Qualität der Betreuung von Krebspatienten

Offene Krebskonferenz in Hamburg
Offene Krebskonferenz in Hamburg

Krebspatienten sind im Verlauf ihrer Krankheit mit einer Bandbreite unterschiedlicher körperlicher, psychischer, sozialer und spiritueller Probleme konfrontiert, die sich auf alle Lebensbereiche auswirken und die Lebensqualität einschränken können. Dabei ist es wichtig, dass der Unterstützungsbedarf dieser Patienten richtig erkannt wird, damit sie eine Beratung erhalten und bedarfsgerecht betreut werden können.

Dazu müssen die entsprechenden Ressourcen vorhanden sein. Im stationären Bereich hat sich vieles auf diesem Gebiet inzwischen verbessert. Die Zentren, die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert sind, verpflichten sich nicht nur zur Einhaltung leitliniengestützter diagnostischen und therapeutischen Qualitätskriterien, sie halten auch einen Sozialdienst vor und integrieren psychoonkologisch geschulte Experten in ihre interdisziplinäre Behandlungsteams. In der Tat ist der Anteil an psychoonkologisch betreuten Patienten an den zertifizierten Zentren deutlich höher als an nicht zertifizierten. Das zeigt eine Untersuchung aus dem letzten Jahr [1].

Doch es geht nicht nur um die Schaffung geeigneter Strukturen für eine bedarfsgerechte psychosoziale und psychoonkologische Betreuung; für eine optimale Versorgungsqualität benötigen wir auch die entsprechenden Standards. Ich freue mich sehr, dass seit Januar 2014 erstmals eine S3-Leitlinie zur psychoonkologischen Diagnostik, Beratung und Behandlung vorliegt. Sie entstand im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie, einer gemeinsamen Initiative der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe. Die Leitlinie bietet eine systematisch entwickelte Orientierungshilfe für die psychoonkologische Betreuung. Sie enthält außerdem Qualitätsindikatoren, die in enger Zusammenarbeit zwischen dem Leitlinienprogramm Onkologie und dem Zertifizierungsprogramm der Deutschen Krebsgesellschaft festgelegt wurden. Auf diese Weise fördern wir den raschen Transfer der Leitlinien in die Zentren mit einem Qualitätssiegel der Deutschen Krebsgesellschaft [2].

Die größten Versorgungslücken in der psychosozialen Onkologie bestehen derzeit in der ambulanten Versorgung. Dieser Bereich hat aufgrund kürzerer Liegezeiten der Patienten in den Kliniken und einer zunehmenden Verlagerung der medizinischen Therapie in den ambulanten Bereich an Bedeutung gewonnen. Die Patienten zertifizierter Zentren sind hier im Vorteil, weil die Zentren mit ambulanten Praxen kooperieren und über ihr Netzwerk Zugang zu einer psychoonkologischen/psychosozialen Betreuung bieten können.

Darüber hinaus bedarf es jedoch niederschwelliger Beratungsangebote. Diese Funktion übernehmen derzeit die Krebsberatungsstellen. Sie erfüllen für Patienten und ihre Angehörigen eine wichtige Lotsenfunktion bei der Vermittlung weiterführender Hilfsangebote und kooperieren eng mit Kliniken, Ärzten, Psychologen, Psychotherapeuten, Ämtern und Selbsthilfegruppen.

Krebsberatungsstellen werden derzeit von verschiedenen Trägern betrieben. Ein zentrales Problem ist die Finanzierung ihrer Arbeit, denn ihr Unterstützungsangebot hängt zu weiten Teilen von Spenden ab. Der Nationale Krebsplan definiert deshalb auch die Entwicklung eines entsprechenden Finanzierungsmodells als wichtige Maßnahme. Eine genaue Bestandsaufnahme des ambulanten Beratungs-und Betreuungsangebots und eine Bedarfserhebung bildet die Basis dafür. Entsprechende Studien laufen derzeit [3]. Darüber hinaus brauchen wir auch für die Krebsberatungsstellen einheitliche Standards und Qualitätskriterien. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten.

Referenzen

[1] Singer S, Dieng S, Wesselmann S. Psycho-oncological care in certified cancer centres–a nationwide analysis in Germany. Psychooncology. 2013 Jun;22(6):1435-7.

[2] S3-Leitlinie Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten, Version1.0 – Januar 2014, Leitlinienprogramm Onkologie, http://leitlinienprogrammonkologie.de/Leitlinien.7.0.html

Statement von Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Forscher suchen neue Therapien gegen fortgeschrittene Tumore


Krebszeitung

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  • nTMS-Kartierung eines Tumors (orange): In pink sind die Nervenbahnen und essentiellen Positionspunkte für Sprachregionen dargestellt, wichtige Punkte des Bewegungsareals sind in grün, Nervenbahnen in gelb abgebildet.
    dkfz

    Heidelberg, 21. Januar 2013 – Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Im Gegensatz zu anderen Tumoren ist das Prostatakarzinom jedoch gut heilbar, wenn es früh erkannt wird. Auf der zweitägigen, internationalen Veranstaltung „Translations in Urologic Oncology“ am 25. und 26. Januar in Heidelberg diskutieren Forscher aus aller Welt über die neuesten Fortschritte zur Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs und weiteren urologischen Tumoren. Gastredner auf der von der urologischen Universitätsklinik Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum veranstalteten Konferenz ist der Heidelberger Krebsforscher und Nobelpreisträger Harald zur Hausen. Interessierte Ärzte, Wissenschaftler und Journalisten sind herzlich eingeladen und finden das Fachprogramm unter www.uro-oncology2013.com und können sich dort auch anmelden.

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  • Kongress - pixabay
    DGU-Kongress 2008

    Ob hoch spezialisierte OP-Schwester, urologisch versierter Krankenpfleger in der häuslichen Pflege oder Arzthelferin einer urologischen Praxis: Wie im Vorjahr werden bis zu 800 Vertreter des Urologischen Assistenz-und Pflegepersonals zum Pflegekongress am 25. und 26. September 2008 im Rahmen der 60. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) in Stuttgart (im ICS) erwartet. Schwerpunkt ist die Palliativmedizin bei fortgeschrittenen urologischen Karzinomen.

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