Strategien gegen den Krebs des Mannes auf dem Prüfstand

Histologischer Schnitt durch eine Prostata mit normaler Drüsenstruktur (links) und Tumorzellherden (rechts). Farblich unterscheidbar sind Zellkerne (braun), Bindegewebe (blau) und Drüsenlumen (weiße Bereiche). Maßstab/ Vergrößerung: 200-fach Quelle: NGFN

Ärztliches Symposium zu den Behandlungsoptionen von Prostatakrebs / PREFERE-Studie vorgestellt / Magdeburger Universitätsklinikum ist Studienzentrum

Über 60.000 Prostatakrebs-Diagnosen stellen Ärzte in Deutschland Jahr für Jahr. Die betroffenen Männer haben die Qual der Therapiewahl. Welche Behandlung ist optimal hinsichtlich individuell verschiedener Erwartungen wie Lebenserwartung und Lebensqualität?

Derzeit gibt es bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom vier Standardtherapien:

  • die operative Totalentfernung der Prostata,
  • eine Strahlentherapie von außen,
  • eine Therapie mit Strahlenimplantaten sowie
  • das aktive Überwachen.

Ab Beginn dieses Jahres soll die Wirksamkeit der vier genannten Strategien im Rahmen der bislang größten prospektiv-randomisierten Prostatakrebs- Langzeitstudie miteinander verglichen werden. Unterstützt wird die sogenannte PREFERE-Studie von der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe, den Krankenkassen und privaten Krankenversicherungsträgern. Im Rahmen der PREFERE-Studie möchte das interdisziplinäre Prostatazentrum am Magdeburger Universitätsklinikum möglichst viele Patienten aus dem Einzugsbereich zwischen Hamburg und Leipzig, Braunschweig und Berlin rekrutieren.

Vorgestellt und diskutiert wird die Studie am 25. und 26. Januar 2013 auf einem wissenschaftlichen Symposium, zu dem der Tagungsleiter Prof. Dr. Martin Schostak, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie, rund 300 Experten aus Deutschland erwartet. Weitere Themen der Veranstaltung werden die Prävention und Früherkennung, die gegenwärtigen Therapiemöglichkeiten sowie der Nutzen von Prostatakrebszentren sein.

Das interdisziplinäre Prostatazentrum am Magdeburger Universitätsklinikum wurde 2012 zertifiziert. Gemeinsam mit der Universitätsklinik für Strahlentherapie (Prof. Dr. Günther Gademann) werden interdisziplinäre Patientenberatungsgespräche durchgeführt und alle Standardtherapien wie radikale Prostatektomie und Bestrahlung von außen, aber auch neue Behandlungsverfahren wie die HIFU-Therapie (Hochintensiver fokussierter Ultraschall) bereitgehalten.

Im Rahmen der PREFERE-Studie arbeitet das Zentrum mit dem Berliner Urologen Dr. Thomas Oliver Henkel zusammen, der in Magdeburg die innere Bestrahlung mit dauerhaft in die Prostata implantierten Strahlenquellen (Permanente Seed Implantation) durchführt. Mit über 300 derartigen Behandlungen pro Jahr verfügt Dr. Henkel über eine sehr große Erfahrung, so dass von Beginn an ein sehr hoher Therapiestandard bei der Seed- Implantation am Magdeburger Universitätsklinikum gewährleistet ist.

Nach der positiven Bewertung durch die Ethikkommission der Magdeburger Universität am 22. Januar 2013 hoffen Professor Schostak und Professor Gademann die ersten Prostatakrebs-Patienten im Februar in die PREFERE- Studie aufnehmen zu können. Im Verlauf der kommenden drei Jahre sollen mindestens 7.600 Patienten im Alter von unter 76 Jahren in die wissenschaftliche Studie aufgenommen werden. Die Probanden werden über einen Zeitraum von mindestens 13 Jahren engmaschig medizinisch überwacht. Die Hoffnung der Ärzte ist, dass sich möglichst viele Patienten zur Teilnahme entschließen werden.

Das Programm des Magdeburger Prostatakrebs-Symposiums:
http://www.med.uni- magdeburg.de/unimagdeburg_mm/Downloads/Kliniken/Urologie/Veranstaltungen/Symposium+Prostatakarzinom.pdf

Ansprechpartner für Redaktionen:
Prof. Dr. med. Martin Schostak,
Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie,
Telefon: (0391) 67 15036
Internet: http://urologie.uni-magdeburg.de

Pressemitteilung Universitätsklinikum Magdeburg, Kornelia Suske


Krebszeitung

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  • Abbau der extrazellulären Matrix durch die invasive Brustkarzinomzellinie - Quelle: Universität Stuttgart
    Brustkrebs

    Wissenschaftler um PD Dr. Marcus Schmidt von der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten der Universitätsmedizin Mainz und Univ.-Prof. Dr. Jan G. Hengstler von Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund haben erstmals gezeigt, das Immunglobulin Kappa C (IGKC), ein integraler Bestandteil des Immunsystems, mit einer deutlich verbesserten Prognose bei Brustkrebs und mit einer erhöhten Empfindlichkeit auf eine Chemotherapie assoziiert ist. Der günstige Effekt fand sich auch bei Patienten mit Darmkrebs und Lungenkarzinomen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Clinical Cancer Research“ veröffentlicht.

    Obwohl die zentrale Rolle des Immunsystems für die Prognose von Tumorerkrankungen generell akzeptiert ist, wurde bisher kein einzelner Bestandteil des Immunsystems als zuverlässiger Marker identifiziert. In früheren Arbeiten konnte die Mainzer Arbeitsgruppe bereits zeigen, dass Gene bestimmter Zellen des Immunsystems – vor allem B-Zellen und T-Zellen – einen Einfluss auf die Prognose von Brustkrebs haben. Dies gelang mithilfe so genannter Genexpressionsanalysen. Dabei kann eine Vielzahl von Genen im Hinblick auf ihre Aktivität im Tumorgewebe identifiziert und charakterisiert werden. „Um die klinische Anwendbarkeit zu verbessern, haben wir uns gefragt, ob der Einfluss dieser ganzen Gruppe von Genen der B-Zellen sich nicht auf ein einziges Gen – und damit auf einen einzigen Marker – zurückführen lässt“, erläutert Dr. Marcus Schmidt, Oberarzt an der Frauenklinik der Universitätsmedizin Mainz. „Dabei stießen wir auf Immunglobulin Kappa C, das eine vergleichbare Aussagekraft hat wie die gesamte Gruppe von Genen, die wir in unserer früheren Arbeit identifiziert hatten.

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  • In Leukämiezellen (hier lila) wird durch das neue Medikament der Signalweg zum natürlichen Absterben wieder freigemacht. Foto: Universitätsklinikum Ulm
    Krebsthemen
    Internationale Studie belegt Wirksamkeit Wissenschaftler des Ulmer Universitätsklinikums unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer (Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin III) haben in einer internationalen Studie die Wirksamkeit eines neuen Medikaments bei [...mehr lesen]

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