Psychosoziale Interventionen für Geschwister lebensbegrenzt erkrankter Kinder

Andere Kinder und draussen spielen kann Leukämie vorbeugen. Auch ein Schnupfen ist da nicht schlimm. - Quelle: DccCheck com
Andere Kinder und draussen spielen kann Leukämie vorbeugen. Auch ein Schnupfen ist da nicht schlimm. - Quelle: DccCheck com

Den lebensbegrenzt erkrankten Kindern und ihren Eltern, die sich in Kinderhospizen auf Sterben, Tod und Abschied vorbereiten, wird in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zuteil. „Aber wenn ein Kind stirbt, bleibt oft ein Geschwisterkind zurück. Und das muss mit immensen Belastungen leben, die noch im Erwachsenenalter zu gravierenden Problemen führen können“. Ihnen möchte Prof. Dr. Christian Loffing von der Hochschule Niederrhein mit psychosozialen Interventionen helfen.

Mit Unterstützung des Kinderhospiz‘ „Regenbogenland“ in Düsseldorf- Gerresheim und gefördert von der Bundesstiftung Kinderhospiz und dem Unternehmen DAN Produkte startete der Psychologe jetzt ein Forschungsprojekt. Es soll einen Überblick über die Betreuung der Geschwisterkinder in den acht deutschen Kinderhospizen geben und außerdem Erfolgsfaktoren für psychosoziale Interventionen in der Praxis identifizieren. „Was ist notwendig, was ist wirksam, und warum ist es das?“, nennt Loffing die Leitfragen. Anhand der Ergebnisse könnte dann auch bei den Kostenträgern das Pendel mehr in Richtung Prävention statt Therapie und Rehabilitation ausschlagen, hoffen alle Beteiligten.

Bis zu 60 Geschwisterkinder von etwa 120 Familien jährlich werden im „Regenbogenland“ begleitet. Nicht nur bei einem Geschwistertag jeden 1. Samstag im Monat und an den Familiennachmittagen jeden letzten Dienstag wird ihnen besondere Aufmerksamkeit zuteil. Denn die Kinder erleben deren Defizit daheim in den Familien, müssen auf den Verlust des Bruders oder der Schwester kindgerecht vorbereitet werden.

Für die Entwicklung eines Unterstützungssystems und die Stärkung des Selbstwertgefühls ist das Erleben von Spaß und Freude unerlässlich, weiß Melanie Stacha, die sich im „Regenbogenland“ der Geschwister annimmt. Singen, malen oder schwimmen gehen sind aber oft nur der formelle Rahmen, der es den Kindern erleichtert, sich mit ihren Fragen und Problemen zu öffnen. Die Geschwisterkinder untereinander praktizieren das, was bei den Erwachsenen als „kollegiale Unterstützung“ bezeichnet wird.

„Wenn man vorn im Bus sitzt, und mithört, über was hinten gesprochen wird, läuft es einem eiskalt den Rücken herunter“, sagt Karlheinz Best, der Geschäftsführer des „Regenbogenlands“.

Kindgerechte Antworten auf die Fragen der Geschwisterkinder zu finden, dürfte mit zu den Erfolgsfaktoren der psychosozialen Interventionen zählen.

Das bundesweite Forschungsprojekt, an dem auch Studierende des Masterstudiengangs „Psychosoziale Beratung und Mediation“ der Hochschule Niederrhein mitwirken werden, wird im Oktober nächsten Jahres abgeschlossen sein. Die Ergebnisse werden im VS Verlag für Sozialwissenschaften in Wiesbaden publiziert. Sie sollen sowohl den professionellen Helfern der Praxis wie, daraus abgeleitet, Eltern konkrete Handlungshilfen bieten. Wie Sabine Kraft, die Geschäftsführerin des Bundesverbandes Kinderhospiz, betont, erhofft man sich von dem Projekt auch neue Argumente gegenüber den Kostenträgern der zu großen Teilen auch aus Spenden finanzierten Einrichtungen. In Deutschland leben weit mehr als 20.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebensbegrenzenden Erkrankungen.

Jährlich sterben etwa 5.000 junge Menschen.

Hochschule Niederrhein – Niederrhein University of Applied Sciences, Rudolf Haupt M.A.


Krebszeitung

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    Es ist ein Vertreter von Gehirntumoren,die wohl aus genetisch mutierten Stammzellen des Gehirns hervorgehen – und bislang auch durch eine operative Entfernung, eine Strahlenbehandlung,eine Chemotherapie oder eine Kombination dieser Maßnahmen kaum geheilt werden können.

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