Onkologische Fachorganisationen begrüßen die Verabschiedung des Krebsfrüherkennungs- und Registergesetzes

Atlas der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister - Quelle: GEKID
Atlas der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister - Quelle: GEKID

Höhere Fallpauschale schafft gute Bedingungen für klinische Krebsregister

Berlin, 1. 2. 2013 – Mit der Verabschiedung des Krebsfrüherkennungs- und Registergesetzes (KFRG) durch den Deutschen Bundestag ist ein wichtiger Meilenstein zur Verbesserung der Krebsversorgung in Deutschland gelegt. So lautet das einhellige Urteil der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tumorzentren. Alle drei Organisationen begrüßen insbesondere die Zustimmung des Bundestags zur Erhöhung des Kassenanteils, mit dem künftig die Betriebskosten der klinischen Krebsregister in Deutschland finanziert werden sollen. Die so genannte Fallpauschale wurde von ursprünglich vorgesehenen 94 Euro auf 119 Euro angehoben.

Das Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz (KFRG) folgt den Umsetzungsempfehlungen des Nationalen Krebsplans, indem es die Rahmenbedingungen zur Durchführung organisierter Früherkennungsprogramme regelt. Ferner sieht es vor, dass alle Bundesländer klinische Krebsregister einrichten, die als fachlich unabhängige Einrichtungen alle wichtigen im Verlaufe einer Krebserkrankung und ihrer Behandlung anfallenden Daten erfassen.

Das Gesetz schaffe einheitliche Voraussetzungen, um den gesamten  Behandlungsverlauf von Krebspatienten einschließlich des Behandlungsergebnisses zu erfassen und die Ergebnisqualität darzustellen, erklärte Dr. Monika Klinkhammer-Schalke, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tumorzentren. „Mittels der Krebsregisterdaten wird es möglich sein, die Qualität der Therapie zu optimieren und die Krebsbehandlung insgesamt zu verbessern“, sagte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Zu begrüßen sei zudem, dass das Gesetz auch neue Möglichkeiten für die Versorgungsforschung eröffnet, denn die Daten der klinischen Krebsregister sollen unter strengem Datenschutz auch der Wissenschaft zur Verfügung stehen. Neben der Qualitätssicherung könnten so auch wichtige Impulse zur Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen entstehen.

„Eine Verbesserung der onkologischen Versorgung durch die flächendeckende Einrichtung klinischer Krebsregister gelingt nur durch eine möglichst vollständige und aktuelle Registererfassung aller relevanten Daten. Das setzt gut ausgebildetes Personal und eine leistungsfähige EDV-Struktur voraus“, ergänzte Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft. „Deshalb haben wir uns gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tumorzentren für eine angemessene Finanzierung der Krebsregister stark gemacht. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Politik bei der Verabschiedung des Gesetzes unseren Empfehlungen gefolgt ist.“ Bereits im Dezember 2012 hatte die Deutsche Krebshilfe ihre Bereitschaft erklärt, 90 Prozent der Investitionskosten für den Aufbau der Krebsregister – 7,2 Mio. Euro – zu übernehmen. Die Länder tragen die verbleibenden zehn Prozent.

Das Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz (KFRG)
Das KFRG enthält Regelungen zur Krebsfrüherkennung und zum flächendeckenden Ausbau klinischer Krebsregister. So sollen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen künftig als organisierte Früherkennungsprogramme durchgeführt werden, und zwar unter Berücksichtigung hochwertiger nationaler und europäischer Leitlinien. Das betrifft derzeit ‒ neben dem bereits eingeführten Mammographie-Screening ‒ vor allem die Früherkennung von Gebärmutterhals- und Darmkrebs.

Die laut Gesetz vorgesehene Einrichtung klinischer Krebsregister erfolgt durch die Länder, wobei die Daten flächendeckend und möglichst vollzählig erfasst sowie jährlich landesbezogen ausgewertet werden. Die Datenerfassung erfolgt bezogen auf den Behandlungsort und erlaubt einen wohnortbezogenen Datenaustausch, d.h. die behandelnde Einrichtung meldet alle Schritte zur Behandlung eines Krebsfalls an das für sie zuständige Register. So können die ausgewerteten Daten an die Leistungserbringer vor Ort zurückgemeldet werden. Die Auswertung baut hierfür auf statistisch gut auswertbaren hohen Fallzahlen auf. Eine datensparsame Tumordokumentation schafft zudem bundesweit einheitliche Voraussetzungen für die Datenerfassung und hilft, Mehrfachdokumentationen zu vermeiden. Weitere Informationen unter www.bmg.bund.de.

Die Deutsche Krebsgesellschaft
Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) ist mit zirka 7.000 Mitgliedern das größte onkologische Experten-Netzwerk im deutschsprachigen Raum. Ziel ihrer fachübergreifenden Arbeit ist eine flächendeckende, qualitätsgesicherte Versorgung und die Sicherstellung von Innovation in der modernen Krebsmedizin. Die DKG hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, durch Zertifizierung die Qualität der Krebsversorgung zu überprüfen, damit die Betroffenen sicher sein können, nach bestem Kenntnisstand behandelt zu werden.

Die Deutsche Krebshilfe
Die Deutsche Krebshilfe e. V. (DKH) wurde am 25. September 1974 von Dr. Mildred Scheel gegründet. Ziel der gemeinnützigen Organisation ist es, die Krebskrankheiten in all ihren Erscheinungsformen zu bekämpfen. Nach dem Motto „Helfen. Forschen. Informieren.“ fördert die Organisation Projekte zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie, medizinischen Nachsorge und psychosozialen Versorgung einschließlich der Krebs-Selbsthilfe. Die Deutsche Krebshilfe ist der wichtigste private Geldgeber auf dem Gebiet der Krebsforschung in Deutschland.

Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Tumorzentren
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e.V. (ADT) strebt eine sektorübergreifende, flächendeckende, bevölkerungsbezogene und qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten an. Sie wurde 1978 als Dachverband der Tumorzentren in Deutschland gegründet. Heute gehören der ADT 49 Tumorzentren und Onkologische Schwerpunkte an. In den ADT-Gremien werden Konzepte zur Aufgabenstellung, Struktur, Ausstattung, Personal- und Finanzbedarf der Tumorzentren erstellt.

Pressekontakt der Deutschen Krebsgesellschaft
Dr. Katrin Mugele
Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft
Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin
Tel: (030) 787 087 53 / (030) 781 686 9
Fax: (03212) 781 686 9
E-Mail: mugele@krebsgesellschaft.de
www.krebsgesellschaft.de

Pressekontakt der Deutschen Krebshilfe
Dr. med. Svenja Ludwig
Pressestelle der Deutschen Krebshilfe
Buschstr. 32, 53113 Bonn
Tel: (0228) 7 29 90-270
Fax: (0228) 7 29 90-11
E-Mail: ludwig@krebshilfe.de
www.krebshilfe.de

Kontakt zur Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren
Dr. Monika Klinkhammer-Schalke
Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren
Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin
Tel: (030) 3 22 932 9-82
Fax: (030) 3 22 932 9-83
E-Mail: adt@tumorzentren.de
www.tumorzentren.de

Pressemitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft, Dr. Katrin Mugele


Krebszeitung

--Download Onkologische Fachorganisationen begrüßen die Verabschiedung des Krebsfrüherkennungs- und Registergesetzes als PDF-Datei --


  • Prof. Dr. Wolfgang Janni testet Chemotherpieregime, endokrine Therapie und Lifestyle Intervention Quelle: UKD
    Studien

    Prof. Dr. Wolfgang Janni testet Chemotherpieregime, endokrine Therapie und Lifestyle Intervention Quelle: UKDDie Düsseldorfer Universitäts-Frauenklinik informiert über den Start der von ihr geleiteten und bundesweit an über 250 Zentren durchgeführten klinischen Studie zur Brustkrebstherapie “ SUCCESS C“. An rund 3.500 Patientinnen untersucht die Studie in der dritten und letzten Testphase die Effektivität weniger belastender Chemotherapieregime und zum weltweit ersten Mal die hormonelle Krebsbehandlung auf der Grundlage eines Befundes von zirkulierenden Tumorzellen im Blut. Die Studie schließt außerdem eine wissenschaftliche Analyse des Einflusses eines „gesunden Lebensstils“ auf die Prognose von Brustkrebspatientinnen ein, über den immer wieder spekuliert wird.

    […mehr lesen]

  • Krebsforschungszentrums KID - Quelle: Tobias Schwerdt, Deutsches Krebsforschungszentrum
    Prostatakrebs

    Erste Heidelberger Studie mit Ionenstrahlen / Bestrahlung bei Gesellschaft für Schwerionenforschung GSI in Darmstadt / Heidelberger Ionenstrahlentherapiezentrum ab 2007 in Betrieb. Im Juni 2005 beginnt die europaweit erste klinische Studie, die die Wirksamkeit der Ionenstrahltherapie (so genannte schwere Ionen) bei Patienten mit Prostatakrebs untersucht.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit

  • Zahl der Ebola-Toten steigt Behörden bestätigen Opfer im Kongo
    am 26. Mai 2018 um 16:25

    Zahl der Ebola-Toten steigt Behörden bestätigen Opfer im Kongo  Kölnische RundschauDeutschland unterstützt Kampf gegen Ebola-Ausbruch im Kongo  Yahoo Nachrichten DeutschlandDrei Patienten fliehen aus Klinik in Mbandaka  SPIEGEL ONLINE„Es kam zur Katastrophe, weil politisch versagt […]

  • Meine Gelddruckmaschine
    am 26. Mai 2018 um 14:42

    Meine Gelddruckmaschine  wallstreet-onlineFull coverag […]

  • Mit neuer Antibiotika-Alternative bakterielle Infektionen bekämpfen
    am 26. Mai 2018 um 14:33

    Mit neuer Antibiotika-Alternative bakterielle Infektionen bekämpfen  Heilpraxisnet.deFull coverag […]

  • WHO warnt vor Nipah-Erreger
    am 26. Mai 2018 um 12:29

    WHO warnt vor Nipah-Erreger  tagesschau.deRisiko einer Infektion mit den Nipah-Virus für Touristen gering  Ärzte ZeitungNipah-Virus 2018: Killer-Virus! Droht uns jetzt eine Pandemie?  news.deFull coverag […]

  • Schwerste Grippewelle im Südwesten seit Jahren ist vorüber
    am 26. Mai 2018 um 07:22

    Schwerste Grippewelle im Südwesten seit Jahren ist vorüber  Süddeutsche.deUngewöhnlich schwere Grippewelle - mehr als 1600 Tote  SPIEGEL ONLINERobert Koch-Institut: Bilanz: Ungewöhnlich starke Grippewelle - mehr als 1600 Tote  FOCUS OnlineGrippewelle fiel ungewöhnlich stark […]