Stammzellen – ein Jungbrunnen für Patienten

Stammzell-Therapie - Quelle: Bayern Innovativ, co.don AG

Stammzell-Therapie - Quelle: Bayern Innovativ, co.don AGDie Bayern Innovativ GmbH konzipiert und organisiert im Rahmen ihres internationalen „Netzwerk Life Science“ gemeinsam mit Partnern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg das erste Kooperationsforum „Zellbasierte Therapien“ am 27. März 2012 in Erlangen. Als Partner eingebunden sind das Bayerische Immuntherapie-Netzwerk BayImmuNet und der Cluster Biotechnologie Bayern. Ziel des Forums ist es, über aktuelle Entwicklungen und Technologien aus Wissenschaft und Wirtschaft im Gebiet zellbasierter Therapien zu informieren.

Stammzellen bieten erfolgversprechende therapeutische Möglichkeiten für die regenerative Behandlung vieler Krankheiten von Krebs bis hin zu Multipler Sklerose oder Parkinson. In den letzten drei Jahrzehnten konnten Biowissenschaftler die molekularen und zellulären Mechanismen dieser Alleskönner mehr und mehr entschlüsseln. Nun geht es darum, diese Forschungsergebnisse vom Labor in die Produktion und in die Klinik bis hin zu marktfähigen Produkten umzusetzen. Das erfordert ein Zusammenspiel von Akteuren aus verschiedensten Bereichen – Wissenschaft, Technik, Kliniken und Genehmigungsbehörden.

Auf dem Forum präsentierne führende Experten neuartige Ansätze und zeigen Perspektiven der Immuntherapie, zellbasierter Therapien von Tumoren und (neuro-)degenerativen Krankheiten auf. Vorgestellt werden Technologieplattformen für die Herstellung von Zelltherapeutika sowie rechtliche und sicherheitsrelevante Anforderungen an solche Produkte.

Die Referenten (Auswahl)
Er wird als „Zellenwart“ (Financial Times) und „Pionier der Stammzellenforschung“ (taz) bezeichnet: der Neurobiologe Prof. Dr. Oliver Brüstle, Direktor des Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie der Universität Bonn. Insbesondere die Gewinnung neuraler Vorläuferzellen aus embryonalen Stammzellen für Krankheiten wie Parkinson oder Multiple Sklerose sind das Fachgebiet von Prof. Brüstle. Erst kürzlich wurde der Patentstreit mit Greenpeace durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg beendet, wonach embryonale Stammzellen nicht patentiert werden können. Daraus ergeben sich mögliche negative Auswirkungen auf die Markteinführung Stammzell-basierter Therapeutika.

Die Kultivierung humaner Stammzellen ist schwierig und erscheint oftmals wie ein geheimes Ritual. Methoden, die im Labor manuell funktionieren, lassen sich nicht unmittelbar in einen automatisierten Produktionsmaßstab überführen. Die Rolle des „Übersetzers“ und Ingenieurs in der Welt der Zellbiologie spielt Prof. Dr. David Williams von der Loughborough University in Großbritannien. Seine interdisziplinäre Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit neuen Technologien zur Automatisierung und Herstellung von Zellen für die regenerative Medizin.

Während sich die therapeutische Anwendung humaner Stammzellen bei neurodegenerativen Erkrankungen noch in der Entwicklungsphase befindet, ist sie für die Behandlung bestimmter Arten von Krebs bereits etabliert. In der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Gerold Schuler, Leiter der Hautklinik am Universitätsklinikum Erlangen, wurden Methoden zur Herstellung dendritischer Zellen entwickelt. Im aufwendigen Hochreinlabor des Klinikums werden nun die Zellen aus Patienten-eigenen Vorläuferzellen generiert, gereift und mit Patienten-spezifischer Tumorzielerkennung (Tumorantigenen) ausgestattet. Die so modifizierten dendritischen Zellen dienen als Impfstoff zur gezielten Aktivierung des Immunsystems des Patienten. Prof. Schuler arbeitete lange Zeit mit Prof. Dr. Steinmann zusammen, der unter anderem die dendritischen Zellen entdeckte und für seine wissenschaftlichen Arbeiten 2011 posthum mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Das Forum stellt mit einem anspruchsvollen Programm, der begleitenden Fachausstellung und den thematisch abgestimmten Besichtigungen am Vortag eine ideale Plattform dar, um Einblicke in jüngste Entwicklungen, neuartige Technologien und klinische Konzepte zu bekommen. Ziel ist es, relevante Partner aus der gesamten Wertschöpfungskette zusammenzuführen und Impulse für weitere Kooperationen zu geben.

