Sommerwonnen

Sonnenbaden

Sommerwonnen: Erst zum Frisör, dann an den Pool – bekleidet mit dem schicken neuen Badeanzug; sich dort genüsslich eine Zigarette anzünden … ein perfekter Sommertag? Aus urologischer Sicht eher eine zweifelhafte Szene. Denn die Kombination aus Rauchen, Haarfärbemittel und aktueller Bademode kann das Blasenkrebs-Risiko erhöhen. Anfang dieses Jahres hat die Zeitschrift Ökotest Haarfärbemittel untersucht. Ergebnis: Alle getesteten Mittel enthielten aromatische Amine. Diese chemischen Verbindungen sind eine Hauptursache für die 16.000 neuen Fälle von Blasenkrebs, die in Deutschland jedes Jahr auftreten. Zwar sind vor allem Berufsgruppen gefährdet, die häufig Kontakt zu aromatischen Aminen haben, zum Beispiel Arbeiter der chemischen Industrie und Friseure. Aber auch wer regelmäßig seine Haare färbt, setzt sich den Chemikalien aus.

lieber ohne Blasenkrebsrisiko

Baden ist nicht ungefährlich
Baden ist nicht ungefährlich

Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass Frauen, die sich einmal im Monat mit dauerhaften Mitteln die Haare färben, ihr Blasenkrebsrisiko verdoppeln. Wenden sie die Substanzen mehr als 15 Jahre lang an, ist die Gefahr sogar dreimal so hoch. Doch nicht nur Haarefärben ist gefährlich. Eine weitere Untersuchung in der Zeitschrift Ökotest verdirbt Frauen die Freude an Badeanzügen: Einige Modelle enthielten gesundheitsschädigende Stoffe, darunter eine Substanz, die im Tierversuch Blasenkrebs verursacht. Sie verhindert, dass die Stoffe bei Transport und Lagerung schimmeln. Auf jeden Fall verkneifen sollte man sich am Pool die Zigarette. Denn die größte Gefahr für Blasenkrebs geht vom Rauchen aus – auch Zigarettenqualm enthält aromatische Amine. Weil inzwischen fast jede dritte Frau regelmäßig zur Zigarette greift, befürchten Urologen, dass es bald immer mehr weibliche Blasenkrebspatienten geben wird.

Früherkennung ist möglich
Blasenkrebs verursacht im Anfangsstadium praktisch keine Beschwerden und wächst oft über Jahre unbemerkt. Deshalb wird die Erkrankung häufig zu spät erkannt. „Viele Patienten gehen erst zum Arzt, wenn sie Symptome wie Blut im Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen bemerken. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es dann oft zu spät,“ sagt Dr. Gerson Lüdecke, Urologe an der Universität Gießen. Bei jedem dritten Betroffenen ist der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnose bereits in tiefere Schichten der Blase vorgewachsen. Oft bestehen dann auch Tumor-Absiedlungen in Lymphknoten oder anderen Organen. „Früh­erkennung tut Not. Wird die Erkrankung nämlich im Anfangsstadium entdeckt, sind die Heilungs­chancen sehr gut,“ betont Lüdecke. Hier ist ein einfacher Urintest hilfreich, der Blasenkrebs in 70 bis 80 Prozent der Fälle bereits vor möglichen Symptomen erkennt. Er weist den UBC Rapid Test nach, ein spezielles Eiweiß, das von den Tumorzellen gebildet wird. Die Untersuchung kann in der Arztpraxis erfolgen und liefert nach 30 Minuten das Ergebnis. „Risikopersonen, zum Beispiel langjährige Raucher, sollten sich ab dem 50. Lebensjahr routinemäßig auf Blasenkrebs untersuchen lassen. Hierfür eignet sich der Urintest sehr gut,“ erklärt Lüdecke.

Risikofaktoren und Symptome kennen

Zur Vorsorge gehört aber auch die Aufklärung. „Nur wenige Menschen kennen die Risikofaktoren für Blasenkrebs und wissen um die Symptome,“ sagt Detlef Höwing, Vorsitzender der Selbsthilfe Harnblasenkrebs. Er selbst war an Blasenkrebs erkrankt und setzt sich heute aktiv für Aufklärung und Früherkennung ein. „Hätte ich damals mehr über die Erkrankung gewusst, wäre mir einiges vielleicht erspart geblieben,“ betont Höwing. „Risikofaktoren sollten gemieden werden“, sagt der ehemalige Raucher. Unter www.selbsthilfe-harnblasenkrebs.de, der Homepage des Vereines, können sich Patienten und Angehörige über die Erkrankung informieren und in einem Forum ihre Erfahrungen austauschen.

Selbsthilfegruppe Blasenkrebs im Internet: www.selbsthilfe-harnblasenkrebs.de
Weiterführende Informationen über Blasenkrebs: www.blasenkrebs.net

Presseinformation MasterMedia vom 16.8.2004

 


Krebszeitung

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  • Laufen für die Heilung von Brustkrebs Quelle: Detlef Höwing
    Brustkrebs

    Brustzentren, Selbsthilfegruppen und andere Einrichtungen können sich jetzt bewerben

    FRANKFURT – Der Verein zur Heilung von Brustkrebs, KOMEN Deutschland, schreibt 30.000 Euro aus Erlösen von Benefizveranstaltungen aus, um Projekte der Früherkennung und Hilfe Brustkrebsbetroffener in den Regionen zu fördern, in denen sie eingenommen wurden. Brustzentren, Selbsthilfegruppen und andere gemeinnützige Einrichtungen in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg können sich ab jetzt für eine einjährige Förderung bewerben.

    „Es ist seit 1999 gute Tradition in Deutschland, dass wir Spenden sammeln und sie für Brustkrebs-Früherkennung und Hilfe Betroffener ausgeben“, sagte Inge Althaus, Vorsitzende des Fachausschusses Fördergelder, bei der Bekanntgabe des diesjährigen Fördervolumens in Frankfurt am Main. „Neben der Brustkrebsprävention und Früherkennung unterstützen wir vorrangig Projekte, die die Lebensqualität von Brustkrebserkrankten verbessern“. Bei Brustkrebs können Nebenwirkungen der Behandlung die Lebensqualität von Operierten beeinträchtigen. Dazu zählen Lymphödeme, Fatigue oder Schlafstörungen. Die Erkrankung und die langwierige Behandlung kann auch Partnerschaft und Familie belasten. „Deshalb fordern wir in diesem Jahr besonders solche Einrichtungen auf, sich für eine Projektförderung zu bewerben, die darin Schwerpunkte ihrer Arbeit haben“, erläuterte Inge Althaus.

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