Schneller diagnostizieren mit MR/PET

MRT - FET/PET bei Hirntumoren - Foto: Forschungszentrum Jülich
PET/MR-Aufnahme des Schädels Quelle: Siemens AG
PET/MR-Aufnahme des Schädels
Quelle: Siemens AG

Obwohl die MR/PET bereits das erste Mal im Jahr 2008 im Universitätsklinikums Tübingen installiert wurde,  ist sie nun für Berliner Krebspatienten am DTZ am Frankfurter Tor verfügbar:
Mit der Einweihung am 16.März 2016 der innovativen MR/PET werden die Möglichkeiten der Diagnostik bei  Krebs- und Alzheimererkrankte maßgeblich erweitert. Winzige Krankheitsherde im gesamten Körper können nun dreidimensional in einem frühen Stadium erkannt werden. Insbesondere können so schnell Metastasen in Größe und Ort dreidimensional erkannt werden und bei dem Patienten eine so eine genauere und angepasste Therapie erfolgen. Um je früher diese erfolgt, desto größer sind die Heilungschancen.

Auch die Verlaufskontrolle der laufenden Therapie eröffnet den Patienten und behandelnden Ärzten durch die MR/PET neue Möglichkeiten. Der Therapieerfolg kann so besser dokumentiert werden und weitere Therapieschritte angepasst werden.

Die Untersuchung für den Patienten wird mit dem Einsatz der neuesten Software für Geräuschunterdrückung zusätzlich angenehmer. Die Untersuchung dauert in etwa 25-45min. Dank der strahlungsfreien MRT-Technik ist die MR/PET auch für Kinder und Jugendliche geeignet.

Ein Beispiel bei einem Prostatakrebspatient:

Im mittleren Alter bekam ein IT-Spezialist starke Unterleibschmerzen. Ärzte erkannten bei Ultraschalluntersuchungen keinerlei Auffälligkeiten und bei einer blutgestützten PSA-Testung nur eine geringe Erhöhung des PSA-Wertes. Auch bei einer Computertomographie konnten keine Tumoren entdeckt werden.  Jahrelang wurden seine Schmerzen immer stärker. Im letzten Jahr schickte sein Urologe, Dr. med. Frank König, an das DTZ zur MR/PET. Dabei wurden zahlreiche Prostatakrebsareale und über zwanzig Metastasen im Bauchraum der Lymphknoten entdeckt. Anhand der Aufnahmen der MR/PET konnte so bei Onkologen eine zielgerichtete Chemotherapie erfolgen. Nach einem halben Jahr nach der Therapie wurde eine Verlaufskontrolle mit der MR/PET durchgeführt. Alle Metastasen waren durch die Chemotherapie beseitigt worden. Die Verlaufskontrolle durch die MR/PET zeigt somit die Therapieerfolge.

Kosten der MR/PET

Die Kosten der MR/PET liegen bei etwa 1.500€. In der Regel übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen auf Anordnung des behandelnden Facharztes die Kosten. Trotzdem ist es vor der Untersuchung der MR/PET hilfreich, eine Kostenübernahme bei der zuständigen Krankenkasse zu beantragen.

Das  MR/PET -Gerät vereint zwei bildgebende Techniken der modernen Diagnostik

Mithilfe der Positronenemissionstomographie (PET) ist es möglich, tumorbedingte und charakteristische Prozessveränderungen darzustellen. Dies betrifft zum einen Krebszellen, die in einem PET-Bild aufleuchten. Zum anderen können dank dieses Prinzips auch sog. Amyloidplaques im Gehirn dargestellt werden, deren Anreicherung ein Zeichen für Demenzerkrankungen, z. B. Morbus Alzheimer, ist. Die Magnetresonanztomographie (MRT) identifiziert mittels Magnetspulen die exakte Größe und Lage der erkrankten Strukturen.

