Neue Ära in der Strahlenheilkunde

Neue Ära in der Strahlenheilkunde

  • Histologischer Schnitt durch einen Thymus | © dkfz.de
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    Histologischer Schnitt durch einen Thymus | © dkfz.deDie so genannten T-(Thymus-abhängigen) Lymphozyten, eine bestimmte Sorte weißer Blutzellen, stammen wie alle anderen Blutzellen von Vorläuferzellen aus dem Knochenmark ab. Im Thymus, einem immunologischen Organ im Brustkorb, reifen die Zellen dann zu aktiven Immunzellen heran. Nach bisheriger Lehrmeinung kann der Thymus ohne ständigen Nachschub aus dem Knochenmark keine T-Zellen produzieren. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg konnten dieses Dogma nun widerlegen – offenbar ist der Thymus auch ohne Nachschub aus dem Knochenmark für mehrere Monate in der Lage, reife T-Zellen zu erzeugen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler soeben im Journal of Experimental Medicine veröffentlicht.

    Der Thymus ist ein etwa faustgroßes Organ im Bereich des Brustbeins. Er ist zentraler Bestandteil des Immunsystems, in ihm reifen die so genannten T-Lymphozyten zu aktiven Zellen des Immunsystems heran. Nur Zellen, die zwischen Fremd und Selbst unterscheiden können, dürfen den Thymus verlassen, damit sie infizierte oder entartete Zellen abtöten und gleichzeitig körpereigene Gewebe unbehelligt lassen.

    „Normalerweise wandern die unreifen T-Vorläuferzellen aus dem Knochenmark in den Thymus ein, um dort heranzureifen“, sagt Hans-Reimer Rodewald, der Leiter der Abteilung Zelluläre Immunologie im Deutschen Krebsforschungszentrum. „Wir wollten nun wissen was passiert, wenn der Thymus keine neuen Vorläuferzellen mehr erhält.“ Um das heraus zu finden, untersuchten Vera Martins, Hans-Reimer Rodewald und ihre Kollegen Mäuse, denen sämtliche Lymphozyten-Vorläuferzellen im Knochenmark aufgrund verschiedener genetischer Veränderungen fehlten. In diese Tiere transplantierten die Forscher einen Thymus aus einer normalen Maus. Sie erwarteten, dass der Spender-Thymus für etwa 4 Wochen eigene reife T-Zellen ins Blut der Empfängertiere abgeben würde, danach wären die Thymus-eigenen T-Zellen aufgebraucht und der Thymus würde degenerieren.

  • Die Bildfolge zeigt die Isolierung einer Brustkrebszelle (kleiner Kreis links und Mitte) und rechts einen Ausschnitt aus ihrem »molekularen Porträt«. - © Fraunhofer ITEM
    Brustkrebs

    Mit einem neuen Bluttest lässt sich künftig das individuelle Risiko ermitteln, an Brustkrebs zu erkranken. Im Gegensatz zum bekannten BRCA-Gentest, der nur die erblich bedingte Prädisposition zur Entwicklung von Brustkrebs beleuchtet und damit einen kleinen Teil der Frauen betrifft, gibt der Nachweis des Peptidbiomarkers Proneurotensin allen Frauen Auskunft über ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

    In einer Studie mit rund 2.000 Frauen wurde kürzlich der Voraussagewert des Biomarkers verifiziert (JAMA 2012, 308(14):1469-1475). Der mit der Überexpression des Proneurotensin verbundene Risikowert übertrifft schon bekannte Risikofaktoren wie z. B. die Hormon- Ersatztherapie deutlich. Die Überwachung der Proneurotensin-Werte bietet die Möglichkeit für erweiterte Früherkennungsoptionen, zum Beispiel durch eine häufiger durchzuführende Mammographie. Weitere, ursächlich wirkende Präventionsmaßnahmen werden derzeit evaluiert.

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