646-Größere Heilungschancen für Leukämiekranke

646-Größere Heilungschancen für Leukämiekranke

  • Unter dem Rasterelektronenmikroskop: Hydrogel mit hoher Porendichte als mögliche Basis eines Prostata-Modells (Aufnahme: Dr. Friederike J. Gruhl, KIT)
    Prostatakrebs

    Langzeitstudie vergleicht Therapien auf Vorteile für Patienten

    Berlin – In Deutschland ist Prostatakrebs unter Männern die häufigste Krebserkrankung. Jedes Jahr werden nach Angaben des Robert Koch-Instituts etwa 63 400 Neuerkrankungen diagnostiziert. Ein Prostatakrebs kann heute im Frühstadium durch eine Operation oder eine Strahlentherapie geheilt werden. Beide Behandlungen haben jedoch unterschiedliche Auswirkungen auf die Lebensqualität, die nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) bei der Therapiewahl berücksichtigt werden sollten. Eine Langzeitstudie, die nach der Therapie die körperliche Funktion der Blase, des Darms sowie Potenzstörungen untersuchte, liefert hierfür nun wichtige neue Erkenntnisse.

    Prostatakrebs ist heilbar, und betroffene Männer haben nach der Diagnose eine Lebenserwartung von 15 Jahren oder länger. Während dieser Zeit müssen die Patienten mit den Folgen der Therapie leben, die bei Operation und Radiotherapie zunächst unterschiedlich sind. „Nach der Operation, bei der die Prostata komplett entfernt wird, kommt es häufig zur Harninkontinenz und zu Potenzstörungen“, erklärt DEGRO-Präsident Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck. Für den Alltag heißt das nicht nur, dass einige Männer Einlagen tragen müssen, sondern auch, dass die Erektionsfähigkeit verloren gehen kann. Die Strahlentherapie sei hier im Vorteil, so Dunst. Viele Patienten, die vor der Behandlung diesbezüglich keine Probleme hatten, bleiben nach der Bestrahlung ebenfalls beschwerdefrei. Es könne jedoch zu Störungen der Darmfunktion kommen, wenn die Strahlung die an die Prostata angrenzende Darmschleimhaut schädigt. Eine mögliche Folge seien schmerzhafte Stuhlgänge: „Hier zeigt die Erfahrung jedoch, dass Patienten mit einer zuvor guten Darmfunktion nach der Radiotherapie seltener Probleme bekommen“, ergänzt der DEGRO-Präsident.

  • Das entnommene Gewebe von zwei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs zeigt braun gefärbt die Biomarkerproteine an. In der linken Probe lassen sich deutlich mehr dieser spezifischen Proteine nachweisen als und rechts, was auf einen aggressiveren Krebs schließen lässt. ©UKD, Vera Hentrich
    Forschung

    Das entnommene Gewebe von zwei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs zeigt braun gefärbt die Biomarkerproteine an. In der linken Probe lassen sich deutlich mehr dieser spezifischen Proteine nachweisen als und rechts, was auf einen aggressiveren Krebs schließen lässt. ©UKD, Vera HentrichDresden. Google liefert gute Suchergebnisse, weil es nicht nur Webseiten, sondern auch die Hyperlinks zwischen ihnen berücksichtigt. Eine ähnliche Strategie kommt zum Einsatz, um zu entscheiden, welche Proteine im Tumor eines Patienten relevant für den Krankheitsverlauf sind. Forscher des Biotechnologischen Zentrums der Universität Dresden (BIOTEC) haben gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe des Dresdner Universitätsklinikums Carl Gustav Carus (UKD) eine modifizierte Version von Googles PageRank- Algorithmus benutzt, um 20.000 Proteine nach ihrem Einfluss auf das Voranschreiten von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu untersuchen. In der Studie, die in dem amerikanischen Fachjournal „PLoS Computational Biology“ veröffentlicht wurde, haben die Forscher sieben Proteine gefunden, die dabei helfen können, die Aggressivität eines diagnostizierten Tumors anhand des Tumorgewebes zu bestimmen. Diese Information kann dem behandelnden Arzt helfen zu entscheiden, ob der Patient eine Chemotherapie erhalten sollte oder nicht. (DOI: 10.1371/journal.pcbi.1002511)

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