Onkologische Zweitmeinung mit Qualitätssiegel

Bilder aus zwei unterschiedlichen Verfahren werden digital miteinander verschmolzen – Ultraschall-Aufnahmen und Daten aus dem MRT, dem Magnetresonanztomografen. Uniklinikum Tübingen
Bilder aus zwei unterschiedlichen Verfahren werden digital miteinander verschmolzen – Ultraschall-Aufnahmen und Daten aus dem MRT, dem Magnetresonanztomografen. Uniklinikum Tübingen

Köln, 24. November 2014 – Zweitmeinungen können bei Patienten mit onkologischen Erkrankungen das Vertrauen in die Anti-Tumor-Therapie stärken und dazu beitragen, ein optimales Behandlungskonzept zu erstellen. Allerdings muss eine hohe Qualität der Zweitmeinung gewährleistet sein. Der Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland – BNHO e.V. kooperiert ab sofort mit der IKK gesund plus aus Sachsen-Anhalt, um eine qualitativ hochwertige onkologische Zweitmeinungen innerhalb der GKV zu ermöglichen.

Das Einholen von Zweitmeinungen ist in der Medizin nichts Neues: Schon immer haben Ärzte, die sich bei einer Diagnose oder Therapieentscheidung unsicher fühlten, bei Kollegen mit spezifischer Expertise um Rat gefragt. Und schon immer gab es Patienten, die mehr als nur einen Arzt aufgesucht haben, bevor sie sich mit einer vorgeschlagenen Behandlung einverstanden erklärten. In Zeiten zunehmender Qualitätsdiskussionen im Gesundheitswesen und nicht zuletzt auch dank des Internets haben ärztliche Zweitmeinungen in den letzten Jahren deutlich an Popularität gewonnen. Hinter vielen Angeboten stecken oftmals kommerzielle Interessen.

Onkologische Zweitmeinung auf Kassengutschein

Mit einer neuen Projektkooperation wollen der Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland – BNHO e.V. und die Krankenkasse IKK gesund plus aus Sachsen-Anhalt jetzt dafür sorgen, dass Patienten mit hämatologischen oder onkologischen Erkrankungen auf Wunsch eine Zweitmeinung erhalten, bei der die Qualität stimmt und die Finanzierung geregelt ist. „Die Einbindung des BNHO ist dabei eine Art Qualitätssiegel für die Zweitmeinung“, erläutert der BNHO-Geschäftsführer Armin Goetzenich. „Unsere Mitglieder sind ausgewiesene Krebsspezialisten mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung und emotionalen Begleitung von Krebspatienten. Niemand ist besser geeignet, eine qualifizierte Zweitmeinung zu erstellen, die den Patienten auch wirklich weiterhilft.“ Herausragendes Element der neuen Projektkooperation ist, dass die niedergelassenen Krebsspezialisten die Zweitmeinung nicht auf Basis der Patientenakte erstellen, sondern im Rahmen der persönlichen Vorstellung und Untersuchung.

Kooperation bringt Vorteile für alle Beteiligten
„Aus unserer Sicht ist die Projektkooperation mit dem BNHO optimal“, betont Uwe Schröder, Vorstand der IKK gesund plus. „Zweitmeinungen werden insbesondere von Krebspatienten zunehmend nachgefragt. Als IKK gesund plus können wir Patienten mit Krebserkrankungen bei entsprechenden Anfragen jetzt ein attraktives und vor allem qualitativ hochwertiges Serviceangebot machen. Dadurch wird sich die Zufriedenheit der Patienten mit der Versorgung verbessern, und gleichzeitig tragen wir bei den oft sehr aufwändigen Krebstherapien zu einer besseren Versorgungsqualität bei.“

Aus Sicht der Patienten wird durch die Projektkooperation von BNHO und IKK gesund plus nicht nur die Erstattung der Kosten für die Zweitmeinung klar und unbürokratisch geregelt. Die „Zweitmeinung mit BNHO-Siegel“ erspart den Patienten auch eine zeitraubende Suche nach entsprechenden Experten und schützt vor Anbietern mit kommerziellem Interesse. Politisch werden BNHO und IKK gesund plus mit ihrer Initiative zu einem Trendsetter: Das Versorgungsstärkungsgesetz, das sich derzeit in der politischen Abstimmung befindet, soll ein Recht auf Zweitmeinung im Gesetz verankern. Die Details regelt der Gemeinsame Bundesausschuss. „Bis das so weit ist, werden sicherlich von unserem Projekt schon viele Krebspatienten profitiert haben“, so Goetzenich.

