Selbsthilfevertreter fordern psychosoziale Unterstützungsangebote für alle Krebs-Patienten

Offene Krebskonferenz in Hamburg
Offene Krebskonferenz in Hamburg
Offene Krebskonferenz in Hamburg
Offene Krebskonferenz in Hamburg

Hamburg (ct) – Rund 800 Patienten, deren Angehörige und andere Interessierte informierten sich am 12. September 2009 in Hamburg bei der dritten Offenen Krebskonferenz über aktuelle Entwicklungen in der Krebsmedizin. Das Haus der Krebs-Selbsthilfe, ein Verbund der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Krebs-Selbsthilfeorganisationen, forderte im Rahmen der Konferenz eine Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Krebs-Patienten.

„Das, was notwendig und möglich ist, muss jedem Betroffenen zur Verfügung gestellt werden“, sagte Professor Dr. Gerhard Englert, Vorsitzender der Deutschen ILCO, einer Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Darmkrebs-Patienten. Mit der Bitte um Unterstützung auch auf gesundheitspolitischer Ebene übergab Englert an Professor Dr. Werner Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, und Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, eine Resolution der Selbsthilfeorganisationen. Die alle zwei Jahre stattfindende Konferenz wurde erstmals gemeinsam von der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Hamburger Krebsgesellschaft veranstaltet und finanziert.

Resolution bei 3. Offener Krebskonferenz überreicht

Wie und wo finde ich die beste Therapie? Warum bin ausgerechnet ich erkrankt? Was tun bei meiner Krebs-Erkrankung? Wie sieht die psychosoziale Betreuung aus? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen jeden Krebs-Patienten. Antworten auf viele Fragen erhielten Betroffene, Angehörige und Interessierte bei der Offenen Krebskonferenz in der Universität Hamburg. Onkologische Fachärzte, Psycho-Onkologen, Selbsthilfe-Vertreter und andere Experten auf dem Gebiet Krebs berichteten über Ursachen bösartiger Erkrankungen, neue Möglichkeiten der Tumorbehandlung und über aktuelle Erkenntnisse der Krebs-Forschung. Nach allen Vorträgen hatten die Teilnehmer Zeit für Nachfragen. Weitere Schwerpunkte des Informationstages waren psychologische und soziale Aspekte einer Krebserkrankung.

„Über 436.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland neu an Krebs, mehr als 200.000 sterben daran“ sagte Frau Professor Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, bei der Eröffnung der Konferenz in Hamburg. „Sowohl die Betroffenen als auch ihre Angehörigen benötigen in dieser Situation qualitätsgesicherte Informationen, die sie allgemeinverständlich und unabhängig über ihre Erkrankung aufklären und ihnen helfen, Wege zu finden, mit der schwerwiegenden Diagnose umzugehen“, so Schipanski. Mit Veranstaltungen wie der Offenen Krebskonferenz und den regelmäßig stattfindenden Patientenkongressen wird die Deutsche Krebshilfe dem steigenden Bedürfnis der Patienten nach seriöser Information und Aufklärung gerecht.

Bei der Konferenz wurde besonders Wert auf die Beteiligung der Patientenverbände gelegt: Sie hatten das Programm aktiv mitgeplant und gestaltet. In einem eigenen Plenum „Krebs-Selbsthilfe“ – moderiert von der NDR-Journalistin Marion Förster – diskutierten Selbsthilfevertreter mit Experten und Publikum über Bedarf und Möglichkeiten in der psychosozialen Versorgung von Krebsbetroffenen. Das Fazit: Alle Patienten haben Anspruch auf eine individuelle und qualifizierte psychosoziale Unterstützung. Dafür müssen im gesamten Versorgungsprozess – von der stationären Behandlung über die medizinische Rehabilitation bis in den ambulanten Bereich – Angebote an psychosozialer Begleitung zur Verfügung stehen.

Stellvertretend für das Haus der Krebs-Selbsthilfe in Bonn forderte Englert: „Die Unterstützungsangebote der Krebs-Selbsthilfeorganisa¬tionen sind ab dem Zeitpunkt der Diagnose in die Versorgung einzubeziehen.“ Dabei handele es sich vor allem um Gespräche mit geschulten Gleichbetroffenen oder um authentische und patientenorientierte Informationen zum Leben mit der Erkrankung und ihren Folgen.

Zu den acht Selbsthilfeorganisationen im Haus der Krebs-Selbsthilfe gehören neben der Deutschen ILCO auch die Frauenselbsthilfe nach Krebs, der Arbeitskreis der Pankreatektomierten für Menschen ohne Bauchspeicheldrüse, der Bundesverband der Kehlkopfoperierten, die Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe, die Deutsche Hirntumorhilfe, der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe und der Selbsthilfe-Bund Blasenkrebs.

Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe e. V.


Krebszeitung

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