Stellungnahme der DGU zur Früherkennung mittels PSA-Test

CancerCheck-PSA Quelle: consile.de

Angesichts einer durch kritische Medienberichte initiierten, wiederkehrenden öffentlichen Diskussion um den Nutzen der PSA-Früherkennung beim Prostatakarzinom sieht sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) zu der nachstehenden Stellungnahme veranlasst.

Stellungnahme der DGU zur öffentlichen Diskussion um den Nutzen der PSA-Früherkennung

Düsseldorf. Angesichts einer durch kritische Medienberichte initiierten, wiederkehrenden öffentlichen Diskussion um den Nutzen der PSA-Früherkennung beim Prostatakarzinom sieht sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) zu folgender Stellungnahme veranlasst.

Wohl wissend, dass die PSA-Bestimmung keine optimale, aber nach derzeitigen Wissensstand die einzige evidenzbasierte Methode zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms ist, verweist die DGU auf die S3-Leitlinie „PSA-Bestimmung in der Prostatakarzinomdiagnostik“, die unter urologischer Federführung entstand und derzeit kurz vor einer Aktualisierung steht. Darin wird die Empfehlung zur Früherkennung zwischen 50 und 75 Jahren, bei familiärer Belastung ab 45 Jahren, explizit formuliert. Das medizinische Handlungsschema ist in der S3-Leitlinie ebenfalls klar definiert und umfasst:

  • Aufklärung,
  • PSA-Bestimmung,
  • erneute Besprechung / Beratung,
  • Biopsie

und schließlich in Abhängigkeit des individuellen Risikoprofils eine individuelle Empfehlung, die von der exspektativen Beobachtung bis hin zur Therapiebedürftigkeit geht.

Damit wird aktuellen und gängigen Kritiken der „Übertherapie“ adäquat begegnet.Ergebnisse europäischer Großstudien, ob die Früherkennung mittels PSA-Bestimmung die Sterblichkeit durch Prostatakrebs senken kann, stehen aus und werden 2009 erwartet. Neue Prostatakarzinommarker, die eine zuverlässige Differenzierung in behandlungsbedürftige und nicht behandlungsbedürftige Prostatakarzinome zulassen, sind aufgrund fehlender Datenlage noch nicht im klinischen Einsatz. Beides findet in der S3-Leitlinie Berücksichtigung. Einem nach adäquater Aufklärung früherkennungswilligen Patienten den PSA-Test vorzuenthalten, wäre nach aktuellem Erkenntnisstand unverantwortlich, denn nur früh erkannte lokal begrenzte Prostatakarzinome können in den allermeisten Fällen geheilt werden. Ohne Früherkennung bleibt Prostatakrebs eine tödliche Gefahr.

Die notwendige, und in der Praxis ausgeübte, Konsequenz bleibt das Aufklärungsgespräch über PCA-Früherkennung mit ausführlicher Information über den PSA-Test und dessen Vor- und Nachteile. Dies ist obligat und unerlässlich.

Pressemitteilung des BPS


Krebszeitung

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    Deutsche Krebshilfe

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  • Eine Tumorzelle an der inneren Wand eines Blutgefäßes. Der markierte Bereich ist rechts vergrößert dargestellt. Marco Prinz/Universität Freiburg
    Krebsthemen

    Eine Tumorzelle an der inneren Wand eines Blutgefäßes. Der markierte Bereich ist rechts vergrößert dargestellt. Marco Prinz/Universität Freiburg90 Prozent aller Krebspatienten sterben heute nicht mehr am ursprünglichen Tumor, sondern an Metastasen. Diese entstehen, wenn Tumorzellen über die Blutbahn in andere Organe „auswandern“. Nun haben Wissenschaftler des Instituts für Virologie am Klinikum rechts der Isar der TUM, des Helmholtz Zentrums München und der Universität Zürich am Beispiel von Darmkrebs herausgefunden, mit welchem Trick die Tumorzellen aus den Blutgefäßen zurück ins Gewebe gelangen: Sie produzieren Signalproteine, mit denen sie die Arterienwände durchlässig machen – damit steht ihnen der Weg in ein anderes Organ offen.

    Diese Erkenntnisse, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Cancer Cell veröffentlicht sind, ermöglichen einen neuen Ansatz sowohl für die Vorhersage des Metastasierungsrisikos als auch für die Verhinderung drohender Metastasen.

    Möglicher Therapieansatz gegen metastasierenden Darmkrebs; Veröffentlichung in „Cancer Cell“

    Welche Signalwege benötigt eine Tumorzelle, um Metastasen zu bilden? Einen entscheidenden Schritt in diesem Prozess haben Wissenschaftler vom Klinikum rechts der Isar der TUM und vom Helmholtz Zentrum München jetzt für das Beispiel Darmkrebs entdeckt. Sie haben herausgefunden, dass die Tumorzellen bestimmte Proteine aussenden, die sogenannten Chemokine. Im Fall der metastasierenden Kolonkarzinom-Zellen ist dies das Chemokin CCL2. Die CCL2-Chemokine docken an die Zellen der inneren Blutgefäßwände (Endothelzellen) an und aktivieren dort den entsprechenden Rezeptor (CCR2 Rezeptor). Dadurch ziehen sich die Endothelzellen zusammen – und die Tumorzellen können durch die Gefäßwand schlüpfen.

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