Über den BNHO e.V.
Der Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland – BNHO e.V. ist im Mai 2000 mit Sitz in Berlin gegründet worden und vertritt bundesweit die berufspolitischen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Interessen seiner Mitglieder. Aktuell sind 580 niedergelassene Fachärzte der Inneren Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie bzw. mit vergleichbarer hauptamtlicher onkologischer Tätigkeit im Berufsverband Mitglied. Die im BNHO zusammengeschlossenen Hämatologen und Onkologen behandeln jährlich gut 600.000 Krebskranke. Der Vorstand besteht aus acht Personen und wird alle drei Jahre gewählt. Die Geschäftsstelle befindet sich in Köln.

Pressemitteilung der BNHO und IKK gesund plus, Kirsten Thellmann und Ulrike Feldhusen

5000 Hodentumor-Zweitmeinungen verbessern Behandlungsqualität


Krebszeitung

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  • In Leukämiezellen (hier lila) wird durch das neue Medikament der Signalweg zum natürlichen Absterben wieder freigemacht. Foto: Universitätsklinikum Ulm
    Forschung

    Welche Rolle spielt die Umgebung der blutbildenden Stammzellen bei Leukämie und Lymphom?

    Eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschergruppe wird künftig die Untersuchung der Umgebung von blutbildenden Stammzellen vorantreiben. Sprecher der Gruppe ist Privatdozent Dr. Robert Oostendorp von der III. Medizinischen Klinik für Hämatologie/Onkologie des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München. Ziel ist es, die unmittelbare Umgebung der Blutstammzellen im Knochenmark besser zu verstehen, um mit diesem Wissen Krankheiten des Blut- und Lymphsystems besser behandeln zu können. Die DFG fördert die Gruppe mit 2,5 Millionen Euro zunächst für drei Jahre.

    Dass Stammzellen, die für die Blutbildung verantwortlich sind, im Knochenmark vorkommen, ist bekannt. Wie wichtig auch ihre unmittelbare Umgebung, die so genannte hämatopoetische Nische, ist, wird jedoch erst seit kurzem genauer untersucht. Die Forscher vermuten, dass die Nische zwei wichtige Funktionen erfüllt: Zum einen gehen sie davon aus, dass die Blutstammzellen in der Nische ruhig gehalten werden und in Stresssituationen, wie bei Wunden oder Infektionen, aber auch bei Bestrahlungen oder Chemotherapie, vom Körper freigesetzt werden, um neues Blut zu bilden. Zum anderen nehmen sie an, dass eine kontinuierliche Freisetzung von Blutstammzellen Krebs verursachen könnte. Neue Blutzellen entstehen durch Zellteilung, bei jeder Teilung entstehen bis zu 1.000 Mutationen, von denen jedoch nur ein Teil repariert werden kann. Unreparierte Mutationen könnten langfristig Krebserkrankungen wie Leukämie oder Lymphome auslösen.

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  • Überlebensraten von Kindern und Jugendlichen mit Krebs - Quelle: Deutsches Kinderkrebsregister Mainz
    Deutsche Krebshilfe

    Bonn (jft) – Unter dem Motto „Mein Kind bedeutet mir alles“ findet am 4. Februar der Weltkrebstag 2006 statt. Ausgerufen hat diesen Tag die Union International Contre le Cancer (UICC). Weltweit informieren Patientenverbände, Gesundheitsbehörden sowie Forschungs- und Therapiezentren über den Kampf gegen Krebserkrankungen im Kindesalter. Dabei klären sie darüber auf, wie sich Tumoren erkennen lassen und wie sie angemessen und erfolgreich behandelt werden können.

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