444-SIRT lässt Lebertumoren schrumpfen
- Darmkrebs
Berlin – Krebs des Dick- und Enddarms – das sogenannte kolorektale Karzinom – ist die zweithäufigste Krebserkrankung in den westlichen Ländern. Jährlich erkranken in Europa etwa 430 000 Menschen, und rund 200 000 sterben daran. Bis heute gibt es weltweit keine große Versorgungsstudie, die mögliche Vorteile der chirurgischen Therapie im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung untersucht. Diese Wissenslücke will das Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC) mit der kürzlich gestarteten multizentrischen, klinischen SYNCHRONOUS- Studie schließen. Klinische Studien und Forschung in der Chirurgie sind ein Schwerpunktthema des 129. Chirurgenkongresses am 24.4.2012.
Die SYNCHRONOUS-Studie untersucht, ob das chirurgische Entfernen des Darmtumors vor einer Chemotherapie den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst. Sie schließt Patienten mit fortgeschrittenem, unheilbarem Darmkrebs im Stadium IV ein, deren Darmgeschwulst bisher keine lokalen Komplikationen, wie etwa Darmverschluss oder Blutungen, verursacht. Unbehandelt beträgt die Lebenserwartung dieser Patienten im Schnitt zwölf Monate, mit einer medikamentösen Chemotherapie etwa 24 Monate. Es gibt Hinweise auf einen positiven Effekt, wenn der Tumor vor der Chemotherapie entfernt wird. Demgegenüber steht das Risiko von OP-Komplikationen. Außerdem verzögert sich durch den Eingriff der Beginn der Chemotherapie. An der Versorgungsstudie nehmen 80 Kliniken in ganz Deutschland teil. Die Patienten werden nach dem Zufallsprinzip einer der beiden Behandlungsgruppen zugeteilt. „Diese `Randomisierung´ ist notwendig, um eine möglichst hohe wissenschaftliche Aussagekraft der Studie zu garantieren“, so Professor. Dr. med. Jürgen Weitz, Studienleiter und leitender Oberarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Sie sei nur deshalb ethisch vertretbar, weil Ärzte keine Daten darüber hätten, welche Behandlungsstrategie wirksamer sei. Den Patienten der Gruppe I wird vor der Chemotherapie der Darmtumor entfernt, die Patienten der Gruppe II erhalten sofort die Chemotherapie. Die Patienten werden drei Jahre lang betreut und regelmäßig zu ihrem Gesundheitszustand und ihrer Lebensqualität befragt.
- Medizin
Nach bestimmten Operationen, etwa am Herzen, bei Brustkrebs, der nicht organerhaltend operiert werden kann, oder Kniegelenk-Ersatz, entwickeln sich bei bis zu zehn Prozent der Patienten chronische Schmerzen. Dr. Reinhard Sittl vom Interdisziplinären Schmerzzentrum des Universitätsklinikums Erlangen, der Träger des Deutschen Schmerzpreises 2013, konnte mit seiner klinischen Forschergruppe Faktoren identifizieren, die das Risiko für postoperative chronische Schmerzen erhöhen und daraus Empfehlungen ableiten, wie diesen Schmerzen vorgebeugt werden kann.
In Deutschland griffen Chirurgen im Jahr 2011 bei 15 Millionen Operationen zum Skalpell. „Bei vier Prozent der Patienten klingt der Schmerz nach der Operation nicht mehr ab, wenn die Wunde heilt, sondern wird chronisch“, weiß der Erlanger Schmerzforscher Dr. Reinhard Sittl. Wenn es gelänge, die Häufigkeit dieser Schmerzen nur um ein Prozent zu reduzieren, ließe sich nicht nur 150000 Menschen viel Leid ersparen, sondern dem Gesundheitswesen grob geschätzt über 100 Millionen Euro, rechnet Sittl vor.
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