Aktuell haben sich bereits ca. 100 Teilnehmer angemeldet; sie vertreten Firmen wie Apceth, Aurigon, BD Becton, CellGenix Technologies, Corning, Dornier MedTech, Edingburgh Research & Innovation, Heraeus, Invetech, ipal, Lophius Biosciences, Merck, Miltenyi, Minerva Biolabs, Roche, Siemens oder Stage Cell Therapeutics. Seitens der Wissenschaft nehmen Einrichtungen und Universitäten aus Erlangen, München, Regensburg, Würzburg, Berlin und aus Großbritannien teil.

Dr. Petra Blumenroth Unternehmenskommunikation
Bayern Innovativ Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH

Pressemitteilung Bayern Innovativ Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH, Dr. Petra Blumenroth


Krebszeitung

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  • Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung - Bild: UK Ulm
    Krebsthemen

    Berlin – Besonders aggressive B-Zell-Lymphome, eine Krebserkrankung des Lymphsystems, die vor allem bei älteren Menschen auftritt, wurden lange Zeit mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie behandelt. In letzter Zeit wurde auf die Radiotherapie allerdings immer häufiger verzichtet, stattdessen setzten Ärzte vielversprechende neue Medikamente ein. Zwar konnten die sogenannten monoklonalen Antikörper, die diese Krebszellen gezielt angreifen, die Therapieergebnisse verbessern. Jedoch wurde in einer aktuellen Studie gezeigt, dass vor allem bei ausgedehnten Tumoren die Langzeiterfolge durch eine zusätzliche Strahlentherapie noch weiter optimiert werden können, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO).

    B-Zell-Lymphome gehören zu den Non-Hodgkin-Lymphomen, die wiederum eine Untergruppe des Lymphdrüsenkrebses sind. B-Zell-Lymphome bestehen aus Zellen des Immunsystems, die normalerweise Antikörper produzieren. Bei aggressiven Varianten des B-Zell-Lymphoms kommt es häufig zu einem ausgedehnten Befall der Lymphdrüsen, bei dem die Tumorgröße einen Durchmesser von mehr als 7,5 cm hat und der auch als „bulky disease“ bezeichnet wird. Bei diesen Patienten hat der Tumor häufig die Grenzen der Lymphdrüsen überschritten. Die Therapie bestand lange Zeit in einer Chemotherapie, die nach den Anfangsbuchstaben der vier eingesetzten Medikamente als CHOP bezeichnet wird. Patienten mit „bulky disease“ erhielten außerdem teilweise eine Bestrahlung.

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  • Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung - Bild: UK Ulm
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    Ergebnisse der Langzeitbeobachtung im Rahmen der TARGIT-Studie in The Lancet veröffentlicht

    Eine gezielte einmalige Strahlenbehandlung direkt im Anschluss an die chirurgische Entfernung eines Tumors kann eine echte Alternative zum gängigen Verfahren bei der brusterhaltenden Krebstherapie sein, bei dem sich die betroffenen Frauen nach der Operation über Wochen täglich einer Bestrahlung der Brust unterziehen müssen. Das bestätigen die Daten der Langzeitbeobachtung von Patientinnen, die im Rahmen der internationalen TARGIT-Studie (TARGeted Intraoperative Radiation Therapy) behandelt worden sind.

    Die TARGIT-Studie vergleicht zwei strahlentherapeutische Verfahren, die die Entfernung des Tumors bei der brusterhaltenden Krebstherapie ergänzen: die Intraoperative Radiotherapie (IORT) und die klassische Bestrahlung der Brust von außen (external beam radiotherapy, EBRT). Die 5-Jahres- Ergebnisse der Studie, bezogen auf den lokalen Rückfall und die Überlebensrate, wurden jetzt erstmals im renommierten Fachjournal The Lancet öffentlich gemacht.

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