Patienten fordern Früherkennung von Blasenkrebs

Der neue hochempfindliche Bluttest unterscheidet genau zwischen gut- und bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und erkennt gefährliche Veränderungen in frühesten Stadien. Uniklinikum Dresden
Der neue hochempfindliche Bluttest unterscheidet genau zwischen gut- und bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und erkennt gefährliche Veränderungen in frühesten Stadien. Uniklinikum Dresden

Die Krebs-Früherkennung gerät immer wieder fälschlicherweise unter Beschuss. In einigen Publikationen wird der Nutzen entsprechender Vorsorgeuntersuchungen angezweifelt und vor möglichen negativen Folgen wie Überdiagnosen und Übertherapien gewarnt. Gleichzeitig wird oft der Eindruck erweckt, Krebs sei für den Einzelnen ein zu vernachlässigendes Lebensrisiko.

Effektivstes Mittel zur Senkung der Sterblichkeit

Die Therapie bösartiger Tumoren wie Blasenkrebs hat bei allen Fortschritten immer noch nicht zu einem entscheidenden Durchbruch der Senkung der Patienten geführt, bei denen bei Erstdiagnose ein fortgeschrittener Blasenkrebs festgestellt wird. Die besten Aussichten auf Heilung bestehen aber nur, wenn Blasenkrebs rechtzeitig erkannt wird. Deshalb ist es unverständlich und zynisch, dass Maßnahmen für die Früherkennung von Politik, Medien, Krankenkassen und Fachgesellschaften immer wieder kritisiert werden. Jeder Tag, an dem die Diagnose Blasenkrebs früher ans Licht kommt, verbessert die Überlebenschancen und die Lebensqualität von uns Krebspatienten.

Ein Beispiel für eine sinnvolle Vorsorgeuntersuchung betrifft Blasenkrebs – einen Tumor, an dem in Deutschland jedes Jahr an die 30.000 Menschen erkranken. Man kann den Krebs mittlerweile mit einer einfachen Urinuntersuchung nachweisen, dem UBC Rapid Test.

Da ich seit meinem 40.Lebensjahr regelmäßig an Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen teilnahm, hätte dieser Test meine Blasenentfernung verhindern können, da mein Blasentumor vermutlich zeitiger entdeckt worden wäre.

Gerade beim Blasenkrebs kann eine sinnvolle und effiziente Früherkennung etabliert werden, da er sprichwörtlich genommen ein Modelltumor ist. Hier kennt man die auslösenden Noxen und Zusammenhänge bezüglich Rauchen und Berufsexposition von Risikostoffen sehr genau. Somit sind diese Risikogruppen zum größten Teil sehr gut definierbar – anders als bei anderen Tumorentitäten – und erlauben ein sinnvolles, effizientes Risikogruppenscreening zur Früherkennung des Tumors. Die Untersuchung erkennt bösartige Blasentumoren mit einer Zuverlässigkeit von etwa 85 Prozent, in knapp zehn Prozent zeigt er ein falsch positives Ergebnis an.

Dieser Test ist also nicht perfekt. Trotzdem sind Experten der Ansicht, der Test solle bei Risikogruppen für Blasenkrebs, ab dem Alter von 50 Jahren, regelmäßig durchgeführt werden. Damit ließe sich ein unbefriedigender Zustand ändern:

Wie in den 60er Jahren wird Blasenkrebs heute bei jedem dritten Patienten erst dann entdeckt, wenn er sich bereits so weit ausgebreitet hat, dass die Blase komplett entfernt werden muss und die Heilungschancen deutlich sinken. In frühen Krankheitsstadien reicht es dagegen aus, den Tumor durch die Harnröhre hindurch abzutragen. Eine konsequente Vorsorge und Früherkennung könnte also Leben retten und viel Leid der Patienten verhindern.

Blasenkrebs ist mittlerweile gut behandelbar und oftmals heilbar. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Tumor in einem möglichst frühen Stadium erkannt werden muss.

Doch immer noch stirbt etwa jeder sechste Betroffene an Blasenkrebs. Diese hohe Sterberate ließe sich aber mit einer verbesserten Früherkennung senken. Innovative und effektive Früherkennungsmaßnahmen werden in den urologischen Leitlinien zur Diagnostik jedoch bisher nicht erwähnt und von den Krankenkassen nicht erstattet.

Und auch in den urologischen Praxen ist Blasenkrebs oft kein Thema. Einige Urologen verschreiben, wie mir berichtet wurde, z.B. ihren Patienten/innen bei Beschwerden wie Blut im Urin prophylaktisch Antibiotika, weil sie eine Blasenentzündung vermuten oder machen für die Beschwerden bei Männern eine vergrößerte Prostata verantwortlich, ohne auszuschließen, dass bei ihren Patienten/innen Blasenkrebs vorliegen könnte.

Die Folgen für die Patienten sind verheerend. Immer wieder berichten mir verzweifelt Menschen, dass bei ihnen eine Blasenentfernung notwendig wird, weil ein fortgeschrittener Tumor erst spät entdeckt wurde. Dabei waren die Betroffenen wegen Beschwerden oft schon seit geraumer Zeit in urologischer Behandlung. Und der Anteil von betroffenen Frauen steigt ständig.

Bei Frauen wird Blasenkrebs übrigens häufiger in einem Spätstadium entdeckt, da man die Symptome, wie Blut im Urin, nicht mit einem Blasenkrebs in Verbindung bringt. Dies hat für diese fatale Auswirkungen auf die Lebensqualität und das Überleben. So ist die Sterblichkeitsrate bei Frauen auch fast doppelt so hoch, wie bei Männern.

Wir Blasenkrebspatienten fordern deshalb, dass die neuesten diagnostischen Möglichkeiten in den urologischen und gynäkologischen Praxen ausgeschöpft werden und zukünftig die Kosten für Früherkennungs-Untersuchungen, auch mit Urintests, wie dem UBC Rapid Test als nachgewiesener Maßen effektivster und kostengünstigster Tumormarker gerade bei Blasenkrebs im Anfangsstadium von den Krankenkassen bezahlt wird!

Da das Tumoransprechen des UBC Rapid Test sehr hoch ist, höher, wie der bereits von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte PSA – Test, ist es unser Ziel, diesen Test in der Früherkennung, wie auch in der Nachsorge von Blasenkrebspatienten als Standard in der Diagnostik und des Screenings von Risikogruppen zu etablieren.


Krebszeitung

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