PET-MRT – Neues Bildgebungsverfahren verbessert die Treffsicherheit der Diagnostik bei Hirntumoren

Bedeutung der PET-MRT für die individualisierte Therapie – Intensive Diskussion auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie e.V.

Köln, 23. Oktober 2014. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts versterben pro Jahr in Deutschland über 5.500 Patienten an Hirntumoren. Die individualisierte Krebstherapie hat aber auch in diesem Bereich große Fortschritte gemacht und gibt vielen Betroffenen berechtigte Hoffnung auf ein besseres Behandlungsergebnis. Grundlage dafür ist eine möglichst genaue Charakterisierung des Tumors, um zu wissen, ob und welche der modernen Therapieoptionen im individuellen Fall erfolgsversprechend sind. Weil das Bildgebungsverfahren der PET-MRT anatomische Genauigkeit mit Informationen zu Stoffwechselvorgängen verbindet, kann eine Entnahme von Gewebeproben aus den „bösartigsten“ Tumorarealen sichergestellt werden. Sogenannte Unterdiagnosen, die durch die Entnahme und feingewebliche Untersuchung „harmloseren“ Tumorgewebes entstehen, werden vermieden. Außerdem kann die Untersuchung auch zur Therapieüberwachung eingesetzt werden und frühzeitig darüber Aufschluss geben, ob eine Behandlung anschlägt oder nicht.

Die PET-MRT findet in der Onkologie vor allem Anwendung bei der Diagnostik von Hirntumoren. Sie trägt dazu bei, die Tumoren vor der Behandlung zu charakterisieren. In Zusammenschau mit anderen Verfahren (MRT, Perfusionsbildgebung etc.) liefert die PET-MRT sehr gute Informationen zur Lokalisation von stärker malignen (bösartigen) Tumoranteilen (sogenanntes „hot spot imaging“), die dann im Rahmen der Biopsie gesichert werden können. Denn die Therapie-entscheidung sollte immer erst nach Beurteilung der Tumoranteile getroffen werden, die als am bösartigsten eingestuft wurden.

Damit entwickelt sich die PET-MRT, die bislang an großen Zentren im Rahmen von Studien eingesetzt wird, zu einem wesentlichen Beitrag zur gesicherten Differentialdiagnose von Hirntumoren. In Zusammenschau mit anderen, funktionellen MRT-Verfahren verbessert die PET-MRT die Treffsicherheit der Diagnostik und somit die Qualität der Therapieplanung.

„Die PET-MRT stellt also die Weichen für die optimale Behandlung und wir arbeiten daran, dass dieses Verfahren zunehmend mehr Hirntumor-Patienten im Rahmen der Diagnostik zur Verfügung gestellt werden kann“, so Prof. Dr. med. Ulrike Ernemann, Ärztliche Direktorin der Abteilung Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie an der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen.

Das Verfahren ist aber auch für das Monitoring der individualisierten Therapie von Hirntumoren von Bedeutung: Gerade im Rahmen der personalisierten Behandlung und angesichts der vielfältigen adjuvanten, d.h. im Anschluss an die Operation oder Bestrahlung einsetzbaren Therapiemöglichkeiten ist es wichtig, früh zu erkennen, ob eine Therapie anspricht oder nicht. Die PET-MRT kann rechtzeitig darüber Aufschluss geben, so dass bei Nicht-Ansprechen keine kostbare Zeit verloren geht, sondern zeitnah eine andere Therapie eingeleitet werden kann. Darüber hinaus erlaubt sie eine Entscheidung, ob es sich bei Veränderungen der Tumorumgebung unter Therapie um ein Fortschreiten der Erkrankung (Progression) oder nur um eine sogenannte Pseudoprogression, also therapieassoziierte Veränderungen handelt. Diese Fragestellung lässt sich mit keinem anderen bildgebenden Verfahren so sicher beantworten wie mit der PET-MRT.

Über die Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie e.V. Die Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie e.V. ist Europas größter Fachkongress für Hirnbildgebung, mehr als 1.000 Teilnehmer werden vom 23.-25. Oktober 2014 in Köln erwartet. Thematische Schwerpunkte bilden die Neuroonkologie, multimodale Bildgebungskonzepte, pädiatrische Neuroradiologie, Schädelbasis, Spinalkanal sowie Neurointerventionen. Die Neuroradiologie ist mit ihren Diagnose- und Behandlungsmethoden im Bereich Demenz und Schlaganfall eine der medizinischen Schlüsseldisziplinen der alternden Gesellschaft.

DGNR-Expertin zum Thema für Interviews/Hintergrundgespräche:
Prof. Dr. med. Ulrike Ernemann
Ärztliche Direktorin
Abteilung Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie
Radiologische Universitätsklinik Tübingen

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Pressemitteilung
Deutsche Röntgengesellschaft e.V., Pressesprecher Florian Schneider

Kein erhöhtes Risiko für Zweittumore durch Strahlentherapie bei Enddarm- oder Gebärmutterkrebs


Krebszeitung

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  • Strahlentherapie eines Patienten in der Charité Berlin
    Kehlkopfkrebs

    Strahlentherapie eines Patienten in der Charité Berlin Europaweit erkranken jährlich etwa 143.000 Menschen neu an Kopf-Halstumoren. Auch deshalb wurde diese Krankheit auf dem Patiententag der DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie) thematisiert und Betroffene durch Frau Dr. Maren Knödler aus Berlin über die Systemtherapie informiert, deren Vortrag die Grundlage dieses Artikels bildet.

    Bei der Erstdiagnose beträgt das Alter der Betroffenen durchschnittlich 68 Jahre. Immer mehr jüngere Menschen werden jedoch von dieser Erkrankung betroffen. Der Grund daran liegt an den Risikofaktoren, die die Entstehung von Kopf-Halstumoren begünstigen. Dazu gehören Viren und insbesondere die HPV (Humane Pappiloma Viren), das Rauchen oder übermäßiger regelmäßiger Alkoholkonsum.

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  • Prof. Dr. med. Oliver Hakenberg - Quelle: Wahlers PR
    DGU-Kongress 2012

    Defizite in der Aus- und Weiterbildung beheben

    Prof. Dr. med. Oliver Hakenberg - Quelle: Wahlers PRDie föderale Struktur in Deutschland führt mit lokal unterschiedlichen und schnell wechselnden Konzepten der Schulbildung bereits zu einer unterschiedlichen Vor- und Allgemeinbildung der Studienanfänger. Gleichzeitig wird der Zugang zum Medizinstudium über Abiturnoten und länderspezifische Bonus- und Malus-Systeme geregelt, ohne die wirkliche Motivation und Befähigung der Bewerber zu berücksichtigen.

    Die noch immer hohe Attraktivität des Arztberufs sorgt für einen anhaltenden Ansturm auf die begrenzte Zahl der Studienplätze. Dennoch droht wegen der demographischen Entwicklung, sowohl der Bevölkerung als auch der Ärzteschaft, zukünftig ein eklatanter Ärztemangel. Dieser wird sich aufgrund geänderter Ansprüche an die „Work-Life-Balance“ gerade in den operativen Fächern wie der Urologie negativ auswirken. Ein über 70-prozentiger Frauenanteil bei Studienanfängern, mit besonderen Ansprüchen an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, spielt dabei ebenso eine Rolle wie die relativ hohe „drop-out“-Rate von Studienabsolventen, die ihren weiteren Berufsweg nicht in der klinischen Medizin suchen.

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