Operative Behandlung des weißen Hautkrebses

Weisser Hautkrebs - Quelle: Universitäts-Hautklinik Tübingen
Weisser Hautkrebs - Quelle: Universitäts-Hautklinik Tübingen

Basalzellkarzinome und spinozelluläre Karzinome, der so genannte „weiße“ Hautkrebs, sind die häufigsten bösartigen Tumoren des Menschen. Diese Geschwülste treten überwiegend im Gesicht auf und zerstören das gesunde Gewebe. Als Therapie stehen ein operativer Eingriff oder aktuell auch Salbenbehandlungen – zum Teil mit Rotlichtbestrahlung – zu Wahl. Prof. Helmut Breuninger rät zur Operation, da sie für den Patienten erheblich sicherer ist. Der Oberarzt der Tübinger Hautklinik hat dies jetzt im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft* veröffentlicht. Seine Studie mit knapp 5000 Patienten zeigt, dass die Operation zudem beste kosmetische Ergebnisse erzielt.

Tübinger Universitäts-Hautklinik plädiert für operative Behandlung des „weißen“ Hautkrebses

Weltweit größte Studie zeigt: Kosmetische Ergebnisse nach Operation hervorragend, bei höchster Sicherheit für Patienten

Der „weiße“ Hautkrebs bildet Wurzeln aus, die oftmals innen viel größer sind als außen, sozusagen wie Eisberge. Weder im Ultraschall noch im Röntgen oder in der Kernspintomografie lassen sich diese Eisberge in ihrer tatsächlichen Ausdehnung erkennen. Nur in einer speziellen feingeweblichen mikroskopischen Untersuchung mit gefärbten Schnitten und 250facher Vergrößerung, der an der Tübinger Universitäts-Hautklinik entwickelten 3D-Histologie, sind die Tumorausläufer zu sehen. Es ist fraglich, ob diese verborgenen, aber gefährlichen Ausläufer von den Salben erfasst werden, da ihre Wirkung eher oberflächlich ist. Weiterer Vorteil der 3D-Histologie ist, dass nicht nur das ganze Tumorgewebe entfernt, sondern auch gesundes Gewebe geschont wird.

Viele Menschen mit „weißem“ Hautkrebs haben Angst vor Entstellungen im Gesicht und einer vermeintlich schmerzhaften Operation. Eine ebenfalls an der Universitäts-Hautklinik entwickelte computergesteuerte örtliche Betäubung macht diese Angst überflüssig. Denn die Betäubung ist nicht schmerzhafter als eine Akupunktur. Die Rotlichtbestrahlung kann hingegen sehr schmerzhaft sein.

Zu den ästhetischen Ergebnissen dieser minimal invasiven Chirurgie verweist Prof. Breuninger auf seine Studie mit nahezu 5.000 Patienten. Obgleich viele unter sehr großen Tumoren litten, war das objektive kosmetische Ergebnis bei über 80 Prozent sehr gut bis gut. Nur bei drei Prozent blieben die Operationsfolgen noch deutlich sichtbar. Evaluiert wurde bis zu vier Jahre nach der Operation durch den niedergelassenen Arzt der Patienten. Von den Patienten selbst werden die Resultate noch besser beurteilt.

Prof. Breuninger betont: „Alle Fakten zeigen, dass die operative Behandlung des „weißen“ Hautkrebses mit sanfter Lokalanästhesie und 3D-Histologie nicht nur die größte Sicherheit gewährt, sondern auch kosmetisch Maßstäbe setzt.“ Auch eine neue Veröffentlichung im British Medical Journal, die Daten aus 25 großen Studien zusammenfasst, bestätigt, dass die Operation dieser Tumoren für die Patienten nach wie vor die größte Aussicht auf Heilung bietet.

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Hautklinik
Prof. Dr. med. Helmut Breuninger, Oberarzt
Tel. 0 70 71 / 29-8 37 51, 29-8 45 90,
Fax 0 70 71 / 29-45 88

helmut.breuninger@med.uni-tuebingen.de

Pressemitteilung Universitätsklinikum Tübingen, Dr. Ellen Katz


Krebszeitung

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  • Chemosaturation-Kreislauf -Quelle: Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.
    Chemotherapie

    Neuherberg, 10.05.2013. Die Funktion der Mitochondrien – auch als Kraftwerke der Zellen bezeichnet – ist entscheidend dafür, ob und wie einige Chemotherapeutika im Gewebe wirken. Damit haben Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München ein entscheidendes Zellmerkmal entdeckt, das den Therapieerfolg vorhersagen könnte. Ihre Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift ‚The Journal of Pathology‘ veröffentlicht.

    Das Ansprechen auf eine Chemotherapie bei Krebspatienten kann individuell sehr unterschiedlich sein. Die Gründe hierfür sind vielfältig und weitgehend unbekannt. Wissenschaftlern der Abteilung Analytische Pathologie (AAP) am Helmholtz Zentrum München ist es nun gelungen, einen beteiligten Mechanismus aufzudecken. Dr. Michaela Aichler und ihre Kollegen fanden heraus, dass die Funktion von Enzymen in der Atmungskette, die in den Mitochondrien der Zellen stattfindet, die Empfindlichkeit der Zellen für Cisplatin-basierte Chemotherapeutika steuert.

    Dazu untersuchten die Wissenschaftler das Gewebe von Tumoren der Speiseröhre, des Magens und der Brust von insgesamt 428 Patienten. Mittels bildgebender Verfahren (sogenanntes MALDI-Imaging und LC-MS/MS) konnten Proteinmuster der Zellen erstellt und die dargestellten Enzyme identifiziert werden. Diese Muster von vorhandenen bzw. fehlenden Enzymfunktionen verglichen die Wissenschaftler mit dem klinischen Ansprechen der Patienten auf eine Cisplatin-enthaltende Chemotherapie.

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  • Das HIV-Medikament Maraviroc blockiert das Oberflächeneiweiß CCR5. Dadurch werden die Makrophagen in der Leber aktiviert die Metastasen zu bekämpfen. Die Metastasen in der Leber (links) verschwanden nach Behandlung (rechts). Copyright: NCT Heidelberg
    Darmkrebs
    Eine Darmkrebserkrankung mit Metastasen ist schwer zu behandeln. Wissenschaftler des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) und des Universitätsklinikums Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben jetzt herausgefunden, dass sich die Metastasen das Immunsystem [...mehr lesen]

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