Die Kombination beider Verfahren ermöglicht eine frühzeitige und für die Therapiesteuerung unerlässliche klare und detailgenaue Diagnose – und dies in nur einem einzigen Untersuchungsdurchgang, was dem Patienten wertvolle Zeit und unnötige Wege erspart. Die Einweihung dieses wegweisenden Verfahrens komplettiert das Diagnostisch Therapeutische Zentrum Berlin seine Palette hochmoderner Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten.

Damit setzt das medizinische Versorgungszentrum erneut auf Innovation und Fortschritt. „Unserem Ziel der bestmöglichen Versorgung unserer Patienten Schritt für Schritt näher zu kommen, haben wir uns einmal mehr angenähert. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dieser technischen Ausstattung und das im ambulanten Sektor ist in Deutschland einzigartig,“ erläutert Prof. Dr. Wolfgang Mohnike, ärztlicher Leiter des DTZ Berlin, seine Vision.

Video zum Thema:

Weitergehende Informationen:

https://www.berlin-dtz.de/de/diagnostik.html

http://www.zemodi.de/MRPET.html

Pressemitteilung und Video von Detlef Höwing


Krebszeitung

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  • Krebssymbol - pixabay
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    Zum Thema Krebs kursieren im Internet Halbwahrheiten, Missverständnisse und Gerüchte. Was stimmt, was nicht – das ist oft nur schwer zu erkennen. Fördert das Tragen von BHs Brustkrebs? Stimmt es, dass man sich mit manchen Krebsarten doch anstecken kann, weil Viren im Spiel sind? Sollte man Vitamine einnehmen, weil industriell produzierte Lebensmittel keine Vitalstoffe mehr enthalten? Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ist einigen modernen Krebsmythen auf den Grund gegangen. Hintergründe erläutert der Dienst in seinem „Aktuellen Thema“ vom Dezember, abrufbar im Internet unter www.krebsinformationsdienst.de.

    Wer im Internet nach Krebsinformation sucht, stößt auf seriöses Wissen, nicht selten aber auch auf Halbwahrheiten und Missverständnisse: Findige Anbieter preisen ihre Nahrungsergänzungsmittel mit der Begründung an, Obst und Gemüse enthielten heute kaum noch wichtige Schutzstoffe zur Krebsvorbeugung. In Foren wird darüber debattiert, ob man sich nicht doch bei Krebspatienten anstecken könne – vielleicht sind ja Tumorviren im Spiel. Schließlich gibt es regelrechte Verschwörungstheorien. Sie funktionieren meist nach dem gleichen Muster: Das Allheilmittel gegen Krebs sei schon längst bekannt, es werde aber systematisch geheim gehalten.

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    Nach der Geburt wachsen bei der Maus die Blutgefäße zentrifugal in die Netzhaut ein. Nach Blockade von Angiopoietin-2 (rechts) weist das Gefäßnetz der Netzhaut mehr Lücken (grün, >40µm) auf und die Retina wächst langsamer. - Quelle: Hellmut Augustin, Deutsches KrebsforschungszentrumDie Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese) gilt als eines der wichtigsten Angriffsziele für neue Krebstherapien. Einer der Hauptregulatoren der Angiogenese ist das Signalmolekül Angiopoietin-2 (Ang-2). Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum und an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg entdeckten nun, dass Ang-2 die Gefäßneubildung sogar auf zweierlei Weise beeinflusst: Es wirkt einerseits auf das Aussprossen neuer Kapillaren, andererseits beeinflusst es die Ausreifung des neugebildeten Gefäßsystems. Gegen Ang-2 gerichtete Krebstherapien könnten die Gefäßneubildung daher von zwei Seiten zugleich angreifen.

    Sobald sie die Größe eines Stecknadelkopfes erreicht haben, sind Tumoren auf neue Blutgefäße angewiesen. Diese Neubildung von Adern bezeichnen Wissenschaftler als Angiogenese. In diesen Prozess einzugreifen („Anti-Angiogenese“) gilt als vielversprechender Ansatz in der Krebsmedizin. Die bereits verfügbaren Medikamente, die verhindern, dass neue Blutkapillaren aussprossen, blieben allerdings hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück.

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