Phänomen Krebszellen – Experten beraten bei Weltkonferenz Physics of Cancer

Die Stachelzellkrebszellen (grün) dringen in die Haut ein. - Quelle: Venugopal Rao Mittapalli
Die Stachelzellkrebszellen (grün) dringen in die Haut ein. - Quelle: Venugopal Rao Mittapalli

Krebszellen metastasieren umso aggressiver, je härter ihr Untergrund ist. Sie können sich versteifen oder weicher werden. Die Ursache für diese Phänomene ist bisher noch unklar. Die Erforschung der biomechanischen Eigenschaften von Krebszellen gewinnt im Kampf gegen diese Krankheit eine wachsende Bedeutung. Etwa 120 renommierte Biologen, Physiker und Mediziner aus aller Welt treffen sich vom 2. bis 5. Oktober an der Universität Leipzig zur Konferenz „Physics of Cancer“, um sich über ihre neuesten Forschungen zur physikalischen Onkologie auszutauschen.

„Sie findet mittlerweile zum fünften Mal in Leipzig statt und hat sich als die Weltkonferenz zu den biomechanischen Eigenschaften von Krebszellen entwickelt“, sagt Mitorganisator Prof. Dr. Josef A. Käs, Biophysiker an der Universität Leipzig. Das hätten die Deutsche Krebsgesellschaft und auch das renommierte National Cancer Institute in den USA anerkannt. Neu im Organisationskomitee der Konferenz ist in diesem Jahr der Biomechanik- Ingenieur Prof. Paul Janmey von der University of Pennsylvania. Er wird in seinem Referat beschreiben, wie Krebszellen ihre Umgebung mechanisch erfühlen.

„Wenn man Krebszellen auf einen harten Untergrund setzt, vermehren sie sich noch schneller“, erklärt Käs, der sich mit seinem Team in der Zellbiomechanik eine Führungsrolle erarbeitet hat. Die Leipziger Forscher um Käs haben herausgefunden, dass sich genetisch völlig identische Krebszellen in einem engen Netzwerk sehr unterschiedlich bewegen. „Es gibt weichere Zellen, die durchkommen, und Zellen, die das nicht schaffen. Sie scheinen in der Lage zu sein, sich weich zu machen oder auch nicht. Krebszellen können diesen Schalter besonders schnell umlegen“, erläutert er. Die bahnbrechende Erkenntnis: Für die zelluläre Signalverarbeitung sind nicht – wie noch vor einigen Jahren angenommen wurde – die Gene verantwortlich, sondern biomechanische Prozesse. „Das ist gänzlich überraschend und macht die Bekämpfung des Krebses eher noch schwieriger“, schätzt Käs ein.

Dan Fletcher von der University of California in Berkeley, wissenschaftlicher Berater des US-Präsidenten Barack Obama, berichtet über neue Wege in der Mikroskopie, mit denen die mechanischen Eigenschaften von Krebszellen noch besser beobachtet werden können. Dino Di Carlo aus Los Angeles stellt seine neuen Erkenntnisse zu einer im Vergleich zu bisherigen Varianten deutlich beschleunigten Messung der biomechanischen Eigenschaften von Krebszellen vor.

Der Direktor der Universitätsfrauenklinik in Leipzig, Prof. Dr. Dr. Michael Höckel, spricht während des Expertentreffens über eine neue Methode zur Operation von Gebärmutterkrebs mit einer geringeren Rückfallquote als bisher. In Forschungen hat er genau analysiert, wie sich Metastasen hierarchisch bilden und daraus wichtige Erkenntnisse gewonnen.

Zu den Organisatoren der Konferenz, die in der Biocity Leipzig am Deutschen Platz stattfindet, gehören neben Käs und Janmey auch Prof. Dr. Harald Herrmann-Lerdon vom Deutschen Krebsforschungszentrum und Prof. Dr. Franziska Lautenschläger von der Universität Saarbrücken.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Josef A. Käs
Telefon: +49 341 97-32470
E-Mail: jkaes@physik.uni-leipzig.de

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.uni-leipzig.de/~physik/exp1.html

Pressemitteilung Universität Leipzig, Katrin Henneberg

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Krebszeitung

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