1291-gruppe-oder-chat-–-selbsthilfe-für-krebspatienten

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  • Ein künstlich erzeugter Antikörper trägt eine inhibitorische RNA gezielt zu einer Tumorzelle. Mit der Aufnahme der RNA verändern sich die Eigenschaften der Zelle. Gene, die die Metastasierung voran treiben, werden stillgelegt. Quelle: Universitätsklinikum Münster, Abt. C. Müller-Tidow und Grafikbüro remote-controlled.de
    Lungenkrebs

    Ein künstlich erzeugter Antikörper trägt eine inhibitorische RNA gezielt zu einer Tumorzelle. Mit der Aufnahme der RNA verändern sich die Eigenschaften der Zelle. Gene, die die Metastasierung voran treiben, werden stillgelegt. Quelle: Universitätsklinikum Münster, Abt. C. Müller-Tidow und Grafikbüro remote-controlled.deDie Übertragung von Erkenntnissen der Genomforschung in neue Therapien beim Lungenkrebs ist Ziel eines Forschungsvorhabens am Universitätsklinikum Münster. Lungenkrebs ist eine der häufigsten Tumorerkrankungen und noch immer schwierig zu behandeln. Insbesondere das Auftreten von Metastasen bedeutet für die Patienten ein hohes Risiko. Chemotherapien können diesen Prozess heutzutage nur zum Teil verhindern. Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow und Dr. Sebastian Bäumer suchen daher nach einem Weg, mithilfe von Antikörpern in den Tumorzellen diejenigen Gene stillzulegen, die für die Metastasierung verantwortlich sind. Erste Forschungsergebnisse lassen hoffen.

    Die besten Aussichten auf eine Heilung haben Lungenkrebs-Patienten, bei denen zu einem frühen Zeitpunkt der Erkrankung der Tumor durch eine Operation entfernt wird. Trotz Operation kommt es bei einem Teil der Patienten zu einem erneuten Auftreten des Tumors oder zu Tochtergeschwülsten (Metastasen). Daher ist es wichtig, gezieltere Therapien zu entwickeln, die spezifisch den Prozess der Metastasierung verhindern. Solche Therapien sind neuartig und bisher nicht genügend entwickelt. Ziel des Projektes der Münsteraner Forscher um Prof. Dr. Carsten Müller- Tidow und Dr. Sebastian Bäumer an der Medizinischen Klinik A unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Berdel ist es, diejenigen molekularen Schaltstellen zu identifizieren, die Metastasierung auslösen. „Wir wollen diese Metastasierungsgene gezielt in den betroffenen Zellen stilllegen“, erläutert Müller-Tidow.

  • Molekülmodell des neu identifizierten Wirkstoffs (gelb), gebunden an ein epigenetisches Leseprotein aus der BET-Familie (grau). Der Wirkstoff verhindert die Bindung des Leseproteins an ein Histonprotein (türkis). Quelle: AG Pharmazeutische Bioinformatik
    Leukämie

    Freiburger Wissenschaftler haben eine Substanz entdeckt, die Leukämiezellen an der ungebremsten Zellteilung hindert

    Molekülmodell des neu identifizierten Wirkstoffs (gelb), gebunden an ein epigenetisches Leseprotein aus der BET-Familie (grau). Der Wirkstoff verhindert die Bindung des Leseproteins an ein Histonprotein (türkis). Quelle: AG Pharmazeutische BioinformatikWissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Albert-Ludwigs-Universität und des Universitätsklinikums Freiburg aus dem Sonderforschungsbereich Medizinische Epigenetik (SFB 992) haben einen neuen Wirkstoff entdeckt, der die Zellteilung von Leukämiezellen unterdrückt und bei der Bekämpfung von Krebs eine wichtige Rolle spielen könnte. Juniorprofessor Dr. Stefan Günther leitete das Forschungsprojekt, außerdem sind die Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Manfred Jung vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften, Prof. Dr. Oliver Einsle vom Institut für Biochemie sowie um Prof. Dr. Roland Schüle vom Universitätsklinikum Freiburg im Rahmen des SFB 992 Medizinische Epigenetik daran beteiligt. Die Ergebnisse hat das Team in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie International Edition“ veröffentlicht.

    Der Wirkstoff XD14 blockiert die Funktion einiger Proteine aus der BET- Familie, die auch als epigenetische Leseproteine bezeichnet werden: Sie erkennen epigenetische Veränderungen an sogenannten Histonproteinen und geben dieses Signal weiter, um zum Beispiel eine Zellteilung auszulösen. Im Falle von Leukämie kann es durch genetische Mutationen zu einer Störung in der Signalkette kommen: Die Zellen teilen sich ungebremst weiter und schädigen so den gesamten Organismus.

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