SIRT lässt Lebertumoren schrumpfen

Der Weg des Katheters bei der Selektiven Internen Radiotherapie - Quelle: SIRT

Leberkrebs ist in Deutschland selten. Häufiger finden sich in der Leber aber Tochtergeschwülste einer anderen bösartigen Krebsform. SIRT ist ein spezielles Verfahren gegen Lebertumore und –metastasen und wird nur an wenigen Zentren in Deutschland angeboten. Die Bonner Mediziner setzen dieses Verfahren ein, wenn alle anderen Therapien versagen.

Strahlende Kugeln lassen Lebertumor schrumpfen

Sie hat einen Tumor in der Leber, etwa so groß wie eine Orange. Hilfe fand Gisela K. am Universitätsklinikum Bonn: Mit Erfolg bekämpfen dort Nuklearmediziner und Radiologen Lebertumore bereits seit über einem Jahr mit einer neuartigen Therapie. Radioaktive Mikrokugeln wirken direkt in der Leber gezielt auf die Krebszellen und schonen das gesunde Gewebe. So wächst der Tumor nicht weiter oder schrumpft wie bei der 60-jährigen Patientin sogar.

Es war eine Zufallsdiagnose: Gisela K. hatte gar keine Beschwerden. Doch vor einem halben Jahr wurde bei einer Routineuntersuchung ein Lebertumor entdeckt. „Ich habe mich von Anfang an nicht aufgegeben – auch dank meiner Tochter“, sagt die Großmutter von zwei Enkeln. Eine Operation oder eine Chemotherapie war nicht möglich. Daher unterzog sich Gisela K. einer so genannten Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT) am Bonner Universitätsklinikum.

Die Bonner Mediziner setzen dieses Verfahren ein, wenn alle anderen Therapien versagen. Dabei fließen radioaktive Mikrokugeln aus Kunstharz im Blut durch die Leberarterie gezielt zum Tumor und docken dort an. Die radioaktive Strahlung des Betastrahlers Yttrium zerstört anschließend treffsicher Tumorgewebe. „Diese Selektion funktioniert, da der Tumor stärker durchblutet ist als die Leber. So lässt diese Therapie gesundes Gewebe am Leben“, erklärt Professor Dr. Holger Palmedo, Leitender Oberarzt an der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Bonn.

Der Eingriff dauert 20 Minuten bei lokaler Narkose. Dabei legen die Bonner Mediziner einen Katheter etwa so dünn wie eine Kugelschreibermine über die Leiste in die Leberarterie. „Es erfordert viel Fingerspitzengefühl den Katheter genau so zu platzieren, dass möglichst keine Mikrokugel woanders hinwandert“, sagt Privatdozent Dr. Kai Wilhelm, Oberarzt an der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn. Denn sonst könnten Geschwüre im Magen-Darm-Trakt oder Atemnot auftreten. In der Regel ist SIRT aber gut verträglich und es treten meist keine Nebenwirkungen auf.

Nicht für alle Leberkrebspatienten ist SIRT geeignet – entscheidend sind vor allem eine gute Leberfunktion und die Verträglichkeit von Radioaktivität. Auch wenn die Krankheit meist schon sehr weit fortgeschritten war, haben die Bonner Mediziner bereits 20 Patienten mit SIRT erfolgreich behandeln können. Bei zwei von drei Patienten schrumpften die Tumore oder hörte das Wachstum der Tumore auf. „Wir können unsere Patienten nicht vollständig heilen; jedoch am ehesten ihre Lebenszeit verlängern, und das mit mehr Lebensqualität“, sagt Professor Palmedo.

Dank SIRT ist der Lebertumor von Gisela K. innerhalb von zwei Monaten um mehr als die Hälfe geschrumpft. „Es ist wahrscheinlich, dass der Tumor unserer Patientin in den kommenden Monaten noch weiter zurückgedrängt wird“; sagt Professor Palmedo. Gisela K. hat keine Zweifel wieder ganz gesund zu werden: „Ich möchte bald wieder arbeiten gehen!“

Pressemitteilung der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Bonn


Krebszeitung

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  • Folsäure- Vitamin Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V.
    Darmkrebs

    Folsäure- Vitamin Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V.Freiburg (ng) – Ein Ziel der modernen Krebsforschung ist es, die Wirksamkeit und Verträglichkeit bereits bekannter Medikamente und Therapieverfahren weiter zu verbessern. An der Klinik für Tumorbiologie Freiburg entwickeln Wissenschaftler derzeit eine Strategie, um Chemotherapeutika gezielter in Darmkrebszellen einzuschleusen.

    Die Krebs-Medikamente werden dazu an Folsäure-Moleküle gebunden, da Krebszellen dieses Vitamin vermehrt aufnehmen. Auf diese Weise soll die Wirkstoffkonzentration in den bösartigen Zellen stark erhöht werden, wobei gesunde Zellen verschont bleiben. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit rund 150.000 Euro.

    Mit ihrem Therapiekonzept wollen die Freiburger Wissenschaftler die Medikamente Camptothecin und Oxaliplatin zielgerichtet in Darmkrebszellen einbringen. „Beide Zytostatika haben in den letzten Jahren die Therapie bei bösartigen Tumoren des Darms verbessert“, erklärt Dr. Felix Kratz, Projektleiter an der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg. „Das Problem ist jedoch, dass diese Medikamente nicht gezielt genug wirken, sondern auch gesunde Zelle zerstören und dadurch erhebliche Nebenwirkungen verursachen.“

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  • Brustkrebszellen - Quelle: Dr. Lutz Langbein, Deutsches Krebsforschungszentrum
    Brustkrebs

    Wie erfolgreich ist die interdisziplinäre Behandlung von Brustkrebs? Das Brustzentrum am Universitätsklinikum Heidelberg hat seit 2003 bei mehr als 3.000 Patientinnen den Verlauf der Erkrankung systematisch begleitet und als erstes Zentrum in Deutschland diese aussagekräftigen prospektiven Ergebnisse veröffentlicht: 86 Prozent überlebten die ersten fünf Jahre nach Therapiebeginn; bei 80 Prozent kehrte der Krebs in dieser Zeit auch nicht zurück. Die Auswertung wurde im Februar 2012 online in der Fachzeitschrift „The Breast“ veröffentlicht.

    Sehr gute Behandlungsergebnisse belegen hohe Versorgungsqualität am Universitäts-Brustzentrum Heidelberg / Deutschlandweit erste Veröffentlichung prospektiv erhobener Daten

    „Die Prognose von Brustkrebs hat sich aufgrund neuer Therapieoptionen und der konsequenten interdisziplinären Behandlung weiter verbessert“, sagt Professor Dr. Christof Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts- Frauenklinik und Leiter des Brustzentrums. Die Heidelberger Ergebnisse belegen dies: Eine Auswertung deutscher Krebsregister durch das Robert Koch Institut im Jahr 2010 ergab für die Zeitspanne von 2000 bis 2004 für Brustkrebspatientinnen eine Wahrscheinlichkeit von 79,6 Prozent, die ersten fünf Jahre nach Therapie zu überleben. Eine aktuelle Arbeit des Deutschen Krebsforschungszentrums, in der Daten elf deutscher Krebsregister aus den Jahren 2002 bis 2006 analysiert wurden, kommt auf rund 84 Prozent. In den USA lag diese Wahrscheinlichkeit laut US- amerikanischem National Cancer Institute zwischen 1999 und 2006 bei 89 Prozent.

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