Paradigmenwechsel in der onkologischen Bildgebung

Kongress - pixabay
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Der erste Vormittag des TopClinica-Kongresses „Medizin braucht Zukunft“, der vom 24. bis 26. Juni in der Neuen Messe Stuttgart stattfindet, ist ganz dem Bild gewidmet. Hochrangige Experten berichten über die neuesten Verfahren zur Diagnose von Herz-, Krebs- und Gehirnerkrankungen.

Vom einzelnen Organ zum ganzen Körper

Der Tübinger Radiologe Prof. Dr. Claus Claussen postuliert in seinem Vortrag „Vom einzelnen Organ zum ganzen Körper“ einen Paradigmenwechsel in der onkologischen Bildgebung: „Wenn wir früher die Ausbreitungswege eines Tumors, also seine Metastasierung, feststellen wollten, waren viele aufwändige Untersuchungen einzelner Organe nötig. Mithilfe der neuen Multidetekor CT-Geräte, dem Ganzk örper-MRT, der molekularen Bildgebung und den modernen Hybridgeräten können wir heute in kurzer Zeit den gesamten Körper erfassen.“

Die Technologie der medizinischen Bildgebung befindet sich inmitten eines enormen Evolutionssprungs: Ob digitales Röntgen, Computertomographie, Kernspin, Ultraschall oder nuklearmedizinische Verfahren wie PET oder SPECT – die Geräte werden immer leistungsstärker, schneller, präziser und strahlungsärmer. Und mit einer neuen Generation medizinischer Systeme, den Hybridgeräten, können sogar zwei oder mehr Verfahren miteinander kombiniert werden.

PET/CT, SPECT/CT und die ganz neuen MR/PET-Geräte produzieren in Minutenschnelle hoch aufgelöste, dreidimensionale Bilder des ganzen Körpers, die jede Gefäßverengung und jeden noch so kleinen Krebsherd ans Licht bringen.

„Die modernen Methoden verschieben den Fokus der Bildgebung von einer rein organbezogenen Sicht hin zu einer ganzheitlichen und systembezogenen Krankheitsdiagnostik und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer individualisierten Medizin in der Onkologie“, so Claussen. „Wir können dadurch nicht nur Krebsherde früh erkennen, sondern auch den Verlauf und den Erfolg der Behandlung optimieren.

Durch die molekulare Bildgebung können Ärzte sehr schnell feststellen, ob eine Therapie anschlägt oder nicht. Wenn die Strahlen- oder Chemotherapie nicht die gewünschte Wirkung zeigt, kann sie entweder umgestellt oder ganz eingestellt werden. Denn warum sollten wir Patienten mit einer anstrengenden Behandlung belasten, die nichts nützt?“

Die Verlaufsbeobachtung von Tumortherapien mit hybrider Bildgebung ist der Schwerpunkt des Vortrags von PD Dr. Gerald Antoch aus Essen. Prof. Dr. Rüdiger Schulz-Wendtland aus Erlangen berichtet über seine Erfahrungen mit der digitalen Mammographie mit Tomosynthese und Prof. Dr. Günter Layer aus Ludwigshafen stellt im Panel „Diagnostische Bildgebung Krebs“ die Frage, ob die virtuelle Endoskopie mittels CT oder Kernspin eine gleichwertige Alternative zur herkömmlichen Magen- Darmspiegelung darstellt.

Der TopClinica Kongress „Medizin braucht Zukunft“ mit Fachmesse für Medical Equipment and Solutions findet vom 24. bis 26. Juni 2009 auf der Neuen Messe Stuttgart statt.

Das ausführliche Kongressprogramm, Texte und Pressefotos sowie Informationen zur Anmeldung finden Sie im Internet unter www.topclinica.de

Pressemitteilung Universitätsklinikum Tübingen, Dr. Ellen Katz


Krebszeitung

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  • Verteilung der Kindertumoren - Quelle: Deutsches Kinderkrebsregister Mainz
    Krebs bei Kindern

    Berlin-Buch, 17.03.2005. Die Wilhelm-Sander-Stiftung unterstützt ein zweijähriges Forschungsprojekt zur Identifizierung und Charakterisierung von resistenten Restzellen bei Kindern mit lymphatischen Leukämien mit 165.000 Euro. Ziel ist die rechtzeitige Umstellung auf eine intensivierte Therapie zur Bekämpfung dieser Restzellen und einer vollständigen Heilung. Das Projekt wird am HELIOS Klinikum Berlin-Buch – Robert-Rössle-Klinik, Charité Campus Buch durchgeführt.

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  • Hirntumor - Quelle: NGFN
    Hirntumoren

    Operation, Strahlen- und Chemotherapie sind bei der Behandlung von bösartigen Hirntumoren meist wenig erfolgreich. Deshalb verfolgt die Arbeitsgruppe Neuroonkologie um Prof. Michael Weller aus der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen seit mehreren Jahren auch alternative Konzepte zu deren Therapie. Maligne Hirntumorzellen haben die besondere Eigenschaft, das Immunsystem betroffener Patienten zu schwächen. Dadurch entziehen sich die Tumorzellen einer wirksamen Immunabwehr.

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