich die Schleimhautzellen der Speiseröhre in Vorstufen von Krebszellen verwandeln: „Eine Barrett-Schleimhaut liegt durchschnittlich bei bis zu 1,3 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland vor, auch wenn jüngste Berichte eine deutlich höhere Rate annehmen lassen“, sagt Professor Dr. med. Jürgen Hochberger, Vorsitzender der Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Besonders betroffen seien Männer über 50 Jahren mit chronischem Reflux und Übergewicht. „Sie entwickeln in 13 Prozent der Fälle eine Barrett-Schleimhaut. Deren Risiko einen Krebs zu entwickeln ist 40-125fach, und damit im Vergleich zur Normalbevölkerung stark erhöht“, ergänzt der Chefarzt der Medizinischen Klinik III am St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim. Neben Reflux und Übergewicht stellt vitaminarme Ernährung einen wesentlichen zusätzlichen Risikofaktor dar. Häufiges Sodbrennen ist das wichtigste Alarmzeichen für krankhafte Veränderungen in der Speiseröhre.

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  • Verkürztes Chromosom 5 (blaue Pfeile) und zusätzliche komplexe Veränderungen (weiße Pfeile) bei einer Patientin, die während der Behandlung eine Leukämie entwickelte. - Foto: Prof. Dr. B. Schlegelberger
    Forschung

    Verkürztes Chromosom 5 (blaue Pfeile) und zusätzliche komplexe Veränderungen (weiße Pfeile) bei einer Patientin, die während der Behandlung eine Leukämie entwickelte. - Foto: Prof. Dr. B. SchlegelbergerSeit wenigen Jahren steht das Medikament Lenalidomid® zur Verfügung mit dem eine Form der Leukämie – das Myelodysplastische Syndrom (MDS) – gezielt therapiert werden kann. Forscherinnen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) halfen nun bei der Aufklärung, warum bei einigen Patienten, die an dieser speziellen Blutstammzellerkrankung erkrankt sind, trotz der neuartigen Behandlung eine aggressive Form der Leukämie entsteht. Gemeinsam mit Dr. Sten Jacobsen aus Oxford, Kollegen aus Schweden sowie den USA berichten die Forscherinnen des MHH-Instituts für Zell- und Molekularpathologie, dass die unreifen Knochenmark-Stammzellen – anders als die Masse der reiferen Vorläuferzellen – durch das Medikament nicht beseitigt werden. „Tatsächlich entwickelten sich bei einigen Patienten aggressive Leukämien, die in den meisten Fällen nach wenigen Monaten zum Tod führten“, berichtet Professorin Dr. Brigitte Schlegelberger, Direktorin des MHH-Instituts für Zell- und Molekularpathologie. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher nun in der neusten Ausgabe des renommierten Fachmagazins New England Journal of Medicine.

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