Prostatakrebs im Frühstadium ohne Operation behandeln

Das Team um Prof. Jens-Uwe Stolzenburg (li) bei der Besprechung der Bildgebungs-Daten eines Patienten. Angela Steller/UKL
Das Team um Prof. Jens-Uwe Stolzenburg (li) bei der Besprechung der Bildgebungs-Daten eines Patienten. Angela Steller/UKL

Fokale Therapie am UKL seit einem Jahr erfolgreich im Einsatz

Das Team um Prof. Jens-Uwe Stolzenburg (li) bei der Besprechung der Bildgebungs-Daten eines Patienten. Angela Steller/UKL
Das Team um Prof. Jens-Uwe Stolzenburg (li) bei der Besprechung der Bildgebungs-Daten eines Patienten.
Angela Steller/UKL

Die sogenannte fokale Therapie ermöglicht ausgewählten Patienten im Frühstadium des Prostatakarzinoms eine schonende Teilbehandlung durch fokussierten Ultraschall. Sie wird seit einem Jahr am Uniklinikum Leipzig angewendet. Eine präzise Behandlungsplanung wird dabei am UKL durch eine spezielle MRT-Diagnostik der Prostata erzielt.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann – jährlich erkranken 65 000 Menschen in Deutschland daran. Nicht jeder dieser Tumoren erfordert aber eine sofortige Operation oder Bestrahlung. Das Verfahren der fokalen Therapie bietet für ausgewählte Patienten die Chance, die Krebsareale zu beseitigen ohne die Prostata entfernen zu müssen. Typische Nebenwirkungen einer Operation oder Bestrahlung sollen dadurch reduziert werden.

Dabei arbeiten die Ärzte mit hochfokussiertem Ultraschall, der das kranke Gewebe über eine Sonde im Enddarm zerstört. Das UKL ist eines der ersten Zentren in Deutschland, das diese neue Therapieform einsetzt. „Wir arbeiten daran, die fokale Therapie in einigen Jahren als Standardverfahren als Alternative zur OP oder Bestrahlung für ausgewählte Patienten anzubieten“, erklärt Privatdozent Dr. Roman Ganzer, stellvertretender Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Leipzig. Hier folgen die Urologen am UKL den Empfehlungen der deutschen und europäischen Gesellschaften für Urologie, nach denen eine fokale Therapie nur unter wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt werden soll. Daher ist das UKL auch an zwei multizentrischen Studien beteiligt, die die Methode wissenschaftlich untersuchen. Erste Ergebnisse werden für Sommer 2016 erwartet. Bisher sehen die Ergebnisse sehr vielversprechend aus, weisen auf eine sehr gute Verträglichkeit und wenige Nebenwirkungen hin.

Eine Besonderheit ist, dass in der Radiologie am UKL ergänzend für die Planung der Behandlung eine spezielle Kernspinuntersuchung der Prostata durchgeführt wird. „Dieses bildgestützte Vorgehen hilft uns, die Lokalisation des Tumors besser zu verstehen. Das ist die Grundlage dafür, den Tumor später umfänglich zu zerstören, ohne das umliegende Gewebe zu verletzen – wie die Nerven, die für die Potenz verantwortlich sind und andere empfindliche Strukturen wie den Harnröhrenschließmuskel.“

Die MRT-Bilder können für die Behandlung im Behandlungsgerät eingelesen werden. Ein gebündelter Ultraschall zerstört dann präzise die identifizierten Tumorareale. „Das Verfahren ergänzt optimal unsere Spezialisierung auf robotergestützte minimal-invasive Therapie des Prostatakrebses“, so Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der UKL-Klinik für Urologie.

Pressemitteilung
Universitätsklinikum Leipzig AöR, Helena Reinhardt

Prostatakrebs-Studie PREFERE wird nicht fortgeführt


Krebszeitung

--Download Prostatakrebs im Frühstadium ohne Operation behandeln als PDF-Datei --


  • von links: Prof. Dr. D. Vorwerk, Prof. Dr. M. Laniado, Prof. Dr. E. Sorantin, Prof. Dr. R. Fotter
    Radiologie

    von links: Prof. Dr. D. Vorwerk, Prof. Dr. M. Laniado, Prof. Dr. E. Sorantin, Prof. Dr. R. Fotter

    Berlin, 29. April 2008. Ob beim Erkennen angeborener Herzfehler oder der Diagnose altersbe-dingter Demenz – Radiologen sind in der Medizin unverzichtbar. Mit noch schnelleren und präziseren Verfahren erkennen sie frühzeitig schwere Erkrankungen und leiten unmittelbar lebensrettende Maßnahmen ein. Die Radiologie entwickelt sich jedoch auch mehr und mehr zu einer therapeutischen Disziplin: So führen Interventionelle Radiologen schonende, minimal-invasive Eingriffe am Patienten durch. Die Bildgebung in Echtzeit spielt dabei eine zentrale Rolle. Über 7.000 Radiologie-Experten diskutieren vom 30. April bis zum 3. Mai 2008 auf dem 89. Deutschen Röntgenkongress in Berlin die aktuellen Entwicklungen in ihrem Fachgebiet. Schwerpunkte sind neben der Interventionellen Radiologie die Kinderradiologie, der radiologische Notfall sowie das Zukunftsthema molekulare Bildgebung. Der 89. Deutsche Röntgenkongress ist zugleich der 5. Kongress, den die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) gemeinsam mit ihren österreichischen Kolleginnen und Kollegen veranstaltet.

    […mehr lesen]

  • Schematische Darstellung der Antikörper-abhängigen Zell-vermittelten Zytotoxizität. Unsere innovativen Antikörperfragmente erkennen auf der Tumorzelle nicht nur ein Tumorantigen sondern gleichzeitig 2 verschiedene Tumorantigene
    dkfz

    Das Deutsche Krebsforschungszentrum unterzeichnet mit dem Diagnostik-Unternehmen Ventana Medical Systems und dem Universitätsklinikum Heidelberg eine exklusive Lizenzvereinbarung über die Vermarktung eines diagnostischen Antikörpers. Der neue Antikörper weist eine häufige krebstypische Veränderung des BRAF-Proteins nach.

    Das BRAF-Protein steuert wichtige Wachstumssignale der Zelle. Bei vielen Krebsarten ist das Signalprotein verändert und dadurch fehlerhaft aktiviert, so bei der Mehrzahl aller Melanome, bei Schilddrüsenkrebs und Darmkrebs. In 90 Prozent aller Fälle handelt es sich bei der Veränderung um die so genannte V600E-BRAF-Mutation.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit