Prostatakrebs im Fokus

Unter dem Rasterelektronenmikroskop: Hydrogel mit hoher Porendichte als mögliche Basis eines Prostata-Modells (Aufnahme: Dr. Friederike J. Gruhl, KIT)

Urologisch-onkologische Tagung in Magdeburg zu Diagnostik und Therapien des Prostatakarzinoms

Der intensive Einsatz des Blutwerts PSA hat in den vergangenen drei Jahrzehnten die Anzahl festgestellter Prostatakrebserkrankungen massiv ansteigen lassen. Große, internationale Screening-Studien zeigten allerdings, dass es dabei nicht nur um akut lebensgefährliche Krankheiten geht, sondern dass auch sehr viele Patienten mit nur kleinen Krebsherden geringer Aggressivität mit der Diagnose konfrontiert werden. In solchen Fällen ist nicht unbedingt eine sofortige Radikal-Operation bzw. Bestrahlung der Prostata notwendig. Ungeachtet dessen werden diese Eingriffe sehr häufig durchgeführt. Dabei nehmen Patienten Nebenwirkungen und Spätfolgen wie Harninkontinenz und sexuelle Funktionsstörungen in Kauf.

Am 16. und 17. Januar 2015 werden etwa 250 Ärzte aus der Bundesrepublik Deutschland auf einem Interdisziplinären Symposium in Magdeburg über moderne diagnostische und therapeutische Verfahren bei Prostatakrebs beraten.

Neu sind organschonende Behandlungen des Karzinoms mit niedrigem und mittlerem Risiko, die deutlich weniger Nebenwirkungen als Therapien der ganzen Drüse versprechen. „Die aktuelle Studienlage zur sogenannten ‘Fokalen Therapie’ unter besonderer Berücksichtigung neuer Entwicklungen bei der Kernspintomografie und dem Ultraschall sowie neuer Therapieeinheiten wird ein Themenschwerpunkt unseres Symposiums sein“, so Tagungsleiter Professor Dr. Martin Schostak, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie, der zugleich den Arbeitskreis „Fokale Therapie“ der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) leitet.

„Fokale Therapie“ bedeutet eine gezielte, das gesunde Drüsengewebe schonende Beseitigung von Tumorherden, die auf einzelne Gebiete in der Prostatakapsel begrenzt sind. Die Zerstörung der Krebszellen erfolgt durch lokal begrenzten thermischen Stress, z.B. durch einen hochintensiven Ultraschall (HIFU). Neuartige, computerbasierte Möglichkeiten der gemeinsamen bildlichen Darstellung von MRT- und endosonografischer Daten erlauben zugleich eine bislang unerreichte Präzision während des minimalinvasiven Eingriffs (Fokal One®).

In weiteren Vortragsthemen werden die Therapieoptionen radikale Prostatektomie und High-End-Radiotherapie sowie die urologische Rehabilitation behandelt. Im Kontext mehrerer Vorträge rund um PSA-Wert-Bestimmungen durch Experten verschiedener Fachrichtungen ist eine Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung durch TED auf der Grundlage von Fallbeispielen vorgesehen. Andere Themen sind Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Tumor-Aggressivität nach dem Gleason-Score und die Behandlung des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms.
Zwei Satellitensymposien werden sich mit neuen Wirkstoffen zur Behandlung fortgeschrittener Tumorstadien befassen.
Zudem werden Preise für die beiden besten E-Poster auf dem urologischen Symposium in Magdeburg vergeben.

Ansprechpartner für Redaktionen:
Prof. Dr. med. Martin Schostak
Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie
zertifiziertes Prostatakrebszentrum
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.
Leipziger Str. 44 39120 Magdeburg
Tel.: +49 391 67 15036
E-Mail: martin.schostak@med.ovgu.de

Weitere Informationen:
http://www.symposium-magdeburg.de

Prostatakrebs: Genmutation als Chance zur Behandlung


Krebszeitung

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