Nutzen von PET und PET/CT bei Eierstockkrebs ist nicht belegt

Mangels Studien gibt es derzeit keine Belege, dass Patientinnen mit Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) von der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) alleine oder in Kombination mit einer Computertomographie (CT) einen Nutzen haben. Was die diagnostische Güte betrifft, lassen sich Rückfälle (Rezidive) in bestimmten Fällen mit PET oder PET/CT früher und genauer erkennen als mit konventionellen bildgebenden Verfahren. Zu diesem Ergebnis kommt der Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), den die Kölner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am 23. Mai 2012 publiziert haben.

Nur in bestimmten Fällen werden Rezidive zuverlässiger erkannt als mit herkömmlichen Verfahren

Zuverlässigere Diagnose soll Therapie verbessern

Eierstockkrebs ist der fünfthäufigste Tumor bei Frauen. In Deutschland erkranken von 100.000 Frauen jährlich 15,9 an einem Ovarialkarzinom und 8 von 100.000 Frauen sterben jährlich daran. Da Eierstöcke tief im Bauchraum liegen und ein Tumor dort üblicherweise lange keine Beschwerden bereitet, werden Tumoren im Bereich der Eierstöcke häufig erst spät entdeckt.

Viele Fachleute hoffen, dass eine Untersuchung mit PET oder PET/CT alleine oder in Kombination mit anderen Methoden besser in der Lage ist, bei einem Verdacht auf Eierstockkrebs zwischen bösartigen und gutartigen Tumoren zu unterscheiden. Sie könnte auch helfen, Tumoren in das korrekte Stadium einzuteilen, besser zu beurteilen, ob sie auf eine Therapie ansprechen sowie früher und mit höherer Gewissheit feststellen zu können, ob ein Rückfall (Rezidiv) oder eine Tochtergeschwulst (Metastase) aufgetreten ist. Diese Informationen sollen es dann ermöglichen, den Patientinnen bessere Therapieempfehlungen zu geben.

Nutzen für Patientinnen entscheidend

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IQWiG haben deshalb weltweit in der Fachliteratur nach Studien gesucht, in denen Auswirkungen der Diagnostik mittels PET oder PET/CT auf gesundheitliche Aspekte untersucht wurden, die für Patientinnen unmittelbar relevant sind. Zum Beispiel könnten die Untersuchungsergebnisse – und eine entsprechend angepasste Therapie – dazu beitragen, dass Patientinnen bessere Überlebenschancen haben, dass ihnen unnötige Operationen oder weitere diagnostische Eingriffe erspart bleiben, oder dass sich ihre Lebensqualität verbessert. Allerdings blieb die Suche nach solchen Studien erfolglos, so dass die Frage nach dem patientenrelevanten Nutzen der PET oder PET/CT unbeantwortet bleiben musste.

PET kann in bestimmten Fällen Rezidive besser erkennen

Zusätzlich haben die IQWiG-Autorinnen und Autoren auch nach Studien gesucht, in denen die diagnostische Genauigkeit und Vorhersagekraft der PET oder PET/CT mit anderen Untersuchungsverfahren verglichen wurde. Dabei geht es um die Frage, wie oft eine PET-Untersuchung ein richtiges Ergebnis liefert. Sie sollte auf der einen Seite so selten wie möglich echte Tumoren übersehen, auf der anderen Seite aber auch keinen falschen Verdacht wecken.

Hier konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwar die Ergebnisse aus insgesamt 40 Einzelstudien auswerten. Allerdings lassen diese lediglich in Hinblick auf das Erkennen eines Rezidivs eine belastbare Aussage zu: Demnach scheint die PET oder PET/CT zuverlässiger als andere Verfahren einen Rückfall feststellen oder ausschließen zu können. Hier bleibt allerdings unklar, ob dies nur für Patientinnen gilt, bei denen bereits Symptome (z. B. Schmerzen) auftreten oder auch für jene, die bei der routinemäßigen Nachsorge einen auffälligen Befund im Bluttest haben. Denn dazu machen nur die wenigsten Studien genaue Angaben.

Patientinnen ausführlich über Nutzen und Schaden informieren

Da aber auch bei diesen Patientinnen nicht untersucht ist, ob sich die höhere Testgüte der PET oder PET/CT positiv auf die Sterblichkeit, die Krankheitslast oder die Lebensqualität auswirkt, geht das IQWiG davon aus, dass ein patientenrelevanter Nutzen der PET oder der PET/CT nicht belegt ist. So ist insbesondere fraglich, ob ein mittels PET oder PET/CT entdecktes Rezidiv tatsächlich besser behandelt werden kann – und die Patientin damit einen spürbaren Vorteil hat.

Ärztinnen und Ärzte sollten ihre Patientinnen deshalb unbedingt ausführlich nicht nur über den möglichen Nutzen in Form einer früheren Diagnose, sondern auch über den möglichen Schaden informieren. Letzterer kann darin bestehen, dass früher eine mit erheblichen Nebenwirkungen verbundenen Zweitlinien-Therapie begonnen wird, ohne dass diese das Überleben der Patientinnen verlängern kann. Daher wären dringend Studien notwendig, die den patientenrelevanten Nutzen der PET oder der PET/CT bei der Diagnostik von Ovarialkarzinomen im direkten Vergleich mit konventionellen Diagnoseverfahren untersuchen.

Zum Ablauf der Berichtserstellung

Die vorläufigen Ergebnisse, den sogenannten Vorbericht, hatte das IQWiG im Juli 2011 veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Nach dem Ende des Stellungnahmeverfahrens wurde der Vorbericht überarbeitet und als Abschlussbericht im März 2012 an den Auftraggeber versandt. Die schriftlichen Stellungnahmen werden in einem eigenen Dokument zeitgleich mit dem Abschlussbericht publiziert. Der Bericht wurde gemeinsam mit externen Sachverständigen erstellt.

Pressemitteilung Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Dr. Anna-Sabine Ernst


Krebszeitung

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  • Mikroskopische Aufnahme eines Gewebsschnitts durch einen Dickdarmtumor mit Spezialfärbung: Die blau angefärbten Zellen produzieren den Wachstumsfaktor Epiregulin. Es handelt sich zum Großteil um Bindegewebszellen (Tumorfibroblasten). - Foto: Dr. Clemens Neufert
    Darmkrebs

    Mikroskopische Aufnahme eines Gewebsschnitts durch einen Dickdarmtumor mit Spezialfärbung: Die blau angefärbten Zellen produzieren den Wachstumsfaktor Epiregulin. Es handelt sich zum Großteil um Bindegewebszellen (Tumorfibroblasten). - Foto: Dr. Clemens NeufertEin Zusammenhang von Darmentzündung und Darmkrebs wurde seit Langem vermutet. Nun hat ein internationales Forscherteam unter Federführung der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie (Direktor: Prof. Dr. Markus F. Neurath) des Universitätsklinikums Erlangen zeigen können, dass bestimmte Bindegewebszellen ein wichtiges Brückenglied zwischen Darmentzündung und Darmkrebs bilden. Diese sogenannten Tumorfibroblasten fördern in entzündlicher Umgebung die Produktion und Freisetzung eines Schlüsseleiweißes und Wachstumsfaktors namens Epiregulin, das das Darmkrebswachstum aktiv beschleunigen kann